Mit markigen Worten eröffnet Tim Raue die neue Episode seiner Sendung „Tim Raue isst!“ bei MagentaTV: „Die Currywurst teilt Deutschland wieder in Ost und West.“ Der ewige Streit, ob nun die Ruhrgebiets-Currywurst oder ihr Pendant aus Berlin die einzig wahre Currywurst Deutschlands ist, verleitete den Fernseh-bekannten Sternekoch (u.a. „The Taste“ und „Raue – Der Restaurantretter“) nun zum großen Test.
Anfang Juli besuchte der 51-Jährige die Fleischerei Dönninghaus in Bochum, ließ sich von Metzgermeister Dirk Schulz die Herstellung und Verkaufsräume zeigen. Gleiches tat Raue an der Berliner U-Bahn-Haltestelle Gesundbrunnen beim Kult-Imbiss Curry Baude. Beide Familienbetriebe umfassen nun schon drei Generationen von Mitarbeitenden, beide halten ihre Preise bis heute möglichst fair, sind Anlaufstelle für Nachbarn, Einheimische und Touristen.
Tim Raue und die Currywurst: Große geschmackliche Unterschiede
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Damit aber genug der Gemeinsamkeiten: „Die Ruhrgebiets- und die Berliner Currywurst haben sich diametral voneinander entwickelt“, weiß Raue. Und dies nicht nur, weil man sie in Teilen Berlins, bevorzugt im Osten, ohne Darm isst. Insbesondere bei den Saucen zeigen sich Differenzen. Die Sauce bei Curry Baude? „Komplex, vielschichtig, bestes Saucenerlebnis, das ich kenne“, urteilt Raue. Dort werden zwei verschiedene Saucen mit Currypulver zusammengemischt.
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An der Bochumer Dönninghaus-Sauce findet der Fachmann hingegen eher wenig Gefallen: „Eine blanke Herausforderung. Ich schmecke diese Gewürzketchup-Noten, damit kannst du den Teufel aus mir rausholen. Da ist so viel Säure drin, da brauchst du ein Bier, um das zu balancieren.“ Was Dirk Schulz nur grinsend und salopp kommentiert: „Im Ruhrgebiet wollen die Leute genau das, eine scharfe Sauce.“ Und das Bier nehmen bekanntlich viele ohnehin automatisch dazu – nicht nur bei den VfL-Heimspielen im Ruhrstadion, wo sich beide vor laufender Kamera angeregt über die Faszination Currywurst und die Geschichte des Unternehmens unterhielten.
Tim Raue isst!: Die beste Wurst kommt aus Bochum, aber ...
Bei der Wurst hingegen dreht sich das Urteil des Experten um: Das Dönninghaus-Erzeugnis ist die „beste Wurst als Currywurst, die ich je gegessen habe. Von der werde ich träumen, die schmeckt selbst kalt im Kühlhaus. Der Darm schmilzt auf der Zunge, knuspert klein und fein, das Fett der Wurst ist so schön changiert, ich dachte erst gar nicht, dass es Schwein ist.“
Da kann Berlin definitiv nicht mithalten. Auf die Lobeshymne folgt die Auszeichnung: Ein knallpinkes „Tim Raue isst hier grandios“-Magnetschild schmückt nun den Einlassbereich von Dönninghaus auf der Bochumer Brückstraße.
Doch welche Currywurst ist denn nun insgesamt die beste in Deutschland? Am Ende gibt es kein glasklares, sondern ein für beide Seiten versöhnliches Urteil. Die beste Currywurst kombiniert die Berliner Sauce mit der Bochumer Wurst – und diese Kreation präsentierte Tim Raue in seinem Berliner „Sphere“-Restaurant am vergangenen Freitagmorgen auch Dirk Schulz sowie der Betreiberfamilie von Curry Baude um Urgestein Reina Lehmann.
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Die Stimmung bei der „Currywurst-Heirat“ vor Ort war überaus freundlich. „Das ist ein Geschmackserlebnis, es harmoniert einfach super zusammen. Ich muss sagen, ich bin total begeistert davon“, kommentierte Dirk Schulz. Und auch Reina Lehmann war voll des Lobes: „Die Bochumer Wurst ist natürlich ein Hammer! Da haben sie einen Fleischermeister gefunden, der eine Wurst machen kann! Das hat man hier in Berlin auch, aber nicht allzu oft.“ Ruhrgebiet und Bundeshauptstadt in trauter Einigkeit, Tim Raue sah seine Herausforderung als erledigt an: „Wir wollen auf dem Teller die Dinge zusammenführen und damit gemeinsam etwas Besseres schaffen.“
Ein neues Produkt für Bochum?
Ab Januar soll Tim Raues Currywurst-Kreation dann vorerst exklusiv in seinem „Sphere“-Restaurant im Fernsehturm angeboten werden. „Ganz klar als Hommage an Dönninghaus und Curry Baude“, sagt Raue. Vielleicht lässt sie sich bald aber auch in Bochum kosten. „Ich könnte mir schon vorstellen, dass wir die Currywurst auch bei uns im Ladengeschäft anbieten, damit unsere Leute das einfach mal probieren können“, deutete Dirk Schulz an.