Soweit ich mich erinnere, kam es zweimal vor, dass meine Eltern Freunden von mir Hausverbot erteilten. Der eine hatte zu offensichtlich und zu häufig im Angesicht der Nachbarschaft im Vorgarten gekifft, der andere hatte mich und meinen Bruder dazu verführt, ununterbrochen zu zocken.
Kolumnen über kiffende Kinder muss ich zum Glück noch nicht schreiben. Also beschränken wir uns aufs Zocken.
Ich liebte es als Kind, wenn sich die Sommersonne dem Westen zuneigte. Nicht nur wegen des gemütlichen Abendlichtes. Sondern auch, weil man kein schlechtes Gewissen mehr haben musste, die Eltern zu fragen: „Können wir gleich reingehen und ein bisschen zocken?“

Die Verführbarkeit von Videospielen hatte sicher auch mit dem beschränkten Zugriff auf sie zu tun. Den ganzen Tag zu zocken, vor allem an sonnigen Sommertagen, das war in meinem Elternhaus verpönt. Es gab da aber Freunde, die hatten kein wirkliches Zocker-Limit. Da kam die Mutter vielleicht mal nach vier oder fünf Stunden rein und fragte: „Habt ihr auch mal Lust, etwas anders zu machen?“ Man hätte auch mit „Nö“ antworten können.
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Wenn man diese Freunde besuchen wollte, da traute man sich nicht so richtig, Mama und Papa zu fragen. Deren Antwort war vorprogrammiert: „Wenn du bei dem zu Besuch bist, dann sitzt du doch eh nur den ganzen Tag vor der Glotze und kommst mit viereckigen Augen nach Hause!“ Recht hatten sie ja.
Die eine Frage kommt dann doch sehr schnell
Doof nur, dass die Zocker-Freunde irgendwie die besten Freunde sind. Gerade Multiplayer-Games haben einen hohen Suchtfaktor. Mein Sohn kann das unterschreiben. Wenn sein bester Kumpel zu Besuch ist, dann ziehen die beiden erst ein bisschen um die Häuser, plaudern ein bisschen herum. Aber relativ zeitnah kommt dann doch die Frage, ob sie nicht die Spielkonsole anschalten dürfen.

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Die Prägung meines Elternhauses zwingt mich selbstverständlich dazu, dann öfter den Spielverderber zu spielen. „Jungs, draußen ist es doch noch so schön…“ Und glaubt mir, noch schöner wird es, wenn die Dämmerung bevorsteht.






