Konzerthaus

Bochumer Musikforum: Es folgt noch ein Nachspiel vor Gericht

So sah es zeitweise während der Bauzeit im Musikforum aus.

Foto: Lars Heidrich

So sah es zeitweise während der Bauzeit im Musikforum aus. Foto: Lars Heidrich

Bochum.   Noch streitet sich die Stadt mit einigen Handwerksbetrieben über Kosten. Die Gesamtkosten für das Musikforum bleiben bei 38,8 Millionen Euro.

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Teurer wird es nicht mehr. 38,8 Millionen Euro wird das Musikforum unter dem Strich kosten, neuerliche überplanmäßige Ausgaben gibt es nicht mehr.

Das lässt sich, so das Rechnungsprüfungsamt, heute sagen, auch wenn an die ausführenden Firmen derzeit erst 37,4 Millionen Euro bezahlt sind und die Schlussrechnungen einiger Handwerker sowie des Architekten noch ausstehen.

Stadt Bochum fordert Geld zurück

Aber ganz abgeschlossen ist dieses Kapitel der Stadtgestaltung, das jahrelang von heftigen politischen Auseinandersetzungen begleitet wurde, damit noch nicht. Denn die Stadt als Bauherr fordert von einigen Unternehmen Geld zurück.

Mittlerweile führt sie mehrere juristische Auseinandersetzungen. „Die Höhe der noch zu erwartenden Rückzahlungen kann noch nicht abgeschätzt werden“, heißt es beim Rechtsprüfungsamt.

Ärger mit einem Heizungsbauer

Ein Beispiel: Der ursprünglich beauftragte Heizungsbauer hatte im September 2015 die Arbeit auf der Baustelle eingestellt – aus Sicht der Stadt aus unerfindlichen Gründen; aus Sicht der Firma deshalb, weil es nicht möglich gewesen sei, die Fußbodenheizung einzubauen, weil das Kirchenschiff noch eingerüstet gewesen und der Beton noch feucht gewesen sei.

Zu dem Zeitpunkt war erst 60 Prozent des 500 000 Euro schweren Auftrags erfüllt. Ende September hatte die Stadt den Vertrag dann gekündigt und erst zwei Monate später einen andere Firma gefunden.

Insgesamt soll es um 127 000 Euro gehen

Geschätzte Mehrkosten allein für dieses Gewerk: 70 000 Euro. Unterm Strich soll es dem Vernehmen nach nun um 127 000 Euro gehen, die Bochum von dem Hildener Unternehmen fordert.

Insgesamt hatten im Herbst 2015 drei Firmen ihren Dienst auf der Baustelle eingestellt. Um welche Firmen genau es sich dabei handelt und um welche Summen es in den Rechtsstreitigkeiten geht, das ist nur Gegenstand von nicht-öffentlichen Gesprächen. Belange Dritter seien berührt, heißt es bei der Stadt. Ergo dürften Ross und Reiter nicht genannt werden.

Es drohte die Rückzahlung von Fördergeldern

Dabei hatten die Streitigkeiten mit Handwerkern massive Folgen. Die Eröffnung der Vorzeigestätte verspätete sich. Und zwischenzeitlich drohte sogar die Rückzahlung von Fördergeldern, weil Fristen nicht einzuhalten waren.

Um etwa 18 Prozent teurer geworden ist das Musikforum am Ende. Ursprünglich waren 32,9 Millionen Euro veranschlagt worden. Gründe für den Preisanstieg sind der nachträglich geplante Verwaltungstrakt, Kosten für die Beseitigung von Benzol im Boden, für Schäden und Verzögerungen sowie für Maßnahmen, mit denen ausstehende Arbeiten beschleunigt werden sollten. Insgesamt 44 zusätzliche Leistungen wurden beauftragt.

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