Mal wieder beginnt alles mit einem verpatzten Deal. So sieht es bei „Maybrit Illner“ zumindest der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger. Denn US-Präsident Donald Trump hatte jüngst NATO-Unterstützung im Iran-Krieg angefordert und einen möglichen Austritt der USA angedeutet, falls die Verbündeten nicht mitziehen. Deutschland und andere Partner hatten dagegen gehalten: „Das ist nicht unser Krieg.“  
 
„In Washington kam nur das Nein an”, meint Ischinger. „Besser wäre eine europäische Antwort gewesen. Ja, aber ... Ihr habt uns erstens vorher nicht gefragt und zweitens hat die Ukraine in Europa Priorität. Das wäre ein Deal gewesen.” Und er meint auch, dass man nicht sagen könne, dass es „nicht unser Krieg” sei: „Alles hängt mit allem zusammen.” 

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„Maybrit Illner“: Das waren die Gäste: 

  • Adis Ahmetović, außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion
  • Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz
  • Veronika Grimm, Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
  • Peter R. Neumann, Politikwissenschaftler und Sicherheitsexperte
  • Daniel Gerlach, Nahostexperte, Mitherausgeber und Chefredakteur des Magazins „zenith„
Von links: Daniel Gerlach, Wolfgang Ischinger, Maybrit Illner, Adis Ahmetovic, Veronika Grimm und Peter R. Neumann.
Von links: Daniel Gerlach, Wolfgang Ischinger, Maybrit Illner, Adis Ahmetovic, Veronika Grimm und Peter R. Neumann.© Jule Roehr/ZDF


Anders sieht das an diesem Abend Adis Ahmetović. Er ist außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und findet, dass der Bundeskanzler genau die richtige Antwort gegeben habe. „Dieser Krieg ist falsch, weil die Folgen für die iranische Zivilbevölkerung, für die Weltbevölkerung und für neun andere Staaten schon jetzt spürbar sind”, sagt er. „Er ist völkerrechtswidrig, und so wie er geführt wird, war es wichtig, ein klares Stoppschild zu setzen.” Er plädiert deshalb für eine „Exit-Strategie”, der Krieg müsse deeskaliert werden.  
 
Auch Politikwissenschaftler und Sicherheitsexperte Peter R. Neumann sagt: „Die Mittel passen nicht zum Ziel des Regime-Wechsels.” Bei den Massenprotesten im Januar hätte er dafür eine Chance gesehen, jetzt sehe er die nicht.  

Aktuelle Nachrichten zum Krieg in Nahost


„Maybrit Illner” im ZDF: Auch die Lebensmittelpreise könnten steigen  

Dass der Iran Deutschland mit Raketen angreift, weil der US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz genutzt wird, hält Neumann für unwahrscheinlich. „Der Iran hat Raketen mit einer maximalen Reichweite von 2000 Kilometern, wir sind 4000 Kilometer entfernt”, sagt er. „Möglich ist aber, dass der Iran staatliche Netzwerke hier aktiviert, die Terroranschläge auf amerikanische, israelische oder jüdische Ziele verüben.” 
 
Und Veronika Grimm, die Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist, meint: „Je länger der Krieg dauert, desto stärker werden wir die Auswirkungen spüren.” Neben den Öl-und Gaspreisen nennt sie auch mögliche Folgen für die Inflation, die Lebensmittelpreise und die Verfügbarkeit von Lebensmitteln vor allem im Globalen Süden. In der aktuellen wirtschaftlichen Lage seien das alles zusätzliche Herausforderungen.