• In Erkrath im Kreis Mettmann ist am Dienstagnachmittag ein Großbrand ausgebrochen. Das Schulzentrum im Ortsteil Hochdahl wurde nahezu komplett zerstört.
  • Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot an Kräften vor Ort. Die Löscharbeiten dauerten bis zum Mittwochnachmittag.
  • Zur Ursache des Brandes sagte Erkraths Bürgermeister Schultz, es gebe einen ersten Verdacht.
  • Eine Kontamination mit Asbest schließt die Stadt aus.

Ein Gebäudekomplex mit mehreren Schulen ist am Dienstag in Hochdahl bei Erkrath im Kreis Mettmann in Brand geraten. Erst am Mittwochnachmittag waren die Löscharbeiten beendet, wie die Stadt mitteilte. Die Feuerwehr sei allerdings noch dabei aufzuräumen, hieß es am späten Nachmittag.

Die Feuerwehr war am Dienstag zeitweise mit mehr als 220 Einsatzkräften vor Ort, unterstützt auch von Kräften aus anderen Städten der Region, unter anderem 40 Feuerwehrleute aus Düsseldorf. Am Mittwochmorgen waren nach Auskunft der Feuerwehr Erkrath noch etwa 60 Einsatzkräfte dabei, Brandherde zu löschen. In Innenräumen gebe es noch Glutnester.

Großbrand in Schulkomplex in Erkrath: Dächer komplett abgebrannt

„Weite Teile des Komplexes sind zerstört“, hieß es bei der Feuerwehr. „Die Dächer mehrerer Gebäudeteile sind niedergebrannt“, beschrieb ein Feuerwehrmann am Morgen auf Nachfrage. Auch in der Nacht zu Mittwoch kämpften Feuerwehrleute gegen die Flammen: „Vereinzelt stehen Schulräume in Vollbrand“, berichtete die Stadt Erkrath kurz vor Mitternacht.

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Das Feuer war am Dienstagnachmittag gegen 16.45 Uhr entdeckt worden, sagte eine Sprecherin der Polizei. Schülerinnen und Schüler seien zu dem Zeitpunkt nicht mehr vor Ort gewesen. Als die Feuerwehr vor Ort eintraf, stand das Dach des Komplexes „in Vollbrand“, beschrieb ein Feuerwehrmann. Verletzte gab es keine, hieß es am Dienstagabend. Die Rauchwolke war weit über die Stadtgrenzen hinaus und sogar noch in Wuppertal und Duisburg zu sehen.

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Gebäudeteile von Realschule und Gymnasium sind zerstört

In dem Schulzentrum an der Rankestraße im Erkrather Ortsteil Hochdahl waren eine Haupt- und eine Realschule sowie ein Gymnasium untergebracht. Der Komplex stand fast vollständig in Flammen, sagte die Polizeisprecherin am Dienstag.

Die Gebäude von Realschule und Gymnasium seien Angaben der Stadt vom späten Dienstagabend nach vollständig zerstört worden, die auf dem Gelände liegende Carl Fuhlrott Hauptschule und angrenzende Sporthallen seien vom Brand indes nicht betroffen, teilte die Stadt mit.

Feuer zerstört Schulzentrum in Erkrath Hochdahl
Ein Feuer hat am Dienstag (13. Mai) das Schulzentrum Hochdahl in Erkrath bei Düsseldorf fast vollständig zerstört. Die Löscharbeiten dauerten bis zum folgenden Nachmittag.© Patrick Schüller | Patrick Schüller

Feuerwehr: Löscharbeiten auch noch am Mittwochmorgen

Zur Brandursache gibt es erste Vermutungen: Man geht von einem technischen Defekt an der Photovoltaik-Anlage der Schule aus. Erkraths Bürgermeister Christoph Schultz erklärte in einem Video-Statement auf Facebook: „Angefangen hat es mit einem Brand auf der Photovoltaikanlage auf dem Dach.“ Genauere Untersuchungen zur Brandursache liegen bei der Polizei, hieß es. Die PV-Anlage auf dem Gebäude war bereits seit einigen Jahre auf dem Dach installiert. Eine weitere wurde im August 2024 auf der angrenzenden Sporthalle installiert – sie blieb von dem Brand verschont.

Die Rauchsäule war bis hin nach Duisburg zu sehen.
Die Rauchsäule war bis hin nach Duisburg zu sehen.© Gianni Gattus/dpa | Gianni Gattus

Bei der Polizei gab es am Mittwochmorgen noch keine näheren Angaben. Die Brandermittlungen würden erst in die Wege geleitet, wenn das Gebäude betreten werden könne, sagte ein Sprecher auf Nachfrage. Noch sei dies nicht möglich, hieß es am Morgen.

Stadt Erkrath schließt Asbest-Gefahr aus

Von der Feuerwehr Düsseldorf waren auch Dekontaminations-Experten vor Ort, sagte ein Feuerwehrsprecher am Mittwoch auf Nachfrage. Grund war mögliche Asbest-Gefahr; laut Stadt Erkrath liefen in den Gebäuden Asbest-Sanierungsarbeiten. Der Bürgermeister sagte in seinem Statement vom Dienstagabend: „Wir rechnen nicht damit, dass es so weit gekommen ist.“ Am Mittwochnachmittag betonte die Stadt noch einmal, dass „eine Asbestkontamination des Umfeldes ausgeschlossen werden“ könne.

Insgesamt etwa 1200 Schülerinnen und Schüler sind durch den Brand nun ihrer Schule beraubt worden, berichtete die Stadt Erkrath: „Das Gebäude ist ein Totalverlust“, sagte der Erkrather Bürgermeister.

