Der nächste Tour-Stopp in Hagen am 20. Februar steht unter dem Titel „Wüten in Hagen“. Im Mittelpunkt stehen künstlerische Formate, die sich mit Emotionen, gesellschaftlichen Erwartungen und Ausdrucksmöglichkeiten beschäftigen.
Bereits ab 14 Uhr öffnet auf dem Wilhelmsplatz der Trailer von Urbane Künste Ruhr mit einem besonderen Einbau: dem „Wutraum“ der Künstlerin Rebecca Racine Ramershoven. Ihr Projekt „Kiss my Anger“ lädt FLINTA*-Personen dazu ein, über Wut zu sprechen, sie zu reflektieren und als kraftvolle Emotion wahrzunehmen. Interviews und Gespräche werden Teil einer interaktiven Videoarbeit.

Am Abend folgen Spoken-Word-Performance, Lesung und Gespräch: Mit dabei sind unter anderem die Wissenschaftlerin, Autorin und Performance-Künstlerin Dr. Reyhan Şahin, vielen auch als Lady Bitch Ray bekannt, sowie die Lyrikerin Miedya Mahmod. Moderiert wird der Talk von Kulturwissenschaftlerin Dr. Anne Potjans, die zu Emotionen und feministischer Literatur forscht.

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Autorin und Performance-Künstlerin Dr. Reyhan Şahin macht Station in Hagen.© ©Louis Headlam

Grand Snail Tour – Nächster Stopp

20. Februar 2026: Wüten in Hagen
mit Rebecca Racine Ramershoven, Dr. Reyhan Şahin aka Lady Bitch Ray Miedya Mahmod, Dr. Anne Potjans

Programm
ab 14 Uhr: Kiss my Anger – Rebecca Racine Ramershoven sammelt Interviews zum Thema Wut (nach Anmeldung über die Website www.urbanekuensteruhr.de)
19 bis 19.30 Uhr: Emotionsregulationen (ANGER IS THE HEAT OF A FLUID IN A CONTAINER) – Spoken Word Performance von Miedya Mahmod
19.30 bis 20 Uhr: Amazonenbrüste – Dr. Reyhan Şahin aka Lady Bitch Ray trägt Texte vor und liest aus ihrem neuen Buch
20 bis 21 Uhr: Talk mit Miedya Mahmod, Dr. Reyhan Şahin und Rebecca Racine Ramershoven. Moderation: Dr. Anne Potjans

Rebecca Racine Ramershoven: Kiss my Anger

Bereits ab 14 Uhr steht der Trailer von Urbane Künste Ruhr in Hagen auf dem Wilhelmsplatz. Ausgestattet ist er mit einem „Wutraum“ – einem speziell entwickelten Einbau im Rahmen des Projekts Kiss my Anger von Rebecca Racine Ramershoven.
Kiss my Anger ist eine interaktive Video- und Interviewarbeit, die sich mit weiblicher/Flinta* Wut, insbesondere bei People of Colour, auseinandersetzt. Das Kunstwerk schafft in dem Trailer der Grand Snail Tour einen geschützten Raum, in dem FLINTA*-Personen ihre Gefühle von Wut ausdrücken, reflektieren und liebevoll annehmen können. Durch offene Gespräche, Momente der Stille und gezielte Fragestellungen wird die Verbindung zwischen Emotionen, Körper und gesellschaftlichen Erwartungen sichtbar gemacht. Das Werk fordert dazu auf, die eigene Wut nicht zu unterdrücken, sondern sich gegen stereotype Rollenbilder zu wehren und die eigene Wut als Quelle der Kraft zu nutzen.

Rebecca Racine Ramershoven
Rebecca Racine Ramershoven mit „Kiss my Anger“ - eine interaktive Video- und Interviewarbeit.© Rebecca Racine Ramershoven

Kunst kommt zu den Menschen – und zwar mitten auf den Platz. Mit diesem Anspruch reist die Grand Snail Tour seit drei Jahren durch das Ruhrgebiet. Als mobiles Aktions- und Ausstellungsprojekt verbindet sie Kunst, Austausch und Beteiligung im öffentlichen Raum. Die Route – von Xanten im Westen in den Norden, Osten, Süden und zuletzt nach Herne in die Mitte des Ruhrgebiets – folgt dabei dem Spiralmuster eines Schneckenhauses. Und macht am 20. Februar 2026 Halt in Hagen.

Die Idee dahinter: Kunst nicht nur zeigen, sondern gemeinsam erleben und gestalten. In allen 53 Städten des Ruhrgebiets entstehen im Verlauf der Tour Begegnungen zwischen Künstlerinnen, lokalen Initiativen und Besucherinnen. Dabei geht es immer auch um große Fragen des Zusammenlebens: Wem gehört der öffentliche Raum? Wie entstehen Orte der Begegnung? Und wie kann Kunst Menschen direkt erreichen?

Kunst im öffentlichen Raum – und zum Anfassen

Die Grand Snail Tour bringt nicht nur Veranstaltungen mit, sondern auch eine wachsende Sammlung internationaler Kunstwerke. Viele davon werden nicht nur ausgestellt, sondern aktiv genutzt – etwa als Objekte, Installationen oder Begegnungsorte. Parallel dokumentieren Autorinnen und Künstlerinnen die Stationen der Tour in einer fortlaufenden Reisechronik.

Präsentiert wird eine Auswahl aus der ständig wachsenden Sammlung, die bisher die folgenden Werke umfasst:

  • Cem A. – floor pieces and stanchions
  • Havîn Al-Sîndy – Worte an den Ohren, an der Haut, an der Zelle
  • Aram Bartholl – Missed Connections
  • Cosima von Bonin – 7000 Palmen
  • Jordi Colomer – NEW RUHR MAP
  • Kasia Fudakowski – Palliative Patterns
  • Lütfiye Güzel – Local Blackouts
  • Anna Haifisch – Kleine orange Schnecke
  • Nils Norman – Tablescapes
  • Sowatorini Landschaft – Sonne Art Minigolf
  • Anna Viebrock – HEUTE DEMNÄCHST ENDE

Die Grand Snail Tour versteht sich ausdrücklich als offenes Projekt. Besucherinnen können teilnehmen, zuhören, diskutieren oder selbst Teil künstlerischer Prozesse werden. Jeder Halt wird gemeinsam mit lokalen Akteurinnen gestaltet – und hinterlässt neue Eindrücke, Begegnungen und Perspektiven.

Grand Snail Tour – Station Hagen

Freitag, 20. Februar 2026
14 bis 21 Uhr
Wilhelmsplatz und Bismarckstr. 28 („Da, wo früher ma‘ Rainer war“), 58089 Hagen

Informationen und Anmeldung zu Interviews:
www.urbanekuensteruhr.de

Die Grand Snail Tour ist ein Projekt von Urbane Künste Ruhr, einer dezentralen Institution für Gegenwartskunst im Ruhrgebiet und Teil der Kultur Ruhr GmbH. Ziel ist es, Kunst dorthin zu bringen, wo Alltag stattfindet – mitten ins Leben der Städte.