Kaum jemand dürfte sich durch den Offenbarungseid des Regionalverbands Ruhr (RVR) so bestätigt gefühlt haben wie Stefan Laurin. Seine Streitschrift „Versemmelt“ mit dem Untertitel „Das Ruhrgebiet ist am Ende“ ist noch druckfrisch – und darin hält der Journalist und Betreiber des Revier-Blogs „Ruhrbarone“ nicht nur dem RVR und seinem Personal Unfähigkeit vor, sondern versucht auch eine Art Problemanalyse.
Klar benennt Laurin den Gegensatz zwischen äußerem Erscheinungsbild des Reviers, das schon Anfang des 20. Jahrhunderts als eine einzige Stadt empfunden wurde, und der gelernten Mentalität seiner Bewohner, die von Zechen und Stahlbetrieben derart rundumversorgt wurden, dass sie sich gar nicht erst aus ihren Stadtvierteln herausbewegen mussten: „Schon in die Innenstadt kleinerer Städte fuhr man nur zu besonderen Anlässen.“ Nachfolger im paternalistische Herrschaftssystem der Montan-Konzerne sei im Zuge der Krise seit den 60er-Jahren die SPD geworden, die Subventionen und Posten verteilt habe.


