Zusammenfassung

  • Wie entwickelt sich das Wetter an den Weihnachtsfeiertagen konkret?
  • Was die aktuelle Wetterlage über unsere Erwartungen an das Fest verrät.

Milde Temperaturen prägen bislang den Dezember in Nordrhein-Westfalen. Das wird sich in den kommenden Tagen komplett ändern. Es wird bitterkalt - so kalt wie seit Jahren nicht mehr zur Weihnachtszeit. Kann man deshalb mit Schnee am Heiligabend rechnen? Nach Angaben der Expertinnen und Experten des Deutschen Wetterdienst (DWD) ist das im Flachland des Rheinlandes und des Ruhrgebietes eher unwahrscheinlich – gänzlich ausgeschlossen ist Schnee aber nicht, zumindest in den Hochlagen ist mit Glätte zu rechnen.

So sieht die NRW-Wetterlage in der Weihnachtswoche konkret aus

Am Mittwoch (Heiligabend) ist es anfangs teils noch stark bewölkt, im Tagesverlauf lockert es von Norden her auf. Meist bleibt es trocken, am ehesten im Bergland sind vorübergehend Schneegriesel oder einzelne Schneeflocken möglich. Die Temperaturen erreichen am Nachmittag im Rheinland etwa 3 Grad, in Ostwestfalen rund 1 Grad und auf dem Kahlen Asten bis zu minus 5 Grad. Der Wind weht mäßig bis frisch aus Nordost, örtlich mit starken, im Bergland auch stürmischen Böen.

In der Nacht zum Donnerstag klart es zunehmend auf. Es bleibt niederschlagsfrei, und es wird bitterkalt: Die Temperaturen sinken auf minus 3 bis minus 7 Grad, im Bergland sogar bis zu minus 9 Grad.

Der erste Weihnachtsfeiertag (Donnerstag) verläuft verbreitet sonnig. Die Höchstwerte liegen zwischen minus 1 und plus 3 Grad, im höheren Bergland bei minus 4 bis minus 2 Grad. Der Nordostwind bleibt mäßig, im Bergland teils stark böig. Auch am zweiten Weihnachtsfeiertag (Freitag) zeigt sich häufig die Sonne. Die Temperaturen steigen auf 0 bis 4 Grad, im Hochsauerland bleibt es um minus 1 Grad. Niederschlag wird nicht erwartet.

Nostalgie an Weihnachten: So oft hat es früher um die Feiertage wirklich geschneit

Ein Blick zurück zeigt: „Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken“, sagt DWD-Experte Andreas Walter. Eine Schneedecke von mindestens einem Zentimeter an allen drei Weihnachtstagen habe es das letzte Mal 2010 in Deutschland auch im Tiefland gegeben. Vergleiche man die 30-jährigen Zeiträume 1961 bis 1990 und 1991 bis 2020, sehe man einen Rückgang der Schnee-Wahrscheinlichkeit von 15 bis 40 Prozent. Ein Beispiel: Zwischen 1960 und 1989 gab es in Essen achtmal weiße Weihnachten, in den 30 darauffolgenden Jahren fünfmal.

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Weniger Schnee, kürzere Liegezeiten: Früher gab es zwar mehr Schnee rund um Weihnachten, dennoch verklären wir vergangene Weihnachtsfeste zusätzlich. (Symbolbild)© Rene Traut/dpa | Rene Traut

Doch im Vergleich zu früheren Jahren fällt nicht nur weniger Schnee, er schmilzt auch schneller dahin: „Früher hatte man mehr diese langanhaltenden, kalten Hochdrucklagen. Also wenn Schnee lag, dann blieb der auch eine Weile liegen“, sagt Atmosphärenforscher Bodo Ahrens von der Universität Frankfurt. Heute schneie es zwar immer noch ab und zu, aber die weiße Pracht sei von kürzerer Dauer. „Die kalten, stabilen Lagen sind weniger geworden.“ Ursache dafür ist ihm zufolge die Klimaerwärmung. 

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Verklärte Erinnerungen an weiße Weihnachten: Wunschdenken bestimmt Erwartung

Viele Menschen verbinden Weihnachten mit Schnee, obwohl die meisten in ihrem Leben viel öfter graue und nasse Weihnachten erlebt haben. „Natürlich war es früher, als der Klimawandel noch nicht so zugeschlagen hat, kühler und auch kälter an Weihnachten“, sagt Andreas Walter. Eine geschlossene Schneedecke habe es vielerorts aber da schon selten gegeben. „Vielleicht wird der Blick darauf immer ein bisschen verklärt“ – weil man sich das eben wünsche. Auch diesmal bleibt damit ein Rest Hoffnung, doch die Vorzeichen stehen eher auf grün als auf weiß. Die endgültige Antwort liefert wie so oft erst das Wetter selbst. (mit dpa)