Ein KI-generiertes Bild von Donald Trump als Jesus – und die Runde bei „Maischberger“ ist direkt mittendrin in einer Debatte über Selbstinszenierung, Religion und politische Wirkung.
Der Chefredakteur der „Zeit“, Giovanni di Lorenzo, zeigt sich dabei weniger empört als nüchtern: „Ich bin ehrlicherweise gar nicht so verwundert. Das war das Letzte, was noch gefehlt hat.“ Für ihn passt das Bild in eine Entwicklung, in der Trump sich immer weiter überhöht.
Zugleich verweist er auf den Widerspruch aus dem Vatikan. Papst Leo stelle Trump inzwischen offen in Abrede, „da traut sich jemand etwas, was viele andere nicht tun“. Di Lorenzo verweist zudem darauf, dass Trump das Bild wieder gelöscht habe – für ihn ein Hinweis darauf, dass selbst Trump die katholische Wählerschaft nicht völlig ignorieren kann.
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Trump in der Kritik: Der Papst als Gegengewicht für den US-Präsidenten?
Melanie Amann, Chefredakteurin Digital der Funke Mediengruppe (zu der auch unsere Redaktion gehört), schaut auf die politische Dimension. Vieles sei Trump verziehen worden – „Affäre mit einer Pornodarstellerin“, „Grab them by the pussy“, sogar der Fall Epstein. „Aber jetzt ist der Spaß vorbei bei Jesus.“ Circa 20 Prozent der US-Bevölkerung seien katholisch – „das ist so eine wichtige Basis, dass er die nicht verprellen will“. Denn: „Du darfst nicht päpstlicher sein als der Papst.“
Unternehmerin und Autorin Franca Lehfeldt ergänzt den Blick: Der Vatikan fülle ein politisches Vakuum, sagt sie, „denn das Gegengewicht machen die Demokraten nicht“. Dass der Papst Trumps Drohungen gegen die iranische Zivilisation öffentlich kritisiert habe, sei deshalb mehr als eine moralische Geste. Lehfeldts Punkt ist: Trump reagiert auf den Papst überhaupt nur deshalb, weil er ihn ernst nimmt.
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Maischberger: Sigmar Gabriel nennt Trumps Iran-Kurs ein „Desaster“
Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) zeigt sich weniger empört als ernüchtert. „Ich muss ganz offen sagen, dass ich über dieses Bild gar nicht so entsetzt war. Das war das, was noch gefehlt hat.“ Dass Trump „größenwahnsinnig“ sei und einen „fast schon krankhaften Narzissmus“ habe, sei schließlich nicht neu.
Auch die politische Fallhöhe hält Gabriel für begrenzt. Die „Hardcore-Trump-Unterstützer“ seien die Evangelikalen. „Und ich weiß nicht, ob sie durch so etwas zu erschüttern sind. Aber ich vermute: nein.“
Trumps Kurs im Iran-Konflikt sei „ein Desaster“ – „in jeder Hinsicht“. Gabriel kritisiert vor allem den Bruch mit früherer Diplomatie. Trump habe „ein existierendes ausgehandeltes Abkommen gecancelt“ und damit „der Diplomatie den Boden entzogen“. Eine klare Strategie sei nicht erkennbar. Hinzu komme, dass die USA mit ihrem Einschreiten im Iran vor allem radikalere Nachrücker gestärkt hätten: „Die, die jetzt nachrücken, sind weniger erfahren, tendenziell radikaler.“
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Gaspreisbremse, Strompreisbremse, Heizkostenzuschuss, Energiebonus, Tankrabatt
Im zweiten Teil der Sendung fokussiert sich Maischberger auf innenpolitische Themen. Dabei werden die geplanten Entlastungen der Bundesregierung unterschiedlich bewertet. Giovanni di Lorenzo hält die Richtung grundsätzlich für richtig, sieht aber Defizite in der Umsetzung. Die Betroffenen würden „nicht richtig abgeholt“. Gleichzeitig verweist er auf strukturelle Probleme, etwa bei den Energiepreisen und der „Macht der Mineralölkonzerne“.
Melanie Amann widerspricht. „Alle erkennen ja, dass dieses Zuschütten mit Geld nichts bringt.“ Politik müsse auch ehrlich sagen, wo sie nicht helfen könne – etwa beim Spritpreis. Sie erinnert an die Vielzahl vergangener Maßnahmen: „Gaspreisbremse, Strompreisbremse, Heizkostenzuschuss, Energiebonus, Tankrabatt“ – ohne nachhaltigen Effekt auf die Zufriedenheit.
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Wie überzeugend ist Regierung, die von Arbeitgebern verlangt, was sie selbst nicht leisten will?
Dem schließt sich auch der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt an. „Das bringt nix“, sagt Reiner Haseloff (CDU) zur 1000-Euro-Prämie. Vor allem im Osten könnten viele Unternehmen das nicht leisten. Maischberger hakt nach und stellt die Frage nach der politischen Glaubwürdigkeit: Wie überzeugend ist eine Regierung, die von Arbeitgebern etwas verlangt, was sie selbst nicht leisten will? Eine klare Antwort bleibt Haseloff schuldig. Er kritisiert zudem die Kommunikation der Bundesregierung als „keine gute Performance“.

Auch bei seinem eigenen Rücktritt bleibt er ausweichend. Er spricht von veränderten „Kräfteverhältnissen“ und notwendigen „Reaktionsschemata“, betont, er habe „fast die ganze Legislaturperiode“ erfüllt – und weist den Vorwurf zurück, aus politischem Kalkül gegangen zu sein. Den naheliegenden Zusammenhang mit dem Erstarken der AfD spricht er nicht offen aus, obwohl er im selben Gespräch die politische Lage zuspitzt: „Was ist eigentlich mit Deutschland passiert?“






