Neues Album

Groß, magisch, dunkel: Joachim Witt betourt „Rübezahl“

Im finstern Walde... Joachim Witt ließ sich für die Promo-Fotos zu seinem neuen Album „Rübezahl“ passend in Szene setzen.

Im finstern Walde... Joachim Witt ließ sich für die Promo-Fotos zu seinem neuen Album „Rübezahl“ passend in Szene setzen.

Foto: Franz Schepers

  Nach dem 80er-Hit „Goldener Reiter“ hat sich Joachim Witt musikalisch neu orientiert. Nun steht das neue Album „Rübezahl“ in den Startlöchern.

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Rübezahl – der Berggeist des Riesengebirges spielt in zahlreichen Märchen, Sagen und Musikstücken eine große Rolle. Joachim Witt widmet ihm jetzt sogar ein ganzes Album. Der 16. Longplayer seiner fast 40-jährigen Karriere wird am kommenden Freitag veröffentlicht, ab dem 20. April geht Witt auf große Deutschland-Tournee. Über die stilistischen Wandel in seiner Karriere von der Neuen Deutschen Welle hin zu dunklem Rock, seine Fanbasis und die Zusammenarbeit mit Größen der Gothic-Szene sprach er mit ­Patrick Friedland.

Warum heißt das neue Album „Rübezahl“? Ist es inspiriert von den zahlreichen Märchen und Sagen, in denen diese Figur eine Rolle spielt?

Joachim Witt: Rübezahl steht für den Sound des Albums. Groß, magisch, dunkel. Auch hatte Rübezahl ja einen Blick für verlorene Seelen. Die Figur repräsentiert ganz gut die Facetten des Albums.

Die Produktion des Albums wurde ja zu einem nicht unerheblichen Teil von den Fans per Crowdfunding finanziert. Wie bewerten Sie, der ja noch Vergleichswerte aus den 80ern mitbringt, den Trend, dass immer mehr Musiker ihre Alben von den Fans mitfinanzieren lassen?

Na ja, man bleibt weitgehend unabhängig und wenn man seine Zielgruppe einigermaßen kennt, dürfte so eine Kampagne auch erfolgreich verlaufen. Ohne Crowdfunding wäre das Album durch eine Schallplattenfirma finanziert worden. Meine Beteiligung wäre wesentlich dünner ausgefallen, was ich nicht mehr einsehe, und so habe ich vor drei Jahren meine eigene Schallplattenfirma „Ventil“ gegründet, mit der ich seitdem zielgerichteter unter Einbindung des Crowdfunding arbeite. Einen direkteren Weg, mit den Fans zusammen etwas aufzuziehen, gibt es einfach nicht.

Vor allem vor einem Publikum, welches immer stärker durch Anhänger der Gothic-Szene geprägt wird: Fühlt es sich nicht seltsam an, auf Konzerten immer noch den „Goldenen Reiter“ zu singen?

Bedenken Sie bitte, dass ich nicht der typische NDWler bin! Meine Musik damals war schon klar anspruchsvoller und hatte andere Inhalte, die mit meinen heutigen verg­leichbar sind. Der Sound hat sich natürlich verändert, der Zeit und Entwicklung entsprechend. Was den „Goldenen Reiter“ angeht, er funktioniert szeneübergreifend. Das habe ich irgendwann begriffen, und das haben die Menschen mir auch zu verstehen gegeben. Mein Publikum selbst ist eine homogene Mischung. Darunter verstehe ich die Menschen, die meine Musik verstehen und mögen, unabhängig von ihrem jeweiligen äußerlichen Auftreten.

In der letzten Zeit gab es mehrere Kollaborationen mit aufstrebenden Goth-Szene-Künstlern wie Mono Inc. oder Lord Of The Lost. Wie kamen diese zustande?

Ich wurde in beiden Fällen auf herzensgute Art angesprochen und die Ergebnisse können sich wirklich hören lassen (lacht).

Mit wem würden Sie denn gerne noch einmal zusammenarbeiten?

Ich würde gerne mal wieder eine Frau einbinden, so wie ich es in der Zeit der Bayreuth- Trilogie ab Ende der 90er gemacht habe.

Die Tour macht Halt in Bochum, wo es im letzten Jahr zu einem besonders emotionalen Auftritt zum Abschluss der Thron-Tour kam. Fiel die Wahl 2018 deshalb wieder auf Bochum?

Vorletztes Jahr war ich auch schon dort und ein Ende ist, oh Freude, nicht in Sicht!

>>>INFO: Joachim Witt auf „Rübezahl“-Tournee

28.4. Bochum (Matrix),
29.4. Köln (Luxor),
30.4. Frankfurt (Das Bett).

Tickets ab ca. 42 € erhalten Sie in unseren Leserläden und LeserServices, unter 0201 / 8046060 sowie online auf www.ruhrticket.de

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