Neuerscheinung

Band Klez.e bringt das beste Cure-Album seit 20 Jahren raus

Die Mitglieder von Klez.e: Tobi Siebert (M.), Filip Pampuch (l.) und Daniel Moheit. Foto:staatsakt

Die Mitglieder von Klez.e: Tobi Siebert (M.), Filip Pampuch (l.) und Daniel Moheit. Foto:staatsakt

Essen.   Die Band Klez.e würdigt ihre Helden. Das beste Cure-Album, das Robert Smith nie geschrieben hat. Weltschmerzige Songs und politische Abrechnung.

Das Jahr 1989 ist längst nicht vorbei, es reicht hinein ins Hier und Jetzt. Mauerfall, soziale Kälte, Fremdenfeindlichkeit. All das greift die Berliner Band Klez.e mit „Desintegration“ auf – und hat ganz beiläufig das beste Cure-Album der vergangenen 20 Jahre aufgenommen.

Band erwacht aus Winterschlaf

Bisher waren Tobias Siebert und seine Mitstreiter von Klez.e für anspruchsvolle Indie-Sounds bekannt, die zuletzt einen Hang ins Orchestrale erhielten.

Als der Songschreiber vor sieben Jahren meinte, damit vorerst alles erreicht und gesagt zu haben, schickte er die Band in Winterschlaf und widmete sich anderen Projekten. Bis 2015 die Flüchtlingskrise kam. Ein Anlass, sich mit seiner Identität als im Osten Aufgewachsener und der Befindlichkeit des Landes auseinanderzusetzen.

Deutsche Texte und unverstellte Stimme

Er schrieb: „Draußen vor den Mauern fängt es an, sich zu bewegen/da steht der Dummheit bester Freund/zeigt Flagge mit der Hand“. Der Song „Mauern“ weist auf die aktuelle Flüchtlingskrise genauso wie auf die ostdeutsche Westflucht nach der Wende. Und er klingt, als wäre er einem alten Album von The Cure entsprungen, wie so viele Songs auf „Desintegration“. Mit deutschen Texten und unverstellter Stimme.

„Wir haben uns in den Proberaum gestellt, Bier getrunken und Musik gemacht“, sagt Siebert. Ohne Konzept, dafür mit diesen Cure-Sounds unter den Gitarren-Effekten.

Eine Hommage an „Pornography“

Klez.e sind mit „Flammen“ und „Schwarz“ komplett weltschmerzige Songs gelungen, die sich unter politische Abrechnungen wie „Lobbyist“ und „Drohnen“ mischen. Mit hallenden Gitarren, dominantem Bass und paukigem Schlagzeug gelingt ein Cure-Sound, der eher Hommage an „Pornography“ von 1982 zu sein scheint als an „Disintegration“ von 1989. Aber das ist allenfalls ein winziger Schönheitsfehler.

Klez.e: Desintegration (Staatsakt/Caroline). Live: 15.3. Köln, Subway

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