Das große Ziel heißt Weltmeisterschaft. Wer im deutschen Spitzenreitsport unterwegs ist, blickt in diesem Sommer maßgeblich auf die Nominierung für die Titelkämpfe im August in der Aachener Soers. Während der Weg der besten Dressurreiterinnen und -Reiter maßgeblich über das Longines Balve Optimum führt, ist das bei den Springreitern anders. Und trotzdem mischen nach der erste Wertungsprüfung zur deutschen Meisterschaft in der offenen Klasse prominente Namen vorne mit.

Bundestrainer verpasst Balve

Die WM-Mannschaft wird maßgeblich im Ausland gebildet, bei Nationenpreisen oder bei den Springen der Global Champions Tour. „Obwohl der eine oder andere Topreiter nicht vor Ort ist, erleben die Besucherinnen und Besucher in Balve herausragenden Sport“, sagte Otto Becker, Bundestrainer der Springreiter. Er bedauert, aufgrund eines Nationenpreises im schweizerischen St. Gallen ebenfalls nicht in Balve sein zu können. Dass er trotzdem einen intensiven Blick auf die Ergebnisse der Meisterschafts-Entscheidungen werfen wird, ist klar.

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Über diejenigen, die nach der ersten der beiden Wertungsprüfungen ganz vorne mit dabei waren, dürfte sich die Verwunderung des Bundestrainers in Grenzen gehalten haben. Insgesamt acht Starterinnen und Starter blieben in beiden Umläufen der ersten Wertungsprüfung ohne Fehler, 16 waren es noch nach dem ersten Umlauf.

Balve Optimum am Freitag, 5.  Juni 2026
Marco Kutscher gewinnt die erste Wertungsprüfung zur deutschen Meisterschaft der Springreiter in Balve.© FUNKE Foto Services | Svenja Hanusch

Dass Christian Kukuk, der Olympiasieger von Paris, dazu gehören würde, hatte er selbst im Vorfeld nicht erwartet, sich aufgrund junger Pferde nicht zu den Top-Favoriten gezählt. Am Ende blieb der Riesenbecker mit seinem Wallach Akarad fehlerfrei.

Entscheidungen im Livestream

Beim Longines Balve Optimum treffen sich vom 3. bis 7. Juni Topathleten des Reitsports. Unter anderem werden acht Deutsche Meistertitel vergeben. Wir übertragen wichtige Entscheidungen im Livestream:

Samstag, 6. Juni, 9.35 bis 16.15 Uhr: DM-Entscheidung in der Dressur, Grand Prix Special & DM-Entscheidung im Springen, Damen >>> hier im Livestream verfolgen

Samstag, 6. Juni, 16.20 bis 19.30 Uhr: Springprüfung mit Stechen CSI2*, Championat von Balve >>> hier im Livestream verfolgen

Sonntag, 7. Juni, 10.15 bis 18.05 Uhr: DM-Entscheidung in der Dressur, Grand Prix Kür & DM-Entscheidung im Springen, offene Klasse >>> hier im Livestream verfolgen

Mit seinem zweiten Pferd im Parcours, dem erst neun Jahre alten Nachwuchshengst Viki van Gogh, leistete sich Kukuk einen ganz leichten Fehler in der zweiten Runde. „Akarat ist ein Jahr älter, mit ihm habe ich mir für die Meisterschaft schon ein wenig mehr Hoffnung gemacht. Er hat es auf den Punkt gebracht und das mit einer Doppel-Null“, sagte Kukuk.

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Gewonnen hat die erste Meisterschaftsprüfung der ehemalige Mannschafts- und Einzel-Europameister Marco Kutscher (51) aus dem niedersächsischen Bad Essen. Anders als erwartet, geht er am Sonntag nicht fehlerfrei mit seinem elf Jahre alten Wallach Lemar in den zweiten Teil der Meisterschaftsentscheidung. Der leistete sich am letzten Sprung der zweiten Runde einen Fehler. Cool Fox hingegen blieb in beiden Runden ohne Abwurf.

Clara Blau muss umdisponieren

Kutscher sicherte sich 2003 seinen ersten deutschen Meistertitel und würde diesen Triumph am Sonntag gern wiederholen. „Normalerweise gewinnt der, der vier Mal null reitet, aber ich hoffe, dass ich mit Lemar doch noch was reißen kann, je nachdem, was uns der Parcoursbauer da in den Weg stellt“, erklärte er.

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Einzige Frau unter den Top-Acht ist die Osnabrückerin Clara Blau, die sich mit dem erst neun Jahre alten Nachwuchspferd Calido´s Blue Hoffnung auf den Titel machen darf. „Er macht eigentlich immer einen sehr coolen Job, lässt sich von den Höhen nicht beeindrucken. Ich hatte eigentlich am Sonntag für ein anderes Turnier genannt, aber das kann ich jetzt wohl nicht machen“, sagte Blau mit einem breiten Grinsen.

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Neben Christian Sosath, Christian Hess, Jens Baackmann und Maximilian Lill schaffte es auch der amtierende Meister, Mario Stevens aus Emsbüren, mit seinem letztjährigen Meisterschaftspferd Starissa ohne Abwurf zu bleiben. „Ich mag dieses Turnier einfach, aber es ist schon Druck drauf als Titelverteidiger. Jetzt muss ich am Sonntag konzentriert und gut reiten, dann schauen wir mal, was möglich ist“, erklärte er.