„Also Dönerläden haben wir definitiv genug in der Stadt, davon brauchen wir wirklich nicht mehr“, meint die Bochumerin Anna (33), die für ein Start-up arbeitet. Sie hätte gerne mal wieder ein Restaurant mit guter Hausmannskost. „Wie früher der ‚Blaue Engel‘ zum Beispiel“, sagt die junge Frau mit einem charmanten Lächeln.

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„Ich brauche nicht immer fancy Gerichte, sondern bin auch mit Schnitzel oder Grünkohl glücklich.“ Persönlich gehe sie aufgrund der gestiegenen Preise aber gar nicht mehr so häufig auswärts essen. 

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Daša Geiger (36) und Philipp Troschke (29) bewerten das gastronomische Angebot in der City als „mau“. Sie wünschen sich mehr Vielfalt, damit auch ein vielfältigeres Publikum angesprochen wird. „Die Läden sind doch sehr ähnlich und austauschbar“, meint Philipp Troschke. Daša Geiger ergänzt, dass auch die Preise teilweise zu hoch seien.

Rentner (77) vermisst ein Café-Haus in der Bochumer Innenstadt

Am Boulevard in der Nähe des Bochumer Hauptbahnhofs reihen sich ein halbes Dutzend Dönerläden dicht an dicht.
Am Boulevard in der Nähe des Bochumer Hauptbahnhofs reihen sich ein halbes Dutzend Dönerläden dicht an dicht.© Martin Lindner

Werner Painczyk (77) isst gerne mal einen Döner am Boulevard, doch er findet, dass das Angebot speziell dort überhand genommen hat. „Vor lauter Dönerbuden weiß man ja gar nicht mehr, wohin man gehen soll“, sagt der Rentner und lacht.

Vor lauter Dönerbuden weiß man ja gar nicht mehr, wohin man gehen soll.

Werner Painczyk (77)

Er vermisst in der Innenstadt ein komfortables Café-Haus mit ruhiger Atmosphäre, ohne störende laute Musik im Hintergrund. „Wenn die dann auch noch einen Mittagstisch anbieten würden, wäre das perfekt“, ergänzt er. Bei ‚Mutter Wittig‘ habe er sich immer sehr wohlgefühlt und hoffe, dass das Restaurant gegenüber vom Baltz bald wieder eröffnet.

Malte Krause (27) wünscht sich mehr inhabergeführte Gastronomie in der Innenstadt und weniger Kettenläden. „Aber an sich ist die Auswahl schon gut“, betont er. Döner-Gastronomie findet er ungleichmäßig in der Innenstadt verteilt.

Gibt es zu viele Döner-Läden in Bochum?
Malte Krause (27) wünscht sich mehr inhabergeführte Gastronomie© Martin Lindner | Martin Lindner

Braucht es mehr vegane Läden in Bochum?

Leandros Anastasiadis (20), Amelie Stern (21) und Matilda Beer (21) schmeckt das gastronomische Angebot in der City gut. „Wir könnten aber mehr vegane Läden haben“, meint Matilda.

Ein Überangebot an Dönerbuden nehmen die drei Freunde nicht wahr, sondern finden, dass jeder seine Kundschaft verdient. „Es ist auch toll, dass beispielsweise im ‚Bermuda Döner‘ ein veganer Döner mit Seitan (Lebensmittel aus Weizenprotein mit fleischähnlicher Konsistenz, Anm. der Redaktion) angeboten wird“, hebt Amelie lobend hervor.

Gibt es zu viele Döner-Läden in Bochum?
Leandros Anastasiadis (20), Amelie Stern (21) und Matilda Beer (21) sind zufrieden. © Martin Lindner | Martin Lindner

Richtig zufrieden mit dem gastronomischen Angebot in der Innenstadt ist Roland Neubert nicht. Der Mittfünfziger vermisst einen „richtig guten Italiener“, wie er sagt. Fast-Food allgemein wird laut ihm in Bochum „viel zu viel angeboten“. 

Kelsie Onyibe (17) wünscht sich mehr Orte für Jugendliche und Schüler, wo Essen und Trinken zu niedrigeren Preisen angeboten werden. „Das würde sich gut in der Stadt machen“, denkt sie.

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Die Freundinnen Alina (27) und Laura Mirbeck (27) sind öfter im Bermudadreieck unterwegs. An der Vielfalt des gastronomischen Angebots haben sie weniger auszusetzen als vielmehr an der Uhrzeit, bis zu der noch warme Speisen serviert werden. „Nach 22 Uhr ist die Küche meistens schon geschlossen“, so Laura Mirbeck enttäuscht. Das sei ein Nachteil, wenn man am späten Abend noch mit Freunden oder Arbeitskollegen unterwegs ist.

Alina denkt, dass sich die Gaststätten optisch noch etwas mehr herausputzen sollten. „Das äußere Erscheinungsbild könnte ästhetischer sein, das prägt schließlich das Bild von der Stadt“, sagt sie.