Schon bei der Ankunft im Bochumer Tierheim war klar: „Das ist ein Paar, das sich gefunden hat“, sagt Tierpflegerin Cindy-Michelle Berndl. Eng aneinandergeschmiegt hätten die zwei Kaninchen in ihrer Transportbox gesessen. Berndl gab ihnen die Namen Ying und Yang. Im Oktober 2024 seien die beiden als Fundtiere zu ihnen gekommen. „Vermisst hat sie seitdem niemand.“ Anfragen habe es bislang auch keine gegeben.

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Dabei seien die zwei kastrierten Kaninchen „umgängliche, gut miteinander harmonierende Charaktere“. Yang sei der Neugierige, Ying eher der Ruhepol. Vermittelt werden sie nur im Doppelpack. Eine Trennung kommt für das Heim nicht infrage. „Das wäre, als würde man eine Beziehung auf Zwang trennen.“
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Ihr Alter schätzen die Tierpfleger auf vier bis fünf Jahre. „Das machen wir anhand der Zähne fest“, erklärt Berndl. „Es kann aber auch sein, dass sie schon sechs oder sieben sind, wenn sie für ihr Alter sehr gute Zähne haben – oder erst drei, wenn sie schlechte haben.“
Warum die Vermittlung der Kaninchen so schwierig ist
Zunächst wollte das Tierheim Ying und Yang nicht an Anfänger vermitteln. Der Grund: Kaninchenweibchen Ying leidet an einem chronischen Schnupfen. „Wenn er auftritt, kann die Behandlung für Anfänger durchaus anspruchsvoll sein.“ Die ersten Symptome zeigten sich schon kurz nach ihrer Ankunft. „Sie hat Niesattacken bekommen, dazu kamen dann Nasen- und Augenausfluss.“ Seitdem träten die Beschwerden immer mal wieder auf. Die Ursache vermutet die 24-jährige Tierpflegerin in einer Allergie. „Wahrscheinlich reagiert sie auf die Staubpartikel im Einstreu.“
Da bislang jedoch keine einzige Anfrage eingegangen sei, freue sich das Bochumer Tierheim mittlerweile über jedes ernsthafte Interesse. „Auch engagierte Menschen ohne Vorerfahrung kommen infrage, solange sie bereit sind, sich einzulesen“, sagt Cindy-Michelle Berndl. Angst müsse niemand haben: Das Fachpersonal stehe den neuen Haltern auch nach der Vermittlung zur Seite. „Wenn es zu einem Ausbruch kommt, könnten sie sich bei uns melden.“ Die Fundstelle verfüge über eine eigene Tierärztin, die könne Ying dann medikamentös einstellen. „Auch die Kosten könnten so über uns laufen.“
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Abgesehen davon führten die zwei ein „ganz normales Kaninchenleben“. Ihr neues Zuhause sollte aufgrund der Vorgeschichte jedoch möglichst staubarm sein, da für Ying und Yang ausschließlich Innenhaltung infrage komme. Stubenrein seien beide. Ideal wäre ein kleiner, extra für sie eingerichteter Raum oder die Möglichkeit, sich in der Wohnung frei zu bewegen. „Wenn man lüftet, setzt man sie am besten kurz in einen anderen Raum“, rät Berndl.
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Streicheleinheiten genießen Ying und Yang bisher nur bedingt. „Das könnte aber auch am Trubel im Tierheim liegen. Durch die vielen Gerüche und wechselnden Personen stehen sie unter Stress.“ In einer ruhigen Umgebung könne sich das ändern: Mit Geduld und Zeit könnten die Tiere durchaus zutraulicher werden.
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Sorge bereitet der Tierpflegerin vor allem die lange Aufenthaltszeit. Ein Jahr im Tierheim sei für Kaninchen schon „sehr, sehr lang“. Normalerweise würden sie nach zwei bis drei Monaten vermittelt. „Unsere Befürchtung ist, dass sie hier versterben, wenn sich das bald nicht ändert“, sagt Berndl. Die Umgebung tue ihnen nicht gut. „Ihnen fehlt die Abwechslung, und wir haben nur begrenzt Zeit für die beiden.“
Die Tierpflegerin sorgt sich: „Wenn sie nicht bald ein Zuhause finden, besteht die Gefahr, dass sie Depressionen entwickeln.“ Die könne nicht nur bei Menschen auftreten. „Dann stellen sie das Fressen ein. Davon hatten wir leider schon ein paar Fälle.“
So ist das Tierheim erreichbar
Alle Tiere, für die ein neues Zuhause gesucht wird, stellt das Team des Bochumer Tierheims auf seiner Website vor. Wer Interesse an einem Tier hat, kann sich telefonisch (0234/295950) oder per Mail (info@tierheim-bochum.de) informieren bzw. auf diesen Wegen einen Termin für einen persönlichen Besuch im Tierheim vereinbaren.











