Zusammenfassung

  • Der Hof Umberg bietet seit vier Jahren das „Pflücken ohne Bücken“ an.
  • Besucher können bei jedem Wetter Erdbeeren pflücken, da die Hochbeete mit Folien überspannt sind, was auch die Bildung von Schimmel verhindert.
  • Die Selbstpflücker-Felder haben eine lange Tradition und bieten ein Erlebnis mit frischem Eis, Spielplatz und bald einem Foodtruck.

Ein Auto nach dem anderen fährt über den groben Schotter-Parkplatz. Scharenweise Familien, Freunde und Paare steigen aus. Schnell bewaffnen sie sich mit Eimern oder Schüsseln aus dem Kofferraum und stiefeln in Richtung der mit hellen Folien überdachten Tunnel. Doch was genau hoffen die Besucherinnen und Besucher an diesem sonnigen Mittwoch hier – mitten im Kirchhellener-Nirgendwo – zu finden? Ganz einfach, Erdbeeren! Saftige, dunkelrote Erdbeeren.

Im „Tunnel“ angekommen, steigt Besucherinnen und Besuchern direkt ein zuckersüßes Aroma in die Nase. Die reifen Erdbeeren verströmen einen Duft, der jedem und jeder unweigerlich das Wasser im Mund zusammen laufen lässt. Und außerdem sehen sie auch noch aus, wie gemalt. „Die Sorte ist wirklich hübsch“, findet Jörg Umberg, der das Eröffnungswochenende rund um den Muttertag schon hinter sich gebracht hat. „Wir wurden regelrecht überrannt“, sagt er mit einem Lächeln.

Hof Umberg in Bottrop: Zum Saisonstart „regelrecht überrannt“

Vom Wochenend-Ansturm nicht mehr viel zu sehen. Die Pflanzen hängen immer noch voller Früchte. Hängen ist auch das richtige Stichwort, denn auf dem Hof Umberg gibt es eine Besonderheit: Die Erdbeeren wachsen nicht unten auf dem Boden, sondern in Hochbeeten. Hier muss niemand zwischen den Reihen auf Händen und Knien herumkriechen, um das Körbchen vollzumachen – Besucherinnen und Besucher können bequem zwischen den Beeten umherwandern. „Das sogenannte ‚Pflücken ohne Bücken‘ bieten wir hier seit vier Jahren an und es wird extrem gut angenommen. Wir haben verschiedene Sorten, auch welche, die immer wieder Früchte nachschieben. Deshalb gibt es bei uns bis Oktober Erdbeeren“, sagt Jörg Umberg. Kein Wunder, dass die Flächen in diesem Jahr nochmal vergrößert wurden. Auf insgesamt drei Feldern wachsen die Erdbeeren auf dem Hof Umberg in luftiger Höhe.

Nach dem Pflücken wird gewogen: Ein Kilo Erdbeeren kostet auf Hof Umberg 7,50 Euro.
Nach dem Pflücken wird gewogen: Ein Kilo Erdbeeren kostet auf Hof Umberg 7,50 Euro.© FUNKE Foto Services | Olaf Fuhrmann

Es wäre übertrieben zu sagen, dass die Erdbeeren auf direkter Naschhöhe hängen, aber viel fehlt nicht. Für Otto-Normal-Verbraucher dürften sie etwa auf der Höhe der Brust baumeln. Pflückerinnen und Pflücker müssen lediglich die Arme heben und die reifen Erdbeeren mit den Fingernägeln oder einer kleinen Kinderschere abknipsen. Dazu kommt noch, dass die Hochbeete mit eben jenen hellen Planen überspannt sind und deshalb bei jedem Wetter gepflückt werden kann.

Erdbeer-Saison 2025: Zwischen den Hochbeeten ist Naschen erlaubt

Von den wettergeschützten Hochbeeten profitieren aber nicht nur die Gäste, sondern auch der Hof. „Weil die Früchte nicht auf dem Boden aufliegen, bildet sich keine Feuchtigkeit unter den Pflanzen und somit auch ein Schimmel. Dadurch können wir die Erdbeeren länger hängen lassen“, erklärt Umberg. Und das macht sich bemerkbar. Teilweise sind die Früchte so groß wie Golfbälle und strapazieren die dünnen Stängel, an denen sie hängen, ganz schön.

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Manch eine Erdbeere ist so saftig, dass sie selbst beim vorsichtigen Pflücken angedötscht wird. Kein Problem! Das freche Früchtchen wandert nicht in den Korb, sondern direkt in den Mund. „Naschen ist hier ausdrücklich erlaubt“, versichert Jörg Umberg. Um die Pflege der Pflänzchen kümmert sich nämlich keine Chemie, sondern ganz natürliche Nützlinge. Sie hängen in Tütchen zwischen den Erdbeeren und gehen auf Raubzug, wenn Schädlinge den Früchten das Leben schwer machen wollen. Aber ist es nicht unwirtschaftlich, wenn sich die Pflückerinnen und Pflücker durchs Feld futtern? „Wir haben auf den Selbstpflücker-Feldern ungefähr Eindrittel weniger Ertrag, als auf den anderen Feldern. Um davon trotzdem leben zu können, nehmen wir Eintritt“, erklärt Umberg. Vier Euro sind es und die werden am Ende der eigenen Sammelaktion mit dem Körbchen verrechnet. Ein Kilo selbst gepflückte Erdbeeren kosten übrigens 7,50 Euro.

