Es war wohl noch nie so wichtig, Gas und Strom zu sparen, wie in diesem Winter. Damit die Gasvorräte bis zum Frühjahr reichen, will ganz Deutschland den Energieverbrauch um 20 Prozent senken.

Die Städte und Kommunen im Ruhrgebiet gehen mit gutem Beispiel voran: Ab dem ersten Oktober sollen Büros in öffentlichen Gebäuden auf maximal 19 Grad, Klassenzimmer höchstens auf 20 Grad Celsius beheizt werden. Der Kreis Wesel tauscht z. B. viele konventionelle Leuchten durch LED-Leuchten aus. Und die Stadt Essen strahlt bereits seit August große Gebäude nicht mehr an.

Raumtemperatur absenken und Heizkörper freiräumen

Doch all diese Maßnahmen bringen nur etwas, wenn auch Privathaushalte Strom und Gas sparen. Das sichert nicht nur unseren Energievorrat, sondern hilft auch der Umwelt und schont vor allem den Geldbeutel.

Eine simple und effektive Maßnahme ist es, Heizkörper zu entlüften. Ob das nötig ist, können Sie ganz leicht feststellen: Gluckert es im Heizungsrohr, ist zu viel Luft in der Leitung. Am besten verteilt sich die Wärme im Raum, wenn die Heizkörper nicht von Möbeln verdeckt werden. Damit sparen Sie bis zu 12 Prozent Heizkosten.

Wussten Sie, dass jedes Grad weniger 6 Prozent an Heizkosten spart? Es muss nicht in der ganzen Wohnung 22 Grad warm sein. Probieren Sie es einmal mit 20 Grad Celsius im Wohnbereich, 18 Grad in der Küche und 17 Grad im Schlafzimmer. So empfiehlt es auch das Umweltbundesamt.

Fenster und Türen abdichten – und stoßlüften

Am besten sorgen Sie für unterschiedliche Raumtemperaturen, indem Sie die Zimmertüren geschlossen halten. Wenn Sie in einem älteren Gebäude wohnen, können Sie zusätzlich Türen und Fenster abdichten. Schaum- und Gummidichtungen gibt es für wenig Geld in jedem Baumarkt. Und Vorhänge, Rollos und Jalousien halten nicht nur im Sommer die Hitze draußen, sondern auch im Winter die Wärme drinnen.

Natürlich sollten Sie nicht alle Fenster und Türen dauerhaft geschlossen halten. Das würde nicht nur zu stickiger und verbrauchter Luft führen, sondern durch eine höhere Luftfeuchtigkeit auch zu Schimmel. Doch es gibt eine einfache Gegenmaßnahme: Stoßlüften. Öffnen Sie im Winter für jeweils fünf Minuten mindestens dreimal pro Tag die Fenster. Wichtig: Regeln Sie vor dem Lüften die Heizung herunter oder schließen Sie die Thermostatventile – sonst reagiert der Temperaturfühler auf die kalte Luft von draußen und fährt die Heizung hoch.

Ein großer Kostenfaktor: Warmwasser

Egal, ob Ihr Wasser mit Gas oder Strom erwärmt wird: Jeder Liter kostet Geld. Wenn Sie acht Minuten mit 38 Grad Celsius warmem Wasser duschen, verbraucht das 100 Liter Wasser und kostet pro Person und Jahr mehr als 500 Euro. Jede Minute, die Sie weniger duschen, ist nicht nur besser für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel.

Sparduschköpfe, die es ab etwa 20 Euro zu kaufen gibt, senken die Warmwasserkosten sogar bis zu 30 Prozent. Und wenn Sie sich auch mal kalt waschen, ist das nicht nur noch günstiger, sondern auch gut für Sie. Denn zu viel heißes Wasser trocknet die Haut aus.

Waschmaschine, Spülmaschine, Kühlschrank: So vermeiden Sie Kostenfallen.

Hätten Sie gedacht, dass Ihr Kühlschrank wahrscheinlich zu kalt ist? Durchschnittlich sind Kühlfächer in Deutschland 5,8 Grad kalt, dabei sollten es lediglich 7 Grad und im Tiefkühler minus 18 Grad sein. Jedes Grad spart auch im Kühlschrank 6 Prozent Energiekosten. Und den Tiefkühler abzutauen, lohnt sich noch mehr: Ein vereistes Eisfach verbraucht 15 Prozent mehr Strom.

Auch da, wo es in der Küche heiß wird, können Sie bares Geld sparen: Mit Umluft zu backen, spart 15 Prozent Energie gegenüber Ober- und Unterhitze. Und beim Kochen den Deckel auf den Topf zu setzen, senkt den Energieverbrauch um bis zu zwei Drittel.

Sie denken, ein Geschirrspüler sei Luxus? Im Gegenteil, er spart im Verhältnis zum Abwasch mit der Hand viel Warmwasser. Vor allem, wenn Sie das Ökoprogramm nutzen – genauso wie bei der Waschmaschine. Verzichten Sie, wenn möglich, auf einen Trockner. Gerade ältere Modelle verbrauchen extrem viel Strom.

Ohne Stand-by durch den Winter

Strom sparen können Sie auch, indem Sie Ihre elektronischen Geräte nicht im Stand-by-Modus lassen, sondern sie über eine vorgeschaltete Mehrfachsteckdose ausmachen, wenn Sie sie nicht brauchen. 10 Prozent des Stromverbrauchs können so vermieden werden.

Es sind häufig kleine Maßnahmen, die einen erstaunlichen Effekt haben. Dort, wo die Städte und Kommunen des Ruhrgebiets im großen Stil Energie sparen, können auch Sie im kleinen Rahmen helfen. Damit wir im Winter nicht kalt erwischt werden. Was Sie im Einzelnen tun können und Tipps zur Umsetzung – das alles finden Sie auf der Seite besserbereit.ruhr.