Nach dem angekündigten Rückzug von Bochums CDU-Chefin Fee Roth (29) deutet sich für den Kreisparteitag am 7. März eine Kampfkandidatur um die Nachfolge an. Vor knapp einer Woche hatte Ex-OB-Kandidat Andreas Bracke angekündigt, gemeinsam mit Klaus Franz seinen Hut in den Ring zu werfen. Nun gibt es auch einen Gegenkandidaten: Fraktionschef Karsten Herlitz. Er informierte die CDU-Mitglieder am Montagabend über seine Bewerbung.

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Karsten Herlitz sagt, er sei von vielen Akteuren aus der Bochumer Gesellschaft und seiner eigenen Partei dazu gebeten worden. Er sei überzeugt, dass Bochum eine stark demokratisch geprägte Opposition brauche. „Um dies zu erreichen, sehe ich es als notwendig an, Fraktion und Partei aus einer Hand zu führen.“ Er wolle das verloren gegangene Vertrauen in die CDU in Bochum zurückgewinnen.

Neujahrsempfang des CDU-Ostverbandes Eppendorf
Zwei Ex-OB-Kandidaten im Team: CDU-Politiker Klaus Franz aus Bochum will zusammen mit Andreas Bracke kandidieren. © FUNKE Foto Services | Socrates Tassos

Öffentliche Schlammschlacht wurde in der CDU Bochum zum Problem

Auch Andreas Bracke hatte die vergangenen Monate in seiner Nachricht an die Mitglieder thematisiert. „Trotz guter politischer Arbeit entstand in der Bochumer Öffentlichkeit immer wieder der Eindruck einer mangelnden Geschlossenheit, die sich durch schlechte Kommunikation und fehlende Vertraulichkeit von internen Diskussionen nach außen darstellte.“

Damit gemeint sind etwa die öffentliche Schlammschlacht auf der Kreisvertreterversammlung sowie der kurzfristige Rückzug des ursprünglichen OB-Kandidaten Marc Adomat aus Leverkusen. Jetzt stehe eine Neuaufstellung an. „Kompetente und engagierte Parteifreunde und Parteifreundinnen, auf die wir uns in beachtlichem Umfang verlassen können, werden der CDU Bochum ein neues Gesicht geben und die Alternativen zu anderen Parteien wieder deutlich machen“, so Andreas Bracke.

Besonders der kürzliche Tod meiner Mutter hat mich feststellen lassen, dass ich weiterhin mehr Kraft und Zeit für andere wichtige Aufgaben und persönliche Themen benötige.

Fee Roth

CDU-Chefin Fee Roth (29) hatte angekündigt, ihren Parteivorsitz auch aus privaten Gründen abgeben und nicht erneut kandidieren zu wollen. „Diese Entscheidung habe ich nach sorgfältiger Abwägung und in voller Überzeugung getroffen. Besonders der kürzliche Tod meiner Mutter hat mich feststellen lassen, dass ich weiterhin mehr Kraft und Zeit für andere wichtige Aufgaben und persönliche Themen benötige“, schreibt sie in einer Mitteilung.

Fee Roth war die erste Frau, die die CDU in Bochum führte

Fee Roth war seit 2023 Partei-Chefin, das erste Mal wurde die CDU in Bochum von einer Frau geführt – und noch nie gab es eine so junge Führung.

Bereits damals war die Zustimmung parteiintern eher verhalten: Die damals 27-Jährige bekam nur 64 Prozent der Stimmen. Ein Misstrauensvotum wollte sie damals darin nicht sehen. Gerade bei älteren, vielfach skeptischen CDU-Mitgliedern müsse und werde sie Überzeugungsarbeit leisten, dass an der Verjüngung der Partei kein Weg vorbeigehe, hieß es damals.

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