Die Bochumer Kulturszene trauert um Kurt Schrage: Der Fotograf, Autor und Dozent ist nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Er wurde 75 Jahre alt.
Kurt Schrage: unermüdlich im Kulturleben in Bochum aktiv
Der gebürtige Delmenhorster, der seit seiner Kindheit im Ruhrgebiet lebte, war eine schillernde Persönlichkeit und seit Jahrzehnten unermüdlich im Bochumer Kulturleben aktiv. In seinen vielfältigen, fotografischen Arbeiten hatte er vor allem ein Herz für die Menschen in den Grauzonen der Gesellschaft.
Neues aus der Bochumer Kulturszene
Packende Reportagen verfasste er über Geheimbünde wie Templer und Freimaurer ebenso wie über Tätowierer, Straßentänzer und Knastbrüder. Als Fotograf und Autor galt Schrage als versierter und viel beachteter Geschichtenerzähler. Er arbeitete unter anderem für die taz, die Süddeutsche Zeitung, Marabo, Prinz sowie für die WAZ.

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Seit 1999 fand der Bochumer seine Passion als Dozent für Fotografie an der Ruhrakademie in Schwerte. Von seinen Schülerinnen und Schülern forderte er das, was er auch von sich selbst verlangte: an ihre Grenzen zu gehen und oft auch darüber hinaus. Was dazu führte, dass ungewöhnlich viele seiner Schützlinge mit Preisen dekoriert wurden.
Wenn ich davon einen Tennisarm bekomme, kann ich der Mausklick-Arie immerhin eine sportliche Komponente abgewinnen.
Kurt Schrage über das Digitalisieren seiner vielen Fotos
Obwohl sein eigenes Fotoarchiv nach eigenen Angaben aus etwa 30.000 Negativen und Dias bestand, fremdelte er lange mit der Digitalfotografie. Eher widerstrebend ließ er sich darauf ein, sein Material zu digitalisieren: „Wenn ich davon einen Tennisarm bekomme, kann ich der Mausklick-Arie immerhin eine sportliche Komponente abgewinnen“, sagte er.
In jungen Jahren war er Leistungsruderer
Kurt Schrage war in jungen Jahren Leistungsruderer und blieb zeit seines Lebens Sportler, ja: Kämpfer. Der Vater eines Sohnes und einer Tochter setzte sich oft für andere ein – ob er nun einen Verfolgten des Nazi-Regimes unterstützte oder jugendliche Migranten beim Urban-Art-Projekt „Pottporus“ half. Bei einem seiner letzten Projekte begleitete er mit viel Leidenschaft das Bochumer „Wright“-Festival.
sw




