Dies entspricht 19 Prozent der Altersgruppe, heißt es in der Studie „Ausbildungsperspektiven 2025“. Oder anders ausgedrückt: Jeder Fünfte möchte nach der Schule erst einmal arbeiten und Geld verdienen, statt eine formale Berufsausbildung zu starten.
Gravierende Folgen für die Wirtschaft, aber auch die Menschen
Und die Quote an Ungelernten geht sogar noch nach oben. Die Folgen sind gravierend: einerseits für den Wirtschaftsstandort. Denn aktuell fehlen bundesweit mehr als 570.000 qualifizierte Arbeitskräfte, so das Institut der Deutschen Wirtschaft. Andererseits aber auch für die jungen Leute selber, die Gefahr laufen, arbeitslos zu werden oder im Niedriglohnsektor zu verharren.

Aber woran liegt diese Ausbildungsmüdigkeit eigentlich? Die Gründe sind unterschiedlich, sagt Helen Renk, Expertin für berufliche Bildung bei der Bertelsmann-Stiftung – und sie hängen auch vom Bildungsniveau ab. Bei Schulabsolventen mit höherer Schulbildung sei es vor allem die Schwierigkeit, sich in der Fülle von Infos zur Berufswahl zurechtzufinden. Menschen mit niedrigem Bildungsniveau haben Probleme mit Bewerbungen und haben mitunter nicht die notwendigen Qualifikationen. Oder aber sie zweifeln an ihren Chancen.
„Wir müssen Perspektiven aufzeigen“
Deshalb sei es wichtig, gerade junge Menschen mit niedriger Schulbildung am Übergang von der Schule in den Beruf bedarfsgerecht zu unterstützen. „Wir müssen ihnen konkrete Ausbildungsperspektiven aufzeigen“, so Clemens Wieland, Experte für berufliche Bildung bei der Bertelsmannstiftung. Zugleich müssen auch diejenigen jungen Menschen, die die Schule ohne Abschluss verlassen (zuletzt 52.300 im Jahr 2022 laut Nationalem Bildungsbericht), als Potenzial für den Ausbildungsmarkt betrachtet und gezielt unterstützt werden.

Deshalb sei es wichtig, gerade junge Menschen mit niedriger Schulbildung am Übergang von der Schule in den Beruf bedarfsgerecht zu unterstützen. „Wir müssen ihnen konkrete Ausbildungsperspektiven aufzeigen“, so Clemens Wieland, Experte für berufliche Bildung bei der Bertelsmannstiftung. Zugleich müssen auch diejenigen jungen Menschen, die die Schule ohne Abschluss verlassen (zuletzt 52.300 im Jahr 2022 laut Nationalem Bildungsbericht), als Potenzial für den Ausbildungsmarkt betrachtet und gezielt unterstützt werden.
19 von 20 Handwerksbetrieben fehlen Fachkräfte
Ein Potenzial, das vor allem für das Handwerk interessant sein kann. Im Ruhrgebiet sagen 19 von 20 Betrieben: Wir haben Probleme, geeignete Fachkräfte zu finden. Insgesamt, so der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), fehlen im Handwerk bundesweit mindestens 250.000 Fachkräfte. Zudem seien 20.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Wie aber kann man die Lücke zwischen vorhandenem Potenzial und mangelnder Nachfrage schließen? Zum Beispiel durch flexible Angebote auch für Geringqualifizierte.
ZDH: „Berufliche und akademische Bildung gleichstellen“
„Neben dem Königsweg der dualen Erstausbildung sind hier berufsabschlussorientierte Teilqualifizierungen, Umschulungen und Anpassungsqualifizierungen flexible Instrumente der beruflichen Weiterbildung“, heißt es in einem Positionspapier von Dr. Volker Born und Jan Dannenbrink (Bereichsleiter beim ZDH).
Sie fordern eine Bildungswende: „Die Fachkräftesicherung ist eine zentrale bildungspolitische Herausforderung für die Bundesregierung und die jeweiligen Landesregierungen. Daher muss der beruflichen Bildung im politischen Handeln eine höhere Wertigkeit eingeräumt werden.“
Die Gleichwertigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung müsse hergestellt, Betriebe bei der Ausbildung im Handwerk unterstützt werden, die Begabtenförderung und Exzellenzstrategie überdacht werden.
„Wir können alles, was kommt“
Das Handwerk versucht über aufwändige Imagekampagnen, Menschen für sich einzunehmen. „Wir können alles, was kommt“, heißt die aktuelle Kampagne, die auch das Motto zum dies jährigen „Tag des Handwerks“ am 20. September liefert.
Sie richtet sich nicht zuletzt an junge Leute, denen die 130 Ausbildungsberufe im Handwerk schmackhaft gemacht werden sollen.
Das Handwerk geriert sich als starke Gemeinschaft: „Wir nehmen die Herausforderungen der Zukunft in die Hand – mit Können, Vielfalt und Innovation“.
Hier geht es zur Imagekampagne.


