Von Henkern, einsamen Wölfen und Gott in Kur

Ennepetal.   Erneut gab die an der Mittelstraße in Altenvoerde ansässige Buchhandlung Bochhammer den Autoren Michael Barth und Frank Bergmann die Möglichkeit, ihre neuesten Werke vorzustellen. Wieder waren alle Stühle von Lesehungrigen besetzt. Sie erlebten in zwei Stunden völlig unