Hinter dem Festivalgelände von Parookaville geht am Sonntagabend die Sonne unter. Die letzten Strahlen fallen auf die glitzernde Hauptbühne, vor der Mensch und Boden vom Wolkenbruch vier Stunden zuvor trocknen. In dieses Postkartenmotiv hinein bittet der niederländische DJ Afrojack den US-Soulsänger Aloe Blacc aufs Mischpult. Der Star gibt in den folgenden Minuten live „Wake me up“ zum Besten – den weltbekannten Hit, den Blacc zusammen mit dem 2018 verstorbenen Avicii erschuf. Der Ton für das Finale, er ist gesetzt.
Afrojack, Armin van Buuren, Hardwell: Die Veranstalter haben für das Festival-Endspiel auf der Mainstage einen niederländischen Superstar-Dreierpack verpflichtet. „Parookaville ist eines der wichtigsten Festivals in Europa. Ich liebe dieses Festival wegen des Stage-Designs und der Organisation“, hatte van Buuren kurz vor seinem Auftritt noch unserer Redaktion gesagt, um 21.50 Uhr verleiht er dann seiner Liebe mit der Musik Ausdruck.
Der 48-Jährige, Spitzname „King of Trance“, reiht harmonische Melodie an harmonische Melodie und nimmt die Besucher so schnell mit. Die schwenken Arme, klatschen rhythmisch, tanzen – von ganz vorne bis fast zum Horizont. Van Buuren kann aber nicht nur atmosphärische Klangteppiche, in seinen extralangen 90 Minuten haut er seinen Zuhörern die Bässe auch gehörig um die Ohren. Für seinen Schluss geht der Ton dann wieder unter die Haut: Mit der stimmgewaltigen Amerikanerin Norma Jean Martine performt der Fanliebling live „Euphoria“.
Finale bei Parookaville 2025: Hardwell schließt den Kreis
Von Euphorie zu Energie: Hardwell (hier geht es zum Interview) ist dafür bekannt, bei seinen Auftritten die Bühne komplett abzureißen und das Gehirn in die Ferien zu schicken. Zehn Jahre Parookaville geht der 37-Jährige ab 23.30 Uhr anders an: Welthits von Alesso, Coldplay, Pitbull, Swedish House Mafia, Bruno Mars und Adele dringen in neu zusammengemischten Varianten aus den Boxentürmen – elektronische Tanzmusik vom Feinsten. Ebenfalls seinen Platz findet Aviciis „Wake me up“, der Kreis an diesem Abend schließt sich.
Dass die Mainstage zu dem Zeitpunkt nicht bis auf den letzten der 55.000 Plätze besetzt ist, liegt am Überraschungs-Act des Abends – Deutschrapper Finch. Der gibt für 30 Minuten auf der zweitgrößten Bühne Bill’s Factory eine Kostprobe seines Könnens und holt damit all jene ab, die nach drei Tagen EDM eine finale Ablenkung suchen. Und das sind eine Menge, der Platz ist voll. „Die erste Regel hier: Es gibt keine Regel“, schmettert der 35-Jährige den Zehntausenden ins Gesicht.
Das gilt vor allem für seinen Auftritt, bei dem innerhalb von zehn Minuten ein Duett mit Schlagerbardin Mia Julia auf ein Weihnachtslied und „Vamos a la Playa“ folgt. Die Mischung ist wild, kommt an, das Publikum klatscht und tobt. Mehr davon gibt es im August an gleicher Stelle länger, dann mit Finch als einem der Headliner für das San Hejmo-Festival.
Drohnenshow dreht die Zeit zurück
Zurück zur Hauptbühne, wo zeitgleich mit Finch Hardwell in den letzten Zügen seines Sets ist. Nach einer starken Stunde EDM dreht das Kraftpaket die Sound-Anlagen nochmal bis zum Anschlag auf und erntet am Ende tosenden Applaus.
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Das Finale des Finales spielt sich schließlich am Himmel ab: Mit einer Drohnenshow drehen die Festival-Macher die Zeit zurück, zeigen Motto-Motive der vergangenen acht Ausgaben, unterlegt mit jeweils passender Musik. Der Vorhang fällt mit der elektronischen Aufforderung: „See you 2026“.
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