Wie kann Kunst, können Künstler vom Schmerz erzählen? Von dem, was in der Welt da draußen passiert? Oder sollte Kunst sich freimachen von allen Botschaften, sollte sie das Schöne feiern? In der Gladbecker Maschinenhalle Zweckel erlebten die Zuschauer eine Künstlerfamilie mit all ihren Zweifeln, ihren Freuden und ihrer Wut: „All the good“ ist ein Stück, das vorgibt, mitten aus dem Leben zu erzählen, und dabei doch subversiv und provokant nach Sinn und Form aller Kunst fragt.
Seit über 30 Jahren arbeitet der Belgier Jan Lauwers mit seiner Needcomany, längst darf man sie als eine Art Gesamtkunstwerk betrachten: eine Gemeinschaft von Schauspielern, Tänzern, Musikern, (Lebens-)Künstlern aus aller Welt. In der aktuellen, in Kooperation mit der Ruhrtriennale entstandenen Produktion machte Lauwers nun erstmals diese Arbeit selbst zum Thema – ein biografischer Ansatz, der zwar in Mode ist (in der Literatur vom düsteren Norweger Karl Ove Knausgard bis hin zum selbstironischen Schauspiel eines Joachim Meyerhoff), aber, wie der Abend zeigt, durchaus noch innovatives Potenzial hat.


