• Das im Düsseldorfer Hafen festsitzende Frachtschiff „Terra 2“ aus den Niederlanden unternimmt am Freitag (2. Oktober) einen zweiten Versuch, abzufahren und seinen Weg nach Rotterdam fortzusetzen.
  • Am Dienstag (29. September) hatte sich das Schiff in der Hafenausfahrt wegen des extremen Niedrigwassers festgefahren und musste aufwendig befreit werden.
  • Da es nicht möglich war, das Schiff auf den Rhein zu schleppen, musste es zurück in den Hafen und dort teilweise entladen werden.

Das festgefahrene Frachtschiff „Terra 2“, das seit Dienstag (29. September) im Düsseldorfer Hafen festsitzt, soll am Freitagnachmittag (2. Oktober) oder Samstagmorgen (3. Oktober) endlich wieder auf den Rhein fahren können. Das teilte ein Sprecher des Logistikunternehmens Mosolf der dpa mit. Am Montag (28. September) war das 135 Meter lange Schiff mit Mercedes-Sprintern beladen worden und bei der Ausfahrt aus einem Hafenbecken auf eine Sandbank gefahren. Den Verkehr des übrigen Hafens blockierte es nicht. Am Dienstag ging es mühsam zurück ins Hafenbecken, wo es nach Angaben von Mosolf teilweise entladen wurde. Die Firma hat das Schiff gechartert. 

Dadurch sollte das Schiff so leicht werden und so wenig Tiefgang haben, dass es auch bei dem aktuellen Niedrigwasser aus dem Hafen raus und bis nach Rotterdam fahren kann. In der Zwischenzeit ist der Rheinpegel in Düsseldorf wieder leicht angestiegen, liegt mit minus 1 Zentimeter auf der Pegeluhr aber immer noch extremes Niedrigwasser.

So haben wir bisher berichtet.

Schiff fährt sich in Düsseldorfer Hafen fest: Ladung teilweise entfernt

„Wir warten jetzt auf die Auflagen von der Wasserschutzpolizei und vom Hafenmeister, mit welchem Tiefgang und demzufolge mit welcher Beladung wir losfahren dürfen“, hatte der für die Dispositionsleitung zuständige Mosolf-Manager Jürgen Richter am Dienstag gesagt. Jetzt beobachte man genau die Entwicklung des Pegelstandes. „Wir wollen auf Nummer sicher gehen, damit es dieses Mal auch wirklich klappt“, zitier die dpa den Mosolf-Sprecher.

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Wegen des extrem niedrigen Pegelstands des Rheins hatte sich das niederländische Frachtschiff am Montag im Düsseldorfer Hafen festgefahren. Die Bergung des Schiffes von besagter Sandbank war schwierig. Versuche, dass es durch eine Ankerwinde und Gewichtsverlagerungen von der Sandbank „herunterschubbert“, schlugen fehl. Einen Schlepper wollte man laut Wasserschutzpolizei wegen des niedrigen Pegels nicht einsetzen: „Die Gefahr ist zu groß, dass das Schiff dabei beschädigt wird.“

Frachtschiff Düsseldorf
Hinter dem Hyatt-Hotel im Düsseldorfer Hafen hat sich das Frachtschiff festgefahren. © NRZ Düsseldorf | jum

Ein Sprecher der Neuss-Düsseldorfer Häfen sagte, der Kapitän habe vermutlich das Gewicht der Beladung falsch eingeschätzt. Dem widersprach Mosolf-Manager Richter. Nach seinen Worten liegt die Zwangspause daran, dass der Hafen nicht richtig ausgebaggert ist und das dortige Wasser nicht so tief ist wie der Rhein. „Das Niveau müsste gleich sein, das ist es aber nicht – die Infrastruktur des Hafens ist nicht gepflegt genug.“ Die Baggerschiffe sollten permanent die Hafenbecken frei halten, besonders zu Niedrigwasserphasen, fordert Richter. 

Trockenheit: nur wenig Frachtschiffe auf dem Rhein

Aus der misslichen Situation befreit wurde das unter niederländischer Flagge fahrende Schiff durch ein anderes niederländisches Schiff, das zufällig ebenfalls im Düsseldorfer Hafen lag und rausfuhr. Auf Bitte des Schiffskapitäns fuhr es an sein mit den Sprintern beladenes Schiff heran. „Es stupste unser Schiff von der Sandbank“, sagt Richter. 

Zum Hintergrund: Die Trockenheit samt ausbleibender Niederschläge hat dazu geführt, dass der Rhein und andere Flüsse viel weniger Wasser mit sich führen als normalerweise. Daher fahren nur noch wenige Frachtschiffe auf dem Rhein, zudem haben die Fähren ihren Betrieb eingestellt. Der eingeschränkte Schiffsverkehr auf dem Rhein trifft auch die Industrie hart, deren Versorgung mit Rohstoffen und Ersatzteilen sich deswegen verteuert hat.

Laut WDR hat es auch weiter südlich bereits ähnliche Zwischenfälle wie in Düsseldorf gegeben: In Bonn habe sich ein Fahrgastschiff festgefahren – das sich allerdings selbst wieder befreien konnte. In Unkel sei ein Tankmotorschiff gegen eine Landebrücke gekracht und habe diese abgerissen.

Wegen Niedrigwasser: Sonntagsfahrverbot für Lkw bleibt ausgesetzt.

Das Sonntagsfahrverbot für Lastwagen in Nordrhein-Westfalen bleibt wegen des anhaltenden Niedrigwassers auf den Wasserstraßen weiter ausgesetzt. Die Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot würden bis zum 31. Oktober verlängert, teilte das NRW-Verkehrsministerium mit.

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„Für die kommenden Tage werden am Rhein weiter sinkende Wasserstände erwartet“, hieß es. Binnenschiffe könnten deshalb nur einen Teil ihrer üblichen Ladung aufnehmen. „Ohne die Ausnahme drohen nach wie vor Produktionsstopps und unterbrochene Lieferketten“, so das Ministerium. Das Land hatte die Ausnahmegenehmigung in diesem Sommer bereits einmal bis Ende September verlängert. (mit dpa)