Dr. Bernhard Sommerfeldt ist am Boden zerstört. Er hat seine Frauke verloren; Profikiller haben sie umgebracht. Jetzt sinnt der Doc auf Rache. Gar nicht so einfach, zumal man ihm selbst auf den Fersen ist. Das BKA will den smarten Killer zur Strecke bringen. In der Unterwelt hat man ein Kopfgeld von 20 Millionen auf ihn ausgesetzt. Und so wird das beschauliche Ostfriesland einmal mehr zum Schauplatz einer doppelt und dreifachen Verfolgungsjagd. Dabei vermutet man Sommerfeldt erst in Brasilien. Oder war es die Antarktis?
Wenn Sie jetzt schon ein wenig verwirrt sind, angesichts der vielen Handlungsstränge, die im neuen Buch des Autors Klaus-Peter Wolf zusammenkommen, seien Sie gewarnt: Es wird noch doller.
Klaus-Peter Wolf und seine neue Reihe „Sommerfeldt Solo“
Mit „Sommerfeldt Solo. Der Auftrag“ startet der gebürtige Gelsenkirchener und Wahl-Ostfriese eine neue Roman-Reihe. Längst haben sich aus seinen „Ostfriesenkrimis“ etliche Ableger entwickelt: Es gibt Bücher über den Ermittler Rupert, andere widmen sich dem verbrecherischen Sommerfeldt, wieder andere rücken diesen mit seiner Frau in den Blick („Ein mörderisches Paar“). Hier kam es zuletzt zum Showdown. Die arme Frauke endete in einem Piranha-Becken. Das bleibt nicht ungesühnt: Drei neue „Sommerfeldt Solo“-Bände sind angekündigt, es wird also dauern, bis Wolfs Antiheld das Kartell um den Gangsterboss Berreta eliminiert hat.

Wir lesen also den x-ten Teil einer Never-Ending-Story, Stärken und Schwächen inklusive. Wer Wolfs Romane verfolgt, kennt die Location und die Figuren: die Orte Norden und Norddeich nebst dem ewigen Café Ten Cate. Ann Kathrin Klaasens Polizeiteam, Frau Dr. Dröge und ihre BKA-Truppe, die Chirurgin Sybille Birk, den Journalisten Holger Bloem und viele mehr.
Und natürlich Sommerfeldt, den Unbesiegbaren. Die Tarnung, die er diesmal wählt, zählt eindeutig zu den Stärken der ohnehin recht unterhaltsamen Geschichte: Er ist nämlich keinesfalls im Ausland, sondern in einem AWO-Heim in Ostfriesland untergekommen. Gleich zu Anfang lehrt er einige Straßengauner mit dem Krückstock das Fürchten, eine der besten Szenen.
Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenkrimis am laufenden Band
Es folgen: eine falsche Beerdigung, eine Entführung, ein fetter Drogen-Deal. Es gibt Rivalitäten im Polizeiapparat – und Intrigen in der Verbrecherwelt. Obendrein sorgt die Entwicklung einer KI-gesteuerten, willigen Roboterfrau für Wirbel. Es braust und saust an der Nordseeküste. Da kann einem schon mal der Hut wegfliegen.
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Aber die eigentliche Schwäche des Buches betrifft seine Hauptfigur. Denn die kommt inmitten des Getümmels am Ende viel zu kurz. Dabei ist Sommerfeldt ein spannender Charakter. Ein Serienkiller mit Gewissen. Ein kunstaffiner Verbrecher, der fabelhaft kocht und nur die Bösen meuchelt. Von ihm hätte man sich mehr gewünscht: mehr Inhalt, mehr Facetten, mehr Schärfe.
Premiere in Dinslaken
Am 1. Juni, 19.30 Uhr, lädt Klaus-Peter Wolf zur Premierenlesung „Sommerfeld Solo“ in die Kathrin-Türks-Halle, 46535 Dinslaken. Für die musikalische Begleitung sorgen Bettina Göschl und Heinz Edzards.
Karten gibt es online unter www.reservix.de (22,78 Euro) und in der Stadtinformation Dinslaken am Rittertor, Ritterstr. 1, 46535 Dinslaken, außerdem in der Thalia-Buchhandlung, Neustraße 37, 46535 Dinslaken
Aber so ist es nun mal bei Klaus-Peter Wolf. Für Tiefe bleibt bei diesem rasanten Erzähltempo keine Zeit. Die Fans wird es nicht stören. Und wem das Buch dann doch zu verworren sein sollte, muss sich sicher nicht lang gedulden. Der nächste Ostfriesenkrimi kommt. Bestimmt!
Klaus-Peter Wolf: „Sommerfeldt Solo. Der Auftrag“. Ostfriesenkrimi. Fischer, 440 Seiten, 14 Euro


