Wir hätten ein größeres Spannbettlaken nehmen sollen! Nun lugte ein entscheidendes Teil dieses indiskret beschrifteten XXL-Kartons heraus, den wir in der Waschküche „versteckt“ hatten. „Warum steht ,E-Piano‘ auf dem Paket?“, wollte unsere Tochter wissen, als sie sich einen Schlafanzug aus dem Untergeschoss holte. Von der Pyjama-Schublade aus hatte sie den perfekten Blick auf den verdächtigen Schriftzug. Wir Amateur-Schenker!
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War das der Moment, in dem wir unserer Achtjährigen gestehen mussten, dass die Gemeinschaft der Erwachsenen einer geringfügigen Beschäftigung als Weihnachtsmann bzw. Christkind nachgeht? Wir beantworteten die Frage nach dem Paket mit irgend so einem dämlichen Satz wie „Ach, das ist nur so eine Verpackung“. Aber überraschenderweise stellte unsere Tochter keine weiteren Fragen. Wer am Weihnachtsmann zweifelt, fängt nun mal auch an, an Wichteln zu zweifeln.
Der Beweis für die Wichtel-Existenz
Und wie soll man den Glauben an Melinda verlieren? Ein Piano, sogar einen richtigen Flügel, hat auch unser Weihnachtswichtel geschenkt bekommen. Es war das Willkommenspräsent nach ihrer Rückkehr. Schließlich ist unsere Tochter 2025 zu einer kleinen Pianistin geworden. Da sollte auch ihre Wichtelfreundin die Gelegenheit bekommen, einen babyhandgroßen Flügel zu bedienen.
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Melinda entschied sich, die Ergebnisse ihrer nächtlichen Klavierstunden zu dokumentieren, indem sie zu dem Handy griff, das seit Monaten unbenutzt auf der Küchenfensterbank verstaubt. Sie steckte das als „Papas Privat-Handy“ bekannte Gerät in die Steckdose, öffnete die Diktierfunktion und nahm eine Ein-Minuten-Version ihrer Lieblingsmelodie auf. Am nächsten Morgen musste unsere Tochter nur noch die Wiedergabe starten – und da war er wieder, der Beweis für die Wichtel-Existenz.

Völlig unplausibel wäre es gewesen, dass nicht der Wichtel, sondern tatsächlich ihr Vater – der selbst Weihnachtsgrüße über sein Diensthandy verschickt – sein stiefmütterlich behandeltes „Privat-Handy“ anschaltet. Noch unplausibler als der Gedanke, Eltern könnten es sein, die Weihnachtsgeschenke in der Waschküche zwischenlagern.





