. Bei Johan Simons sitzen sie in der ersten Reihe: Schauspieler. Der Intendant ist anfangs auch dabei. Sandra Hüller, die gleich „Hamlet“ sein wird, kommt mit Trinkflasche. Scheingeplauder, Lockerungsübungen, suchender Blick ins Parkett. Bochums Publikum flutet derweil gemütlich den Saal.

So gibt es neben der berühmten Schauspieler-Szene, die als Enthüllungs-Dramolett die große Wende in Shakespeares Drama vom traurigen Dänenprinzen bringt, in Simons Neudeutung eine zweite Dimension des Theaters im Theater. Simons’ „Hamlet“ ist diese ganzen zweieinhalb Stunden lang transparente Bühnenarbeit. Wir sehen sozusagen das Gemachte, illusionslos. Hat der König gesprochen, verdrückt er sich wieder in den Zuschauersessel – und spielt dort einen Mimen, der spielt, dass er gerade nichts spielt. Die Tragödie: eine Behauptung, jeden Abend. Eintritt nicht frei.