Eine Menschentraube versammelte sich am Samstagmittag in der Bochumer Innenstadt an der Ecke Kortumstraße/Bongardstraße. Aus der Mitte klangen Trommeln, ein Akkordeon spielte, Gesang drang nach außen: „Wehrt euch, leistet Widerstand, gegen Hass und Hetze hier im Land“, sangen mehrere Stimmen: „Auf die Barrikaden“, klang es weiter.

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Die „Omas gegen Rechts“ veranstalteten in Bochum einen Flashmob in Zusammenarbeit mit der Ko-Fabrik. Aus drei Richtungen kamen sie mit ihren Schildern nacheinander auf die Kreuzung zu, versammelten sich um die Musikinstrumente und fingen an zu singen. Dabei streckten sie immer wieder ihre Schilder in die Luft. „Ich will Liebe statt Hass“, stand auf einem. „Ich will nicht, dass meinen Kindern das Denken verboten wird“, auf einem anderen.

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Flashmob in Bochumer Innenstadt: „Tat Menschen gut“

„Ich habe das Gefühl, dass das den Menschen richtig guttat“, sagt Brigitte Tigges-Knappstein von der Öffentlichkeitsarbeit der „Oma gegen Rechts“. „Vor allem nach dieser politischen Woche.“ Geplant war der Flashmob schon lange – unabhängig von der Entscheidung im Bundestag und der Debatte um die CDU und Friedrich Merz. „Seit bekannt ist, dass die Wahl schon im Februar stattfindet, planen wir den Flashmob. Dass das zeitlich so passte, war Zufall“, sagt Tigges-Knappstein.

Omas gegen Rechts
„Wir setzen uns immer und überall für den Erhalt der Demokratie ein, für Solidarität, gegen Rassismus, gegen Diskriminierung und gegen Frauenfeindlichkeit“, sagt Brigitte Tigges-Knappstein nach dem Flashmob der „Omas gegen Rechts“ in der Bochumer Innenstadt.© FUNKE Foto Services | Klaus Pollkläsener

Mit 25 Personen habe sich die Gruppe auf den Flashmob vorbereitet. Die Wirkung aber strahlte auf die umstehenden Passanten über, die in den Chor mit einstimmten. „Das macht Mut, die nächsten drei Wochen nochmal Gas zu geben“, sagt Tigges-Knappstein.

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„Omas gegen Rechts“ wollen Präsenz in Bochum erhöhen

Ihr sei es sehr wichtig, mit solchen Aktionen ein Zeichen zu setzen – besonders vor der anstehenden Bundestagswahl. „Ich mache mir wirklich Sorgen um unsere Demokratie“, sagt Tigges-Knappstein: „Die Demokratie ist für mich die einzig denkbare Staatsform, und ich sorge mich, dass die beschädigt wird.“ Es sei ihr persönlicher Ansporn, sich für die Zukunft ihrer Kinder und zukünftigen Enkelkinder einzusetzen. „Die Demokratie ist das Höchste und die muss erhalten bleiben.“

Omas gegen Rechts
Begleitet wurde der Flashmob in der Bochumer Innenstadt von Trommlern und einem Akkordeon-Spieler.© FUNKE Foto Services | Klaus Pollkläsener

Die „Omas gegen Rechts“ sind eine überparteiliche, zivilrechtliche Initiative. „Unser Anliegen ist in erster Linie, dass die Menschen wählen gehen und dass sie ,richtig‘ wählen“, sagt Tigges-Knappstein: „Wir setzen uns immer und überall für den Erhalt der Demokratie ein, für Solidarität, gegen Rassismus, gegen Diskriminierung und gegen Frauenfeindlichkeit.“

Generell wollen die „Omas gegen Rechts“ ihre Präsenz vor der Bundestagswahl verstärken. Jeweils am ersten Samstag im Monat ist die Gruppe mit einem Stand in der Bochumer Innenstadt vertreten. „Bis zur Wahl möchten wir jeden Samstag in verschiedenen Stadtteilen präsent sein“, sagt Tigges-Knappstein. „So einen Zulauf an unserem Stand wie heute hatten wir, glaube ich, lange nicht“, freut sie sich.