Der Regionalverband Ruhr (RVR) und das Handwerk Region Ruhr (ein Zusammenschluss der Handwerkskammern Dortmund, Düsseldorf und Münster sowie neun Kreishandwerkerschaften) haben 2023 eine Struktur- und Potenzialanalyse beim Forschungsinstitut Edipa in Auftrag gegeben. Untersucht wurde das Verbandsgebiet des RVR, das vom Niederrhein (Kreis Wesel) bis Hagen, Hamm und dem Kreis Unna im Osten reicht und 53 Städte und Gemeinden umfasst.
Umsatz und Anteil an der Wirtschaftsleistung
Der Umsatz, den Handwerksunternehmen im Ruhrgebiet pro Jahr erwirtschaften, liegt bei 36,7 Milliarden Euro.
Das entspricht einem Anteil von 10,3 Prozent an der Gesamtwirtschaft.
Neugründungen und Überlebenszeit
Pro Jahr gibt es (relativ konstant) 5.000 Ein- oder Austragungen in die Handwerksrolle (das ist das von den Kammern geführte Verzeichnis der zulassungspflichtigen Handwerke). Seit 2016 gibt es einen leichten Überschuss von Eintragungen (gegenüber Austragungen). Nur gut jeder dritte Handwerksbetrieb überlebt die ersten fünf Jahre (36 Prozent).
Regionale Verankerung
80 % des Umsatzes werden in einem Umkreis von 25 km um den eigenen Betrieb erwirtschaftet (Baubranche: 60-70 %).
Besonders stark regional verankert sind Bäcker, Konditoren, Friseure, Fleischer, Schornsteinfeger, Augenoptiker, Kosmetiker, Glaser, Dachdecker, Karosserie- und Fahrzeugbauer sowie Hörakustiker. 60 % der Beschäftigten pendeln weniger als 10 km zum Arbeitsplatz.

Beschäftigte
Die Gesamtzahl der Beschäftigten im Hnadwerk liegt bei 295.509 Personen. Das sind 12,7 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Revier.
Betriebsgröße und Umsatz
78 % aller Betriebe haben weniger als zehn Beschäftigte. Nur 2,5 % verfügen über mehr als 50 Mitarbeitende. Diese 2,5 % erwirtschaften aber rund 50 % des Gesamtumsatzes von 36,7 Milliarden Euro pro Jahr.
Ausbildung und Nachwuchs
Jährlich werden zwischen 8.000 und 9.000 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Davon enden rund die Hälfte mit einer erfolgreichen Gesellenprüfung, 40 Prozent werden vorzeitig aufgelöst.
Frauenanteil
Frauen sind im Handwerk mit insgesamt nur 17 Prozent deutlich unterrepräsentiert. Auf Ebene der Meisterprüfungen sieht es mit 21 % etwas günstiger aus.
Fachkräftemangel
19 von 20 Betrieben haben Probleme, Fachkräfte zu gewinnen. Dies wird sich bis 2040 wahrscheinlich noch verstärken – und zwar um 10 bis 25 Prozent.
Nachhaltigkeit
Klimaschutz und Ressourcen-Effizienz spielen für jeden zweiten Betrieb eine große Rolle. 40 % haben bereits in E-Mobilität investiert.
Die Strukturanalyse
Die Struktur- und Potenzialanalyse ist eine Bestandsaufnahme des Handwerks in den 53 Kommunen des Ruhrgebiets -vom Niederrhein (Kreis Wesel) bis Hagen, Hamm und dem Kreis Unna im Osten.
Sie ist im Internet kostenlos abrufbar. Hier geht es zur Kurzfassung (20 Seiten) - und hier zur Langfassung (188 Seiten).
Auftraggeber sind der Regionalverband Ruhr (RVR) und die Arbeitsgemeinschaft Handwerk Region Ruhr, in der sich die Handwerkskammern Dortmund, Düsseldorf und Münster sowie neun Kreishandwerkerschaften zusammengetan haben, um ihre Interessen zu bündeln.


