Seine Karriere begann Matze Knop (47) Ende der 90er-Jahre mit Sprachfehler in einem Superheldenkostüm („Supa Richie“) sowie als deutsche Stimme von Adam Sandler („Waterboy“). Heute gilt der Lippstädter als einer der vielseitigsten Parodisten Deutschlands, insbesondere Fußballer nimmt der Komiker gerne aufs Korn. Das natürlich auch in seinem neuen Bühnenprogramm „Mut zur Lücke“, das mit einjähriger Verspätung nun endlich starten kann. Über das Solo, die Leidenschaft für ein Kartenspiel und vieles mehr sprach Knop mit Patrick Friedland.

Endlich Tourstart – wieviel mussten Sie im Programm wieder abändern, weil die Termine um ein Jahr verschoben wurden?

Matze Knop: Es ist nicht so, dass ich viel ändern muss, tatsächlich kommt eher mehr Stoff dazu. Letztes Jahr gab es nur Corona, jetzt gibt’s noch 19 andere Themen. Zum Beispiel, dass Bürogebäude nur noch auf 19 Grad geheizt werden sollen, was den Büroschlaf vieler gefährdet. Und natürlich die Sprache. Olaf Henning singt bald nicht mehr „Komm, hol das Lasso raus, wir spielen Cowboy und Indianer“, sondern „Wir spielen Diplom-Agrarökonom und Ureinwohner von Amerika“. Singt sich scheiße, ist aber politisch korrekt.

Steckt mehr im Programmtitel „Mut zur Lücke“ als nur eine Anspielung auf Ihre Zahnlücke?

Mut zur Lücke trifft auf so viele Bereiche zu. Sich nicht mit allem abärgern müssen, mal Fünfe gerade sein lassen und Dinge so tun, wie man es selbst will. Gerade auch in der deutschen Sprache, wo ich mittlerweile das Gefühl habe, dass wir wieder Vokabeln lernen müssen. Da muss dann natürlich auch Gleichberechtigung herrschen. „Liebe Mütter, liebe Mutanten“ wäre ein Beispiel. Oder die Ernährung. Früher bekamen Kinder Leberwurstbrote eingepackt, da roch die Klasse noch Tage nach nassem Hund. Heute gibt’s glutenfreie Knabberstangen von Vitakraft, manchmal aufgelöst in Mandelmilch. Ich bin dafür, auch mal wieder eine Milchschnitte mitzugeben – aus ungiftiger Kuhmilch.