Popkultur in einem barocken Gebäude, passt das? Ja, tut es. „In Schloss Benrath hat schon immer zeitgenössische Kunst stattgefunden, von daher war es für uns überhaupt keine Frage, die Kunst von Johnny Depp hier zu zeigen.“ Das sagt Stefan Schweizer aus dem Vorstand der Stiftung Schloss und Park Benrath im XXL-Entree des Gebäudes. Um ihn herum Depps gerahmte Collagen vom „Bunnymen“, einer Alptraumgestalt aus der Kindheit des Schauspielers. Am Sonntag, 30. August, wird die Ausstellung „The Art of Johnny Depp“ in Schloss Benrath (Hauptgebäude) eröffnet.. Und Schweizer wirbt: „Ich weiß, dass in Hollywood auch viel Schrott produziert wird, da sollte man bei Johnny Depp aber sehr vorsichtig sein.“
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Schweizers Vorstandskollege Nicolas Maas freut sich über die große Resonanz, die „The Art of Johnny Depp“ erfährt. „Es ist schön, dass wir durch die Ausstellung ein anderes Klientel ins Schloss holen, als nur diejenigen Menschen, die kunsthistorisch interessiert sind.“ In den ersten vier Stunden nach Beginn des Ticketverkaufs seien bereits 3500 Karten weg gewesen. Die Eröffnung am Sonntag sei restlos ausverkauft. Und für die „begehrten Slots“ an den Wochenenden gäbe es auch nur noch einige Restkarten. Die Schau läuft vier Wochen, bis zum 27. September.
Ich weiß, dass in Hollywood auch viel Schrott produziert wird, da sollte man bei Johnny Depp aber sehr vorsichtig sein.
Stefan Schweizer, Vorstand Stiftung Schloss und Park Benrath
Wer hofft, bei seinem Besuch den Künstler selbst anzutreffen, wird wohl kein Glück haben. Denn Johnny Depp war schon da. Und zwar am Freitagnachmittag, bevor er mit seiner Band „Hollywood Vampires“ ein Konzert in der Kölner Lanxess-Arena im Rahmen einer kleinen Deutschland-Tour spielte. Der Hollywoodstar ließ sich von Schweizer, Maas und Kurator Ted Bauer (Geschäftsführer der Queens Kunstgalerien) durch die Ausstellung führen. Und war begeistert: „Shockingly beautiful“, entfuhr es den umstrittenen Weltstar.
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Und tatsächlich: Depps Werke, die sich irgendwo zwischen Neoexpressionismus, Pop Art und autobiografischer Symbolhaftigkeit bewegen, entwickelt im historischen, Ehrfurcht einflößenden Ambiente des Benrather Schlosses eine besondere Kraft. Neben dem „Bunnymen“ entdeckt man immer wiederkehrende Motive. Etwa Bilder mit dem Titel „Death by Confetti“, eine Abrechnung mit dem manchmal zerstörerischen Glamour in der Hollywood-Industrie. Ganz anders kommt die „florale Serie“ her, die auf Depps Zeit mit Ex-Frau Vanessa Paradis in Paris zurückgeht. Dort wurde auch die gemeinsame Tochter Lily-Rose geboren.

„Wir wussten, dass wir mit dieser außergewöhnlichen Ausstellung ein Highlight nach Düsseldorf holen, aber dieser Ansturm übertrifft unsere Erwartungen“, sagt Maas. „Das zeigt, welche enorme Anziehungskraft Johnny Depps Kunst im Zusammenspiel mit dem historischen Ambiente unseres Schlosses besitzt.“ Die Tickets sind auf 30.000 Stück limitiert, laut der veranstaltenden Stiftung soll es keine Tageskasse vor Ort geben.
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„The Art of Johnny Depp“ in Düsseldorf: Kunstausstellung zwischen Kritik und Ticket-Hype
Die Ausstellung kündigte sich bereits im Juli an. Im Rahmen der ersten Drohnenshow der Düsseldorfer Rheinkirmes wurde das Kunstwerk „Bunnyman“ des umstrittenen Künstlers und Schauspielers gezeigt. Die „ikonische“ Darstellung sollte dabei einen Vorgeschmack auf die „Bildwelten“ geben, die in den kommenden Wochen im Schloss Benrath dargestellt werden sollen.

Während die starken Verkaufszahlen ein deutliches Zeichen dafür setzen, dass die Popularität des Schauspielers weithin Menschen in den Düsseldorfer Süden ziehen wird, finden sich gerade in den sozialen Medien auch immer wieder kritische Stimmen zur Personalie Depp. „Ich finde eine Ausstellung von Johnny Depp ehrlich gesagt ziemlich daneben. Wieder wird ein Mann gefeiert, gegen den schwere Gewaltvorwürfe im Raum standen“, schreibt etwa ein Account unter den Ankündigungs-Post der Ausstellung auf Instagram.
Der Großteil der Nutzer in den Kommentaren reagiert jedoch positiv auf die Ausstellung. Depp wird etwa als großer Künstler gefeiert, dessen Portfolio weit über seinen schauspielerischen Erfolg hinausreicht. Gleichzeitig werden auch von Verteidigern des Schauspielers die Vorwürfe von dessen Ex-Frau Amber Heard aufgegriffen. „Angesichts der Debatte hier: Danke für die – leider in Deutschland immer noch – mutige Entscheidung, an der Korrektur eines Rufmords teilzunehmen. Bravo“, heißt es etwa an die Veranstalter gerichtet.
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Johnny Depp spielt vor Ausstellungsbeginn Konzert in Köln
Dass Johnny Depp die Ausstellung in Düsseldorf selbst besucht, liegt nah. Ende August tourt die Band Hollywood Vampires durch Deutschland. Die Band, der neben Depp auch Alice Cooper angehört, spielt am 28. August in der Lanxess-Arena in Köln und am 30. August in Hamburg.
Tickets für die Ausstellung sind weiterhin über den Onlineshop des Schlosses Benrath erhältlich. Ein Tagesticket kostet dabei 24 Euro für Erwachsene und 15 Euro ermäßigt. Kinder unter sieben Jahren kommen gratis rein. Daneben gibt es auch noch die „Evening Experience“, bei der die Ausstellung mit „kulinarischen Akzenten“ angereichert wird. Tickets hierzu kosten 99 Euro. Weitere Infos und Tickets gibt es online unter www.tickets.schloss-benrath.de.


