Zusammenfassung
- Ein Unternehmer aus NRW wurde durch einen Schockanruf um mehrere Millionen Euro an Geld und Schmuck betrogen.
- Die Polizei hat ein Phantombild eines Tatverdächtigen veröffentlicht und bittet um Hinweise.
- Experten raten, bei solchen Anrufen sofort aufzulegen und im Zweifel die Polizei zu informieren.
Nach dem spektakulären Schockanruf, bei dem ein Unternehmer aus Nordrhein-Westfalen um Geld und Schmuck im Millionen-Wert betrogen wurde, hat die Polizei nun ein Phantombild eines mutmaßlichen Tat-Beteiligten veröffentlicht. Das Bild basiert auf den Angaben des Opfers. Demnach war der Gesuchte an der Übergabe der Beute beteiligt.
Der Tatbeteiligte wird wie folgt beschrieben: Er ist etwa 175 Zentimeter groß, trägt etwa fünf Zentimeter langes, mittelblondes Haar. Seine Haut ist „auffällig glatt, fast makellos“. Der Mann soll gebrochenes Deutsch gesprochen haben, vom Erscheinungsbild her stamme er möglicherweise aus Osteuropa. Bekleidet war er mit einem Hoodie (Kapuzenpullover) ohne Applikationen und einer rotbraunen Cordhose. Er führte einen älteren Handwagen mit, „wie ihn Zeitungszusteller nutzen“, so die Kriminalpolizei.
Die Tat ereignete sich am 3. Februar dieses Jahres. Sie sorgte angesichts der hohen Schadenssumme bundesweit für Aufsehen; die Rede ist von mehreren Millionen Euro. Nach Angaben der Polizei hatte das Opfer einen Anruf über seine private Telefonnummer erhalten, in dem die Täter ihm erklärten, dass seine Tochter einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe. Dabei sei eine schwangere Frau gestorben, bei der es sich um die Tochter eines serbischen Diplomaten gehandelt habe. Um den Forderungen des Diplomaten gerecht zu werden, benötige man Geld und Wertgegenstände.
Zwei „Übergabesituationen“
Am Abend desselben Tages sei es, so die Polizei, „zu einer ersten Übergabesituation“ gekommen, am Mittag des 4. Februar zu einer weiteren Übergabe. Der Mann händigte den Betrügern demnach Schmuck, Uhren, Bargeld und Gold aus. Zu weiteren Umständen der Übergabe, etwa den Ort und die Beteiligten, äußerte sich die Polizei bisher nicht. Offenbar hat das Opfer aber persönlich die Beute übergeben. Da wegen des bandenmäßigen Betrugs ermittelt wird, ist zudem von mehreren Tätern auszugehen. Das passt ins Bild vergleichbarer Taten: Üblicherweise schlüpfen Kriminelle bei Schockanrufen in unterschiedliche Rollen, etwa die eines Polizisten, eines Staatsanwaltes oder eines Anwaltes, um das Opfer zu überzeugen und psychisch unter Druck zu setzen.
Die Kriminalpolizei hat „aufgrund der sehr hohen Schadenssumme“ eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Zuständig ist das Polizeipräsidium in Hagen, das unter der Rufnummer 02331-986 2066 Hinweise entgegennimmt. Abgesehen vom Phantombild gebe es bisher allerdings keine weiteren Ermittlungserkenntnisse, „die veröffentlicht werden könnten“, teilte ein Sprecher der Polizei auf Anfrage der WESTFALENPOST mit.
Polizei und Experten raten, bei Schockanrufen sofort aufzulegen und diejenigen zu kontaktieren, die angeblich in Not sind. Sind diese Personen nicht erreichbar, sollte man den Notruf 110 wählen und die Polizei informieren.



