Die Sendung „Maybrit Illner“ am Donnerstagabend endet, wie sie begonnen hat: Mit einer lauten Diskussion, in der der Philosoph Richard David Precht mit seiner Einschätzung ziemlich alleine dasteht. Sein letzter Satz an Sigmar Gabriel (SPD): „Sie können doch Putin nicht mit Hitler vergleichen.“
Zuvor hatte ebendieser angemahnt, dass es zu einem Diktatfrieden in der Ukraine kommen könnte, wenn die Europäer nun nicht handeln würden. Damit ist gemeint: Eingefrorenes russisches Geld, das Kiew retten und so letztlich die Chancen für Friedensverhandlungen wahren soll. „Wenn wir die Ukraine jetzt nicht unterstützen, dann hat Russland gewonnen”, so Gabriel. „Wir haben eine Situation wie 1936/ 37 mit Deutschland, wo es einen echten Aggressor gibt.” Deshalb, so Gabriel weiter, müssten wir – auch aus Eigenschutz – „Putin den Appetit verderben.” „Sonst sind wir die letzten Vegetarier in einer Welt voller Fleischfresser.”
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„Maybrit Illner“: Das waren die Gäste:
- Armin Laschet (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag
- Sigmar Gabriel, Vorsitzender „Atlantik-Brücke e.V.“, ehemaliger Außenminister und SPD-Parteivorsitzender
- Richard David Precht, Schriftsteller, Philosoph, Publizist und ZDF-Moderator
- Liana Fix, Historikerin und Politikwissenschaftlerin, Senior Fellow for Europe beim Council on Foreign Relations (CFR) Washington D.C.
- Kateryna Mishchenko, Verlegerin, Autorin und Herausgeberin „Geteilter Horizont - Die Zukunft der Ukraine“
Precht löst lautstarken Protest bei anderen Talk-Gästen aus
Precht hingegen hält eine Weiterfinanzierung in der Hoffnung auf ein mögliches Kriegsende für „wishful thinking“. Seine Meinung: Man müsse Putin etwas anbieten, dann könne man schon mit ihm über eine Nachkriegsarchitektur verhandeln.
Immer, wenn er diese Position vertritt, kommt es zu lautstarkem Protest vom Rest der Runde – angeführt meist von Gabriel oder von Liana Fix. Die Politikwissenschaftlerin ist Senior Fellow for Europe beim Council on Foreign Relations (CFR) Washington D.C. und meint zu Precht: „Ich glaube, Sie unterschätzen Putin. Immer, wenn Sie reden, tun Sie so, als würde noch Herr Gorbatschow im Kreml sitzen.“ Als Precht daraufhin kontert: „Sie haben doch noch nie mit Putin geredet“, bleibt Fix nichts anderes als darüber zu lachen und auf ihre Expertise – die sie im Gegensatz zu Precht auf diesem Gebiet hat – zu verweisen. „Dafür arbeitet man zu dem Thema“, sagt sie.

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„Maybritt Illner” im ZDF: Gabriel weist Precht zurecht
Doch zurück zum Ende. Auch Sigmar Gabriel weist Precht zurecht, als dieser anfängt, über mögliche volkswirtschaftliche Schäden für Deutschland von einer möglichen Entscheidung aus Brüssel über die russischen eingefrorenen Gelder zu sprechen. „Wenn Russland den Krieg gewinnt, dann wird es für uns teurer“, mahnt er.

An Precht gerichtet: „Da spricht der Philosoph gegen die Erfahrung des Politikers.“ Und so endet die Sendung so, wie sie über weite Teile war: Mit einem Stimmengewirr von Gabriel, Fix und Precht, inmitten dessen letzterer den Putin-Hitler-Satz fallen lässt.



