Wie schlecht es um die große Koalition steht, wurde bei Maischberger vor allem an einem Moment deutlich. Der konservative Kolumnist Jan Fleischhauer gab an, dass Friedrich Merz darüber nachdenke, die Vertrauensfrage zu stellen. Sandra Maischberger hakt nach: „Ist das konkret?“
Fleischhauer kann keine Namen nennen: „Das hat mir jemand, der sehr nahe dran ist, gesagt.“ So wirklich überraschend käme das mittlerweile nicht mehr: Friedrich Merz hat die schlechtesten Beliebtheitswerte, die je ein amtierender Bundeskanzler hatte.
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Zu Beginn der Sendung diskutieren die eingeladenen Journalisten darüber, was Merz Charakter damit zu tun hat und ob er möglicherweise für das Amt des Bundeskanzlers ungeeignet ist.
Ist Merz ein „People Pleaser“?
Der ARD-Journalist Markus Preiß hat Merz bei vielen öffentlichen Auftritten beobachtet und will ein Muster festgestellt haben: Immer wenn Merz vor Publikum spreche und Applaus bekomme, verführe ihn das dazu „noch einen draufzusetzen“. Dadurch entstünden immer wieder Aussagen, die Merz später bereue.
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Die Autorin Jagoda Marinic bescheinigt Merz, ein „People Pleaser“ zu sein. Das Tragische ist nur: Sein Bemühen zu gefallen bewirkt bei der Bevölkerung wie beim Koalitionspartner das Gegenteil.
Kann eine Vertrauensfrage da die Wende bringen? Laut Fleischhauer schon, denn der Dauerstreit liege laut dem konservativen Kolumnisten vor allem an der SPD. Er bezeichnet die Sozialdemokraten sogar als „verschlissene kaputte Truppe“. Maischberger quittiert das mit einem langgezogenen „Okaaay“ – eine Reaktion, die irgendwo zwischen Missbilligung und Amüsement liegt.
Schwarz-Grün ist wieder in
Bemerkenswert ist, wohin Fleischhauer seine SPD-Schelte treibt: Mit Schwarz-Grün sei das Land besser dran gewesen, sagt Fleischhauer voller Überzeugung. Lange hatten gerade konservative Kommentatoren wie Fleischhauer die Grünen als ideologisch verblendet und regierungsunfähig beschrieben. Dass Fleischhauer das nun anders sieht, ist eine Vorlage für Daniel Günther.
Daniel Günther führt in Schleswig-Holstein seit Jahren eine schwarz-grüne Landesregierung. Mit einem zufriedenen Lächeln verweist er auf die Zustimmungswerte solcher Koalitionen in verschiedenen Bundesländern: „Das ist sicherlich nicht ohne Grund so.“
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Die Energiepolitik von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche betrachtet er skeptisch. Als Maischberger ihn auf Robert Habeck anspricht, ist Günther auffallend entspannt: „Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich mit Wirtschaftsminister Habeck sehr gut zusammengearbeitet habe.“ Das Habeck-Bashing, das auch in der eigenen Partei verbreitet war, findet er im Rückblick „übertrieben“.
Günther ist näher an Merz, als er wirkt
Schwieriger wird es für Günther, als das Gespräch auf Merz selbst kommt. Er versucht, dem Kanzler nicht in den Rücken zu fallen und lässt dann aber doch einen Satz fallen, der Merz trifft. Angesprochen darauf, dass die Regierungen unter Merkel deutlich reibungsloser gearbeitet haben, sagt Günther: „Der Regierungschef hat immer einen Anteil daran, ob das Regieren geräuschlos passiert.“
Dann aber fragt Maischberger nach den Inhalten und es wird deutlich, dass Günther und Merz inhaltlich gar nicht so weit auseinanderliegen. Sie konfrontiert den Ministerpräsidenten mit dem, was der Kanzler den Bürgern zumuten will: länger arbeiten, später in Rente gehen, mehr Zuzahlung bei Medikamenten.
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Günther nickt: „Ich finde es richtig, das den Menschen in der Art und Weise zu sagen.“ In Klima- und Energiefragen setzt sich Günther also von der Bundesregierung ab. Bei Einsparungen beim Sozialstaat zieht er mit.



![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)








