Fünf Stationen sind es vom August-Bebel-Platz in Wattenscheid mit der Straßenbahn 302 bis zur Haltestelle „Gesamtschule Ückendorf“ in Gelsenkirchen. Sieben Minuten dauert die Fahrt planmäßig, 3,80 Euro kostet das Einzelticket dafür – bislang. Denn ab Juni werden 7,80 Euro für den Fahrschein fällig.

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Dahinter steckt die Tarifreform des VRR: Der Verkehrsverbund will sein Ticket- und Preissystem vereinfachen. Die Anzahl der Preisstufen wurde reduziert, das Wabensystem abgeschafft, und damit auch der bislang gültige „Zwei-Waben-Tarif“. Der sorgte dafür, dass für kurze Fahrten über Stadtgrenzen hinaus ein Ticket der Preisstufe A ausreichte.

Kommentar

VRR schafft Zwei-Waben-Tarif ab: Wen das in Bochum betrifft

Künftig gilt Preisstufe A aber nur noch innerhalb des Bochumer Stadtgebiets, maximal noch bis zur ersten Haltestelle in der Nachbarstadt. Der Fahrgastverband Pro Bahn hatte die VRR-Pläne im Herbst offensiv kritisiert. Fast acht Euro: „Ein solcher Preis ist für die meisten betroffenen Fahrten völlig unangemessen und schreckt neue Kunden ab“, mahnte Lothar Ebbers, NRW-Sprecher des Verbands.

Die Änderung trifft in erster Linie Gelegenheitsfahrer, die mit klassischen Einzelfahrscheinen unterwegs sind. Und in Bochum, so Pro Bahn, gebe es gleich eine Vielzahl von Beispielen für betroffene Verbindungen: von Wattenscheid nach Gelsenkirchen oder Essen etwa, von Gerthe nach Castrop-Rauxel Süd, aus Stiepel nach Witten oder Hattingen oder aber aus Dahlhausen nach Essen-Steele.

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Bus- und Bahnfahren in Bochum: Alte Strukturen „nicht mehr zeitgemäß“

Seit dem 1. Januar ist eine im Herbst vom VRR-Verwaltungsrat beschlossene Preiserhöhung in Kraft. Wann die Abschaffung der Waben und des Zwei-Waben-Tarifs umgesetzt werden sollte, blieb zunächst offen. Auf Nachfrage teilte VRR-Sprecher Dino Niemann mit, dass dies zum 1. Juni 2026 greifen werde.

Der VRR argumentiert damit, dass die alten Regelungen zu kompliziert seien. Der Zwei-Waben-Tarif sei geschaffen worden, um „Tarifhärten an Stadtgrenzen abzumildern“. Aber: „Neue Mobilitätsformen und die hohe Akzeptanz moderner Ticketangebote (...) haben gezeigt, dass starre, historisch gewachsene Tarifstrukturen nicht mehr zeitgemäß sind“, heißt es.

Weniger als ein Prozent der heutigen Kundinnen und Kunden sind von der Umstellung betroffen. Das ist für uns ein Beleg, dass sich die Mobilitätslandschaft im VRR immer weiter verändert.

VERSTEHEN: Erstes Interview mit dem neuen VRR-Vorstand Oliver Wittke.
Oliver Wittke, Vorstandssprecher des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR)

Inzwischen machten das Deutschland-Ticket (80 Prozent des Gesamtumsatzes) und der digitale Tarif „eezy“ den größten Anteil der Verkäufe im Verkehrsverbund aus. Weniger als ein Prozent der heutigen Kundinnen und Kunden seien von der Umstellung betroffen, so der VRR. „Das ist für uns ein Beleg, dass sich die Mobilitätslandschaft im VRR immer weiter verändert“, sagt Vorstandssprecher Oliver Wittke.

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Fahrgastverband Pro Bahn fordert Alternativen zum „eezy“-Tarif

Für Gelegenheitsfahrer propagieren die Verkehrsbetriebe im VRR ihren „eezy“-Tarif: Fahrgäste checken dafür zu Beginn einer Fahrt mit dem Smartphone ein, beim Ausstieg wieder aus und bezahlen dann neben einem Grundpreis nur für die Luftlinie der zurückgelegten Strecke. Für die eingangs beispielhaft genannte Fahrt vom August-Bebel-Platz zur Gesamtschule Ückendorf werden da etwa 2,60 Euro fällig – deutlich weniger als für die Einzelfahrt der Preisstufe A.

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Pro Bahn, aber auch den Fahrgastverband Verkehrsclub Deutschland (VCD) hingegen stört, dass nicht alle Fahrgäste in der Lage oder willens seien, sich für eine Bus- oder Bahnfahrt mit einem Smartphone der neuesten Generation zu registrieren und orten zu lassen. Pro Bahn beispielsweise fordert Alternativen zum „eezy“-Tarif: „Eine Nutzung mit aufladbarer Guthabenkarte oder Bankcard muss wie in den benachbarten Niederlanden und vielen anderen Ländern möglich sein.“ Der VRR testet bei der Düsseldorfer Rheinbahn im Rahmen eines Pilotprojekts die Einführung eines bargeld- und papierlosen Systems.