„The Man“ heißt der vierte von satten 18, stilistisch ein weites Feld umreißenden Songs auf dem neuen Album „Lover“, und in dieser grundharmonischen, die Ohren sogleich beim ersten Hören infiltrierenden Nummer stellt sie sich halt mal vor, wie es so wäre, ein Mann zu sein. Oder genauer: Wie es wäre, wenn sie, Taylor Swift, ein Mann wäre: „I’d be a fearless leader. I’d be an alpha type“, singt Swift, sie würde dann als furchtloser, mutiger Visionär und als Alpha-Männchen gelten. „Alle meine Entscheidungen, meine Fehler, meine Erfolge würden anders betrachtet, wenn ich keine Frau wäre“, sagte die 29-Jährige denn auch jüngst einem US-Modemagazin.

Taylor Swift äußert sich also dezidiert feministisch. „Endlich“, möchte man ihr zurufen. Aber nicht zu spät. In einer Welt, in der einiges ins Wanken geraten ist, setzt der Superstar Pflöcke als mündige, meinungsstarke Bürgerin. So lässt sie etwa im Video zum aktuellen Hit „You Need To Calm Down“ bekannte Gesichter aus der Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen-, Transgender- und Queer-Gemeinde auftreten.