„Guck mal da!“, und „Wie süß!“ – hört man die Kinder neben dem Seehundbecken im Bochumer Tierpark rufen. Kein Wunder, denn es gibt Nachwuchs! Ende Juni brachten die beiden Seehundmütter Babsi und Cindy jeweils ein Weibchen zur Welt. Anfang Juli folgte dann auch das dritte Jungtier: die Tochter der Seehündin Blue. Seitdem ist der Besucherandrang rund um das große Becken noch einmal gestiegen.
Namen für Bochumer Seehundebabys steht noch nicht fest
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Eine Frage hören die Tierpfleger und Tierpflegerinnen gerade besonders oft: „Wie heißen sie denn?“ Doch darauf gibt es noch keine Antwort und das hat einen guten Grund. „Wir brauchen Namen, die phonetisch möglichst unterschiedlich sind“, erklärt Tierpflegerin Inga Riebel. Das ist vor allem fürs Training wichtig, die Tiere sollen ihre Namen eindeutig erkennen können. Außerdem sollte der Name in verschiedenen Sprachen gut aussprechbar sein, wenn sie einmal umziehen.
Im Alltag gibt es zwar bereits Gebrauchsnamen, um die Kommunikation zu erleichtern. Ob diese Namen aber tatsächlich bleiben, ist noch offen. Solange bleiben sie noch geheim. Denn bevor die Namen bekanntgegeben werden, müssen die Jungtiere sie erst selbst zuverlässig erkennen und darauf reagieren können.
Robbenbabys im Bochumer Tierpark sind Halbgeschwister
Zwar hat jeder der kleinen Heuler eine andere Mama, doch der Papa ist von allen derselbe. Deshalb müssen die drei Jungtiere auf Dauer auch umziehen, damit sie sich nicht untereinander vermehren. Das soll wahrscheinlich im Winter passieren. „Die können aber auch bis zu einem Lebensjahr problemlos hier bleiben. Da machen wir uns keinen Stress.“ Interessenten gibt es aus dem skandinavischen Raum – fest steht allerdings noch nichts.
So winzig wie man sich Seehundbabys vielleicht vorstellt, sind sie gar nicht. Mit rund zehn Kilogramm Gewicht und etwa einem halben Meter Körperlänge kommen sie zur Welt. „Wenn es richtig gut läuft, nehmen sie bis zu einem Kilo pro Tag zu“, erklärt Riebel. Inzwischen bringen die drei Neuzugänge schon jeweils knapp 20 Kilogramm auf die Waage. Aktuell befinden sie sich noch in der Säugezeit und werden von ihren Müttern mit Milch versorgt. Danach steht ausschließlich Fisch auf dem Speiseplan.
Schlafende Seehunde beunruhigen Bochumer Tierparkbesucher
Zum Schlafen liegen Seehunde entweder an Land oder treiben im Wasser. „Manchmal sinken sie auch bis auf den Grund ab“, erklärt Kerstin Schulze, die stellvertretende Zoodirektorin. Das sei aber kein Grund zur Sorge – in den vergangenen Tagen habe es vermehrt besorgte Anfragen von Besuchern gegeben. „Da konnten wir aber zum Glück Entwarnung geben. Das ist völlig normal.“
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Ungefähr 20 Minuten können sie unter Wasser bleiben, bis sie wieder an die Oberfläche kommen müssen. „Aus Erfahrung können sie aber auch länger abtauchen.“ Vor allem, wenn unbeliebter Besuch vom Tierarzt kommt.
Wichtiger Bestandteil des Bochumer Tierparks – Artenerhalt
„Wir sind zwar eine Freizeitorganisation, aber Zoo bedeutet so viel mehr“, sagt die Vizedirektorin. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit sei der Artenerhalt. „Der Bestand der Seehunde wird langfristig abnehmen.“ Das liege an tiefen ökologischen Verhältnissen. „Das ist ziemlich komplex.“
Ein Grund mehr für sie, sich den Erhalt und Schutz der Tiere zur Aufgabe zur machen. Seit dem vergangenen Jahr gilt der Bochumer Tierpark als Einrichtung für nachhaltige Bildung. „Wir sind ein außerschulischer Lernort.“