„Früher kamen die Menschen mit Waschkörben zum Pflücken“

In Kirchhellen wird das Pflücken übrigens eine lange Tradition. „Selbst pflücken können die Menschen bei uns seit 40 Jahren. Davon seit zehn Jahren im überdachten Tunnel und vier Jahre eben ohne Bücken. Früher sind die Menschen zweimal im Jahr mit Waschkörben hier angekommen und haben die voll gemacht, um die Früchte zu Hause einzuwecken oder einzukochen. Heute kommen sie öfter und nehmen davor kleinere Mengen mit“, erklärt Jörg Umberg.

Jörg Umberg steht in einem seiner  Erdbeertunnel. Hier können Besucherinnen und Besucher bei jedem Wetter pflücken.
Jörg Umberg steht in einem seiner Erdbeertunnel. Hier können Besucherinnen und Besucher bei jedem Wetter pflücken.© FUNKE Foto Services | Olaf Fuhrmann

Mit kleineren Körben bewaffnet, geht das Pflücken natürlich auch schneller. Allerdings können sich Besucherinnen und Besucher die Zeit an den Feldern noch anders vertreiben. „Wir wollen, dass das Pflücken zum Erlebnis wird – zum kleinen Urlaub auf dem Land.“ Wenn das Stromkabel, das die Eismaschine mit Saft versorgt, nicht gerade streikt, gibt es auch frisches Eis mit Früchten vom Hof in einer Bubble-Waffel. Kinder können sich auf einem Spielplatz austoben und für die Erwachsenen soll in den nächsten Wochen auch ein Foodtruck anrollen. Die Frage ist nur, ob nach dem ganzen Naschen auf dem Feld noch Platz für einen Nachschlag ist.

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Hof Umberg, Overhagener Feld 10, Bottrop. Die Felder sind je nach Verfügbarkeit geöffnet, mehr Infos gibt es auf der Webseite des Hofes. Generell gilt täglich von 8 bis 19 Uhr, Schließungen nicht ausgeschlossen.

Hier gibt es auch Erdbeeren zum Selbstpflücken (nicht alle ohne Bücken)

  • Schmücker Hof, Auf der Höhe 9, Bottrop-Kirchhellen. Auch hier kann täglich von 8-17 Uhr im Stehen gepflückt werden. Weitere Infos gibt es auf der Webseite.
  • Bauer Godde, verschiedene Felder in u.a. Herten-Disteln, Gelsenkirchen-Beckhausen und Herne, Saison beginnt ca. Ende Mai. Tagesaktuelle Infos und Öffnungszeiten gibt es auf der Webseite.
  • Gelbrich Erdbeeren, Lehn 2, Sprockhövel. Momentan können hier bereits gepflückte Erdbeeren gekauft werden, die Selbstpflücker-Saison startet noch. Alle Infos auf der Webseite.
  • Hof Steinmann, Ecke Hornstraße und Hegestraße, Gladbeck. Öffnung voraussichtlich Mitte Mai. Dann kann täglich von 7-19 Uhr gepflückt werden.
  • Hof Mertin in Dortmund, u.a. Kemminghauser Str. 155 (12-18 Uhr), Greveler Str. (12-18 Uhr). Aktuelle Infos auf der Webseite .
  • Schulze-Neuhoff, u.a. Ölbachweg an der Kleinherberder Straße, Witten. Mo-Fr 9-18.30 Uhr, Sa+So ab 9 Uhr, Aktuelle Infos und weitere Felder auf der Webseite.
  • Feldmanns Grüner Markt, Schuirweg 105, Essen. Selbstpflücker-Saison startet hier vermutlich Ende Mai. Infos auf der Webseite und auf der Instagram-Seite des Hofes.+
  • Lepkeshof, Mühlenstraße 128, Oberhausen. Täglich (Mo-Sa 8.30-18.30 Uhr, So-Feiertag 10-16 Uhr) stehen Selbstpflückern hier verschiedene Feldabschnitte zur Verfügung. Weitere Infos auf der Webseite oder auf dem Instagramprofil des Hofes.
  • Dümptener Bauernhof, Oberheidstraße 95, Mülheim. Ab Juni öffnen die Felder hier zum Selbstpflücken. Infos auf der Webseite.
  • Beumers Hof, Uerdinger Straße 181, Duisburg. Hier startet die Saison vermutlich Ende Mai oder Anfang Juni. Mehr Infos auf der Webseite.
  • Suderwicher Erdbeeren, Esseler Str. 12, Recklinghausen. Selbstpflücken täglich 9-19 Uhr (Sa. bereits ab 8 Uhr). Mehr Infos auf der Webseite.