Die Bochumer Literaturszene trauert um Rainer W. Campmann: Der Schriftsteller ist bereits am 26. September nach langer Krankheit gestorben. Er wurde 80 Jahre alt.

Täglich (außer Samstag)

Deep im Westen: Jetzt kostenlos anmelden!

Karo, Sarah und Marian bringen Dir am Abend die wichtigsten Bochum-News direkt ins Postfach.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Campmann wurde im sauerländischen Winterberg geboren und lebte danach in Bochum. Bevor er sich der Literatur widmete, war er in vielen anderen Berufsfeldern aktiv. Er war Seemann, Schlosser, Lkw-Fahrer und Journalist. Ab 1970 veröffentlichte er erste Gedichte und Prosastücke, seit 1975 arbeitete er als freier Schriftsteller. Er verfasste Erzählungen und Gedichte, die hauptsächlich in Anthologien erschienen sind.

Auch interessant

Dabei habe er sich nie an den Schreibtisch gesetzt, um sich etwas auszudenken, erzählte Campmann zu seinem 75. Geburtstag im Gespräch mit unserer Redaktion. Alles, was er schreibe, sei dem Leben und der Erfahrung abgeschaut. Für ihn sei „alles politisch“, sagte Campmann: „Das Leben, das Miteinander und der künstlerische Austausch.“

Erzählband zeigt Campmanns literarische Vielfalt

Nachzulesen ist dies etwa in seinem Erzählband „Brüche oder Die Welt in den Novemberkeiten“ (2016). Zuletzt brachte er 2018 das Buch „Ein glückliches Paar“ heraus, das gemeinsam mit dem Bochumer Künstler H.D. „Oskar“ Gölzenleuchter entstand. Beide verband eine langjährige Freundschaft.

+++ Abonnieren Sie hier den kostenlosen Kultur-Newsletter aus Bochum! Kultur-Redakteur Sven Westernströer versorgt Sie jeden Donnerstag mit den besten Tipps aus dem Schauspielhaus, dem Musikforum und Co. +++

„Wir kannten uns seit dem Jahr 1966 und haben uns danach nie aus den Augen verloren“, erinnert sich Gölzenleuchter. „Wir haben viel diskutiert und waren oft anderer Meinung. Unserer Freundschaft hat das aber nicht geschadet.“ Campmanns Werk sei ein Stück Literaturgeschichte des Ruhrgebiets.