Immer mehr deutsche Kulturschaffende unterzeichnen einen offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit der Aufforderung: „Lassen Sie Gaza nicht sterben!“ Darin heißt es unter anderem: „Die israelische Regierung weiter so vollumfänglich zu unterstützen, während Gaza ausgehungert und Auffanglager für Hunderttausende Menschen geplant werden, hat mit deutscher Staatsräson rein gar nichts zu tun.“ Der Brief wurde in der ersten Augustwoche auf der Website der Nichtregierungsorganisation Avaaz veröffentlicht.

Nachdem zunächst rund 200 Prominente unterzeichnet hatten, schlossen sich nun weitere Künstlerinnen und Künstler den Forderungen an. Darunter sind die Musiker Clueso und Nina Chuba, der Regisseur Fatih Akin und auch die Schauspielerin Sandra Hüller, die lange im Bochumer Schauspielhaus auf der Bühne stand und 2024 die Ruhrtriennale eröffnete. Auch Jessica Schwarz, Christiane Paul, Benno Fürmann, Anna Thalbach, Meret Becker, Giovanni Zarrella, Joko Winterscheidt, Klaas Heufer-Umlauf und Jürgen Vogel verlangen einen härteren Kurs gegenüber der israelischen Regierung.

Stopp aller Waffenexporte an Israel gefordert

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Die Unterzeichnenden fordern den Stopp aller deutschen Waffenexporte an Israel und ein Aussetzen des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Israel. Zudem wollen sie einen sofortigen Waffenstillstand und ungehinderten Zugang zum Gaza-Streifen für humanitäre Hilfe.

Bundeskanzler Friedrich Merz habe in den vergangenen Tagen Stellung bezogen und die israelische Regierung kritisiert. „Wir würdigen das, doch eines ist klar: Worte alleine retten keine Leben“, schreiben die Künstlerinnen und Künstler. Sie verurteilen „die grauenvollen Verbrechen der Hamas aufs Schärfste“. Jedoch legitimiere kein Verbrechen, Millionen von unschuldigen Menschen kollektiv zu bestrafen. Deshalb erwarteten sie vom Bundeskanzler Handeln ohne politisches Kalkül. „Herr Merz - Sie sind einer der Wenigen, der Israel dazu bewegen kann, doch noch den Kurs zu ändern“, heißt es in dem Schreiben.