Insgesamt 79 bestätigte Wolfsnachweise zählte das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW (Lanuk) im vergangenen Jahr, meist dokumentiert durch Fotofallen oder DNA-Proben nach Nutztierrissen. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor wurden noch 273 Nachweise gezählt. 2025 war also ein verhältnismäßig ruhiges Wolfsjahr. Schlägt sich das auch in der Landeskasse nieder, aus der die Entschädigungen und Förderungen für den Herdenschutz gezahlt werden?

Wenn ein Rissgutachten vorliegt und der Wolf als eindeutiger Verursacher feststeht, können Weidetierhalter für ihre getöteten Schafe, Ziegen, Pferde oder Rinder eine Entschädigung bekommen. Im vergangenen Jahr waren das insgesamt rund 31.000 Euro, heißt es aus der NRW-Landwirtschaftskammer auf Anfrage der NRZ. „2025 waren vor allem Schafe, aber auch ein geringer Anteil an Rindern und Ziegen betroffen“, erklärt eine Sprecherin.

Entschädigung für Wolfsrisse: Starker Rückgang seit 2024

Im Jahr zuvor wurden noch rund 45.000 Euro an Entschädigungen ausgezahlt, hier waren vor allem Schafe von den Angriffen betroffen. Zu der Zeit gab es auch noch einen großen Anteil aus dem Wolfsgebiet Schermbeck. 2025 seien Schermbeck, das Oberbergische Land und das Gebiet Hohes Venn-Eifel gleichermaßen betroffen gewesen.

In beiden Jahren habe es aber auch einige Vorfälle außerhalb der damals ausgewiesenen Wolfsgebiete gegeben, so die Sprecherin. Das Umweltministerium weitere Mitte August deshalb das Wolfsgebiet von einzelnen Fördergebieten auf die gesamte Landesfläche aus. Dadurch konnten Menschen überall in NRW Unterstützung für den Herdenschutz beantragen. Die Anzahl der Förderanträge sei daraufhin enorm gestiegen, hieß es schon Anfang September. Doch wie viel Geld hat NRW im vergangenen Jahr wirklich für den Herdenschutz ausgegeben?

Schutz vor Wölfen: So viele Anträge hat das Land bewilligt

Bei der Landwirtschaftskammer NRW, die für die Bewilligung der Anträge zuständig ist, sind 2025 insgesamt 169 Anträge eingegangen. Davon seien 152 Anträge genehmigt worden, lediglich drei wurden abgelehnt. Laut einem Ministeriumssprecher seien diese Anträge unvollständig gewesen und die fehlenden Unterlagen nicht mehr nachgereicht worden. 14 weitere Anträge seien aktuell noch in Bearbeitung und seien bisher weder abgelehnt noch bewilligt worden.

Woher ein Großteil der Anträge komme, sei wenig überraschend: Die meisten Anträge seien aus den Gebieten der früheren Förderkulissen „Westliches Münsterland“ und „Senne-Eggegebirge“ eingegangen. Hier habe die Landwirtschaftskammer jeweils 35 Anträge gezählt.

Herdenschutzzäune und Co.: NRW hat rund 750.000 Euro ausgegeben

Doch wie viel Geld hat das alles gekostet? Insgesamt habe das Land für die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen rund 750.000 Euro ausgezahlt. Bei 152 bewilligten Anträgen entspricht das einer Summe von knapp 5000 Euro pro Antrag. Damit liegt das Land allerdings noch gut im Finanzplan. Bereitgestellt worden waren zuvor eine Million Euro für das gesamte Jahr, davon wurden drei Viertel ausgeschöpft.

Damit war das Jahr 2025 trotz der Ausweitung der Förderkulisse für das Land günstiger als das Vorjahr. 2024 wurden vom Land noch etwa 812.000 Euro Förderung ausgezahlt. Dass sich der Wolf in NRW im vergangenen Jahr deutlich unauffälliger verhalten hat als im Vorjahr, könnte eine Erklärung sein. Gleichzeitig haben sich viele Nutztierhalter, die in Regionen leben, in denen der Wolf schon mehrfach auffällig wurde, bereits vor 2025 einen Herdenschutzzaun zugelegt und deshalb in den vergangenen Monaten keine Förderung mehr in Anspruch genommen.