Wenig Platz, viele Autos: Die Parksituation im Bochumer Stadtteil Grumme nahe des Ruhrstadions ist angespannt. Und die Stimmung im Wohnviertel rund um den Stormplatz auch. Etwa 30 Anwohnerinnen und Anwohner haben sich hier an einem nasskalten Dienstagnachmittag Anfang Februar versammelt. Sie alle berichten davon, „über Nacht“ einen Strafzettel wegen Falschparkens bekommen zu haben.

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Betroffen seien die Straßen Stormplatz, Lönsstraße, Gottfried-Keller-Straße, Ganghoferstraße, Grillparzerstraße sowie die Roseggerstraße.

Keine Parkplätze mehr im Bochumer Quartier: Für ältere Anwohner ein Problem

„Dabei parken wir hier seit 55 Jahren“, sagt Helga Schimeyer. Die 80-Jährige wohne bereits ihr ganzes Leben in dem Quartier. „Kontrolliert wurde hier nie.“ Dass es nun keinen Parkplatz mehr vor ihrem Haus gibt, ist für sie ein Problem. „Ich erhole mich gerade von einer schweren Erkrankung und bin auf einen Rollator angewiesen.“

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Wenn ihre Tochter sie zum Beispiel zum Arzt fährt, müsse sie weit weg parken und erst zu Fuß zum Auto gehen. „Das kostet Zeit und ist ein enormer Mehraufwand für uns“, so Schimeyer.

Anwohner protestieren am Dienstag, dem 3. Februar 2026 im Bereich des Stormplatz in Bochum;
Anwohnerin Helga Schimeyer muss jetzt umplanen, weil ihr Parkplatz vor dem Haus wegfällt.© FUNKE Foto Services | Walter Fischer

Was ist der Grund für die plötzlichen Strafzettel? „In allen genannten Straßen wurden Parkverstöße wegen unterschrittener Restbreiten geahndet“, erzählt Anwohner Thomas M. Klasmann. 35 Euro wurden dafür jeweils fällig.

Bochumer parken Jahrzehnte auf der Straße – durften das aber nie

Das heißt: Die Anwohner standen mit ihren Autos in den vergangenen Jahren immer auf der Fahrbahn, durften das allerdings nie. Laut Straßenverkehrsordnung muss auf der Straße neben geparkten Autos noch mindestens 3,05 Meter Platz sein, damit dort Rettungsfahrzeuge oder Müllwagen durchkommen.

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„Das können wir hier gar nicht einhalten“, so Klasmann. „Die Straßen sind vor mehr als 100 Jahren entstanden und sehr schmal gebaut.“ An den meisten Stellen seien sie nicht breiter als 4,50 Meter. Viele Autos sind mit Seitenspiegeln heutzutage mehr als zwei Meter breit. Bleiben 2,50 Meter – zu wenig.

Anwohner protestieren am Dienstag, dem 3. Februar 2026 im Bereich des Stormplatz in Bochum;
Die Straßen rund um den Stormplatz sind so schmal, dass neben einem geparkten Auto kaum ein anderes vorbeipasst.© FUNKE Foto Services | Walter Fischer

Was viele Anwohner wie Heike Jankowski stört: Die Kontrollen und damit auch die Strafzettel kamen ohne jede Ankündigung. „Natürlich ist allen Betroffenen klar, dass Rettungswege frei bleiben müssen. Aber man muss doch nicht sofort Knöllchen verteilen“, so Jankowski. Was sie auch stört: „Es fehlen die Alternativen für uns.“

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Viele Jahrzehnte habe sich niemand an den parkenden Autos gestört. Unisono heißt es von den mehr als 30 Anwohnern: „Wir hätten uns mehr Kommunikation von der Stadt erhofft.“

Anwohner sammeln Unterschriften und stellen Forderungen an die Stadt

Die hält dagegen: „Kontrollen der Verkehrsüberwachung werden grundsätzlich nicht angekündigt“, sagt Stadtsprecher Peter van Dyk.

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Bislang sei in dem Viertel nicht oft kontrolliert worden. „In den vergangenen Wochen gab es allerdings vermehrt Beschwerden über das Parkverhalten“, so van Dyk. Daher habe es „anlassbezogene Kontrollen“ gegeben. Dabei sei aufgefallen, dass die Fahrbahn durch parkende Autos zu schmal gewesen sei, teils sei auch auf Gehwegen geparkt worden.

Anwohner protestieren am Dienstag, dem 3. Februar 2026 im Bereich des Stormplatz in Bochum;
Thomas M. Klasmann sammelt Unterschriften, die er zusammen mit einer Liste an Vorschlägen an die Stadt Bochum übergeben hat.© FUNKE Foto Services | Walter Fischer

Und nun? Thomas M. Klasmann hat etwa 80 Unterschriften in der Nachbarschaft gesammelt und eine Interessengemeinschaft gegründet. Er fordert die Stadt auf, die Verkehrssituation neu zu bewerten.

Stadt Bochum: Änderungen an der Parkregelung derzeit nicht möglich

Seine Ideen: Einbahnstraßenregelungen, klar geregeltes einseitiges Parken mit Markierungen oder punktuelle Parkverbote an tatsächlichen Engstellen.

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„Die Bauverwaltung hat die Vorschläge geprüft“, sagt Peter van Dyk. Änderungen bei der Parkregelung seien aber nicht möglich. „Die Fahrbahnbreite liegt in Teilen unter 3,05 Metern und unterschreitet damit die gesetzlich erforderliche Mindestbreite, wodurch zusätzliche verkehrsrechtliche Anordnungen ausgeschlossen sind.“

Die Stadt prüfe aber, ob es in bestimmten Bereichen vereinzelt möglich sei, zu parken. Aussagen darüber seien aber derzeit nicht möglich.