Dino Hammerhofer arbeitet eigentlich im Bratwursthaus. In seiner Freizeit geht Hammerhofer einer wesentlich kreativeren und außergewöhnlicheren Tätigkeit nach: Er entwirft Kostüme und Rüstungen, vorzugsweise von Star-Wars-Figuren.

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Wir treffen Dino Hammerhofer in seiner Wohnung in Wattenscheid. Im Wohnzimmer steht ein lebensgroßer, vergoldeter Stormtrooper aus dem „Star Wars“-Universum. Daneben, in einer großen Vitrine, weitere Helme. Alles hat der 31-Jährige selbst gebaut. Er ist leidenschaftlicher Kostümbauer. „Mir gefällt die Kunst dahinter und wie man sie zum Leben erweckt“, sagt er.

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Bochum: Dino Hammerhofer baut Star-Wars-Kostüme
Dino Hammerhofer baut Kostüme wie diese Stormtrooper-Outfits aus Star Wars. Seine Freundin Emeli Kaebler trägt die weiße Rüstung.© FUNKE Foto Services | Uwe Ernst

Seine Leidenschaft beginnt früh. Mit 15 Jahren besucht Hammerhofer seine erste Convention, eine Art Fantreffen. „Da waren Menschen, die waren so verkleidet, als kämen sie direkt vom Filmset. Das hat mich total fasziniert.“ Vor allem die Authentizität der Kostüme beeindruckt ihn. Er will das selbst können.

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Mit etwa 17 Jahren baut er sein erstes eigenes Kostüm. Die Einzelteile bestellt er damals in den USA. „In Deutschland gab es zu der Zeit niemanden, der in der Qualität produziert hat, die ich mir gewünscht habe“, erzählt er. Das wird für ihn zum Auslöser, selbst ernsthaft in den Kostümbau einzusteigen.

Der Künstler verkauft in die ganze Welt

Heute verkauft Hammerhofer seine Kostüme in die ganze Welt – vor allem an Sammler und Cosplayer (Rollenspieler). Viele finden ihn über Social Media, wo er unter dem Namen „Sanotized Creations“ auftritt. Außerdem stellt er regelmäßig auf Conventions aus.
„Die meisten Anfragen kommen über Social Media oder per Mail“, sagt er.

Auf einen Auftrag ist er besonders stolz: „Zu Weihnachten habe ich zwei Helme für die Familie von Knossi hergestellt, dem Internet- und Fernsehstar. Das war schon ein besonderes Gefühl.“

Bochum: Dino Hammerhofer baut Star-Wars-Kostüme
Dino Hammerhofer hilft seiner Freundin Emeli Kaebler in ein weißes Clonetrooper-Outfit. Bis man in Vollmontur angezogen ist, dauere es ein paar Minuten – und das sei noch schnell. Im rechten Teil der Vitrine hinter ihm sind seine anderen Kreationen zu sehen. © FUNKE Foto Services | Uwe Ernst

Damit seine Kunden bekommen, wofür sie bezahlen, legt Hammerhofer einen extrem hohen Qualitätsmaßstab an sich selbst.
„90 Prozent sind pure Handarbeit. Nichts von der Stange. Und ich bin da super perfektionistisch“, sagt er. Man könne natürlich weniger Aufwand betreiben. „Aber ich will, dass man die Kostüme wirklich in einer Filmproduktion verwenden könnte.“

Auch in die Vorbereitung steckt er viel Arbeit. Bei einer neuen Requisite – im Fachjargon „Prop“ – beginnt alles mit einem Modell. Das müssen er oder Freunde selbst erstellen, anhand von Bildern und Referenzmaterial aus Filmen.

Jedes Kostüm ist Handarbeit

Ist das Modell fertig, geht es in seine Werkstatt im Keller. Dort lässt er das Modell im 3D-Drucker entstehen. Aus diesem 3D-Druck baut er eine Gießform, zum Beispiel für einen Helm. In dieser Form kann er dann weitere Exemplare desselben Modells herstellen.

Bochum: Dino Hammerhofer baut Star-Wars-Kostüme
Helme wie diesen produziert Dino Hammerhofer momentan.© FUNKE Foto Services | Uwe Ernst

Hammerhofer zeigt seine neueste Kreation. Vorsichtig öffnet er die Gießform und hebt den Helm heraus. „Das ist immer wie eine Geburt“, sagt er und lacht. Man merkt ihm die Freude an.

All diese Arbeitsschritte hat er sich selbst beigebracht. „Das ist tatsächlich einfach ‚learning by doing‘ gewesen. Ich hab das nicht professionell gelernt.“

An einer Filmproduktion mitzuarbeiten, ist für mich der Traum. Da möchte ich hin.

Bochum: Dino Hammerhofer baut Star-Wars-Kostüme
Dino Hammerhofer

Gerade am Anfang läuft vieles schief. „Da gab es oft Frust. Sachen haben nicht so funktioniert, wie ich mir das gedacht hatte“, erinnert er sich. Inzwischen ist er eingespielt, kennt Materialien, Werkzeuge und Abläufe.

Noch arbeitet Hammerhofer zusätzlich im Bratwursthaus, um sich finanziell abzusichern. Langfristig will er aber vom Kostümbau leben. Sein Ziel ist klar. „An einer Filmproduktion mitzuarbeiten, ist für mich der Traum. Da möchte ich hin“, sagt er.
Er hat sich vor Kurzem beim Bochumer Schauspielhaus als Bühnenbildassistent beworben. „Das ist zwar nicht ganz Film, aber geht schon mal in die Richtung“, sagt er. Jede Erfahrung in dieser Welt ist für ihn ein Baustein auf dem Weg in die Branche.

Schon jetzt ist Hammerhofer gut vernetzt. Er pflegt Kontakte zu anderen Kostümbauern in Deutschland – und in die internationale Filmindustrie. Unter anderem zu Lucasfilm, der Produktionsfirma hinter „Star Wars“.

Chancen in Großbritannien platzen wegen Brexit-Regelungen

„Ich habe damals mit dem goldenen Stormtrooper-Kostüm an einem Wettbewerb teilgenommen“, erzählt er. Eines Nachts bekommt er völlig überraschend eine Mail von der US-Produktionsfirma: Ob er bei einer Veranstaltung von ihnen auftreten wolle.

„Das war surreal“, sagt er. „Mit den Leuten hinter diesen bekannten Filmen den Abend zu verbringen – damit hätte ich nie gerechnet.“

Diese Texte haben viele Menschen interessiert

Eine andere Firma bietet ihm sogar die Mitarbeit an einer „Drachenzähmen leicht gemacht 2“-Produktion in England an. Doch für Hammerhofer bleibt dieses Angebot wohl unerreichbar. „Der Brexit macht mir leider einen Strich durch die Rechnung“, sagt er. Als Freelancer würde er kein Arbeitsvisum für Großbritannien bekommen. Momentan kann er nur hoffen, dass sich die Regelungen für Arbeitsvisa eines Tages ändern.