Konzert

Mark Knopfler lässt in Oberhausen das Hallendach wegfliegen

Mark Knopfler mit seiner Band in der Arena in Oberhausen.

Mark Knopfler mit seiner Band in der Arena in Oberhausen.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Letzter Kraftakt vor der Rente? Ach was! Die Knopfler-Gemeinde hofft auf ein ewiges Leben und singt in Oberhausen vollzählig „Money for Nothing“.

Phil Collins geht am Stock, Mick Jagger hat’s am Herzen, und Elvis ist tot. Auch Musiker bleiben nicht ewig jung. Mark Knopfler wird im August 70, der Rücken plagt ihn schon lange, und die Augen wollen auch nicht mehr so recht. Da schaut man natürlich bang auf den aktuellen Tourneeplan, 54 Auftritte in knapp drei Monaten!, und fragt sich: War’s das? Ein letzter Kraftakt vor der Rente?

Natürlich nicht, entkräftete der Meister alle diesbezüglichen Gerüchte. „Down the Road Wherever“ ist keine Abschiedstournee, „dafür liebe ich das hier viel zu sehr“, und das begeisterte Publikum in der ausverkauften Oberhausener Arena umarmte sich im glücklichen Taumel.

Mark Knopflers Band ist die beste, die er je hatte

Nicht nur die Aussicht aufs ewige Leben des Meisters verzauberte die Knopfler-Gemeinde. Das aktuelle Programm ist einfach fabelhaft und die Band die wohl beste, die Knopfler je begleitet hat. Zehn großartige Artisten standen mit auf der Bühne, meist langjährige Freunde, die wie Guy Fletcher schon in der „Dire-Straits“-Ära dabei waren und auch Ausflüge etwa mit den „Notting Hillbillies“ begleiteten. Jeder einzelne ein Multi-Mann mit so vielen Talenten, dass selbst Knopfler mit dem Zählen nicht mehr nachkommt: „Die bringen sich auch während dieser Tournee gegenseitig immer wieder neue Dinge bei!“

Knopfler-Konzert in Oberhausen: Guy Fletcher, Richard Bennett und eine „Scheißband"

Und so half Keyboarder Fletcher diesmal auch mal an der Gitarre aus; Richard Bennett, sowieso einer der besten im Business, spielte Bouzouki, und eine geniale Setlist bot allen Freiraum für ganz Großes. Vom Auftaktkracher „Why Aye Man“ (diesmal weniger ein Geschenk an die deutschen Gastgeber sondern mehr eine wehmütige Jugenderinnerung) bis zum finalen „Going Home“, dem wunderschönen Schlussakkord aus dem wunderschönen Film „Local Hero“, spannte sich der bunte Bogen.

Zwischen Klassikern wie „Romeo and Juliet“ oder „Sailing to Philadelphia“ gab es Kostproben vom aktuellen Album, etwa das autobiografische „Matchstick Man“, in dem Knopfler weihnachtlichen Anhalter-Horror zwischen einem Cornwall-Auftritt mit einer „Nowhere Band“, in Oberhausen recht drastisch als „Scheißband“ verflucht, heim nach Newcastle ausmalt.

Ewiges Leben – warum eigentlich nicht?

Beim „Speedway of Nazareth“ flog dann die Decke der Arena davon, „Money for Nothing“ haben wir alle, wirklich alle!, mitgesungen, und am Ende einer mehr als zweistündigen Show (ohne Pause!) fragte man sich: Ewiges Leben, für immer jung – warum eigentlich nicht?

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