Abschluss-Prüfungen sollen wie geplant vor Ort stattfinden, teilte die Stadt Erkrath mit: „Die zentralen Abschlussprüfungen der Realschule sowie die Abitur-Klausuren sollen am Freitag wie bislang vorgesehen und kommuniziert in den vorgesehenen Räumlichkeiten ermöglicht werden.“ Ort seien Klassenraum-Container und Teile der Turnhalle; die Bereiche seien nicht durch den Brand beeinträchtigt, hieß es. Die Abschlussfeiern des Gymnasiums und der Realschule würden in die Stadthalle stattfinden.

Unterricht findet auf Distanz statt, Kitas in der Nähe öffnen am Donnerstag wieder

Die Stadt Erkrath hat einen Krisenstab gebildet. Dabei geht es auch darum, die Auswirkungen des Brandes auf den Schulbetrieb zu regeln, teilte der Bürgermeister mit. Man sei mit den betroffenen Schulleitungen in der Absprache, sagte Schultz.

Für alle anderen im Schulzentrum Hochdahl fiel der Unterricht am Mittwoch aus, berichtete die Stadt. Für die betroffenen Schülerinnen und Schüler der Realschule und des Gymnasiums wird es vorerst Distanzunterricht geben. Auch an der Hauptschule soll bis einschließlich Freitag kein Präsenzunterricht stattfinden. Am Mittag teilte die Stadt mit, dass der Schul- und Vereinssport in den Sporthallen auf dem Gelände, die nicht durch den Brand beeinträchtigt sind, bis vorerst diesen Sonntag (18. Mai) ausgesetzt sind.

Der Brand wirkte sich auch auf mehrere Kitas und andere Kinder- und Jugendeinrichtungen im Stadtteil aus: die Evangelische Kita Sandheide, die Städtische Kita Gretenberg, die Städtische Kita Hochdahl-Mitte, die Außengruppe der städtischen Kita Willbeck,
das Kinderhaus Sandheide und das Jugendcafé am Skaterpark bleiben am Mittwoch vorsorglich geschlossen. Grund sind mögliche Verschmutzungen durch Brandrauch und Ruß, berichtete die Stadt. Mit Ausnahme der direkt neben der Schule liegenden Kita Willbeck werden alle zuvor genannten Einrichtungen am Donnerstag wieder den Regelbetrieb aufnehmen, teilte die Stadt Erkrath mit.

Zudem wurde eine Telefonhotline eingerichtet, die auch psychologische Hilfe bieten soll für betroffene Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte (0211 2407-5199).

Einsatzkräfte wurden auch aus mehreren umliegenden Städten hinzugezogen.
Einsatzkräfte wurden auch aus mehreren umliegenden Städten hinzugezogen.© Gianni Gattus/dpa | Gianni Gattus

Erkraths Bürgermeister dankt Nachbarn-Kommunen für „Welle der Hilfsbereitschaft“

Erkraths Bürgermeister Christoph Schulz bedankte sich in seinem auf Facebook veröffentlichten Video-Statement für eine „Welle der Hilfsbereitschaft“, die von den Nachbarstädten Erkraths gekommen sei. „Wir werden von Seiten der Stadt Erkrath alles dafür tun, den Schülerinnen und Schülern und den Lehrerinnen und Lehrern der betroffenen Schulen so bald wie möglich wieder eine feste Unterbringung zu geben.“ Nach Angaben der Stadt von Mittwochmittag gebe es „zahlreiche Unterstützungsangebote“, auch für würden potenzielle Unterrichtsräume angeboten. Die Stadt teilte dazu mit, Angebote seien erst aber einer bestimmten Größe interessant, denn es sei das „oberste Ziel, die jeweiligen Schulen räumlich zusammenzuhalten.“

NRW-Schulministerin Dorothee Feller dankte am Mittwoch allen Einsatzkräften, dem Schulpersonal und der Stadt Erkrath für ihren Einsatz: „Es ist kaum in Worte zu fassen, was es bedeutet, wenn ein vertrauter Ort des Lernens, Lebens und Zusammenhalts plötzlich nicht mehr da ist“, sagte Feller.

Trinkwasserverfärbung in Hochdahl während des Feuerwehreinsatzes

Im Laufe des Dienstagabends kam von der Feuerwehr eine Warnung an die Bevölkerung: „Durch die hohe Nutzung von Löschwasser aus dem Hydrantensystem kann es derzeit im Stadtteil Hochdahl zu einer Verfärbung des Trinkwassers kommen“, teilte die Feuerwehr am späten Abend mit. „Die Stadtwerke Erkrath sind informiert und kümmern sich um weitergehende Maßnahmen.“

Das Landesamt für Umwelt (Lanuk) NRW riet Anwohner dazu, etwaige Rußrückstände auf Balkon oder in Gärten abzuwaschen. Man soll dabei Einweghandschuhe tragen und „handelsübliche Seifenlauge“ nutzen: „Rückstände können über den Hausmüll entsorgt werden.“ Die Stadt betonte am Mittwoch zudem, dass „mit Rußniederschlag versehenes Obst und Gemüse vorsorglich ebenfalls entsorgt“ werden solle.

Vor fast sechs Jahren sorgte ebenfalls der Brand einer Schule im Ortsteil Hochdahl für Aufsehen: Anfang Juni 2019 brannte die Grundschule Sandheide komplett nieder. Ursache war Brandstiftung, hieß es damals. In den Tagen zuvor hatte es bereits mehrere Brandstiftungen in der Gegend gegeben.