Wohnzimmer mit Ausblick

Ein Glasdach erhöht die Baukosten für einen Wintergarten stark.

Ein Glasdach erhöht die Baukosten für einen Wintergarten stark.

Foto: Getty

Behaglich im Grünen sitzen auch bei widrigem Wetter. Ein Wintergarten hat viele Vorteile. Am besten plant man ihn jetzt im Sommer.

Draußen oder drinnen? Im Wintergarten ist beides möglich. Er kann als unbeheizter Glasanbau, leicht temperierter Überwinterungsort für Pflanzen oder sogar als zusätzlicher Wohnraum dienen. Bevor man den Plan in die Tat umsetzt, sollte man sich gut überlegen, wie man den Anbau nutzen möchte. Denn von der späteren Funktion hängen im Wesentlichen die Baumaterialien und die technische Ausstattung ab. „Welches Material oder welcher Materialmix zum Tragen kommt, hängt aber von den statischen Anforderungen ab, ebenso von den verfügbaren finanziellen Mitteln“, sagt Steffen Spenke, Vorsitzender des Bundesverbands Wintergarten in Berlin.

Üblicherweise verwenden Architekten und Handwerker für den Bau Aluminium, Holz und Kunststoff. Steffen Spenke: „Aufgrund seiner exponierten Lage und der großen verglasten Flächen machen sich Temperatur- und Wetterschwankungen in einem Wintergarten erheblich schneller bemerkbar, als dies in einem herkömmlichen Innenraum der Fall ist.“ Auch die Qualität des Glases hat eine zentrale Bedeutung. Im besten Fall kann es starke Wärmeverluste in der Heizperiode und eine Überhitzung durch Sonneneinstrahlung mindern. Vielfach werden Glasdächer für Wintergärten angepriesen, um die Illusion, im Freien zu sitzen, zu perfektionieren.

Doch ein Glasdach hat seine Tücken. Ist nämlich der komplette Bau aus Glas, kann es darin im Sommer ohne Beschattung unerträglich heiß werden. „Bereits an einem normalen Sonnentag kann die Raumtemperatur auf über 35 Grad Celsius steigen, “ warnt der Bundesverband Rollladen und Sonnenschutz (BVRS) in Bonn. „Am effektivsten ist außen liegender Sonnenschutz, der die Hitze gar nicht erst in den Wintergarten hinein lässt“, erklärt BVRS-Hauptgeschäftsführer Christoph Silber-Bonz. Markisen blocken die Sonnenstrahlung schon vor der Glasfront ab. Temperatursensoren im Innenraum sorgten außerdem dafür, dass die Markise erst ausgefahren wird, wenn der Raum die gewünschte Temperatur erreicht hat.

Einfacher wird es, wenn man beim Bau auf ein Glasdach verzichtet und stattdessen auf eine massive Lösung setzt. Ein Wintergarten mit geschlossenem Dach ist fast zu jeder Jahreszeit behaglich und somit besser als Wohnraum geeignet. Denn im Sommer dient das Dach als Sonnenschutz und im Winter werden die massiven Wärmeverluste vermieden. Ein ganzjährig genutzter Wintergarten kommt dennoch nicht ohne Heizung aus. Von einer Fußbodenheizung ist abzuraten, da sie zu träge auf die üblichen Temperaturschwankungen reagiert. Unterm Strich ist ein Wintergarten, der das ganze Jahr genutzt wird, deshalb kein ganz billiges Vergnügen.

>>> Info: Nachgerechnet

Die Kosten für einen Wintergarten liegen je nach Ausstattung bei circa 500 bis 2000 Euro pro Quadratmeter. Insgesamt muss man im Schnitt mit 30 000 Euro rechnen. Neben dem Wohnkomfort steigt mit einem fachmännisch angelegten Anbau auch der Marktwert einer Immobilie. (blau)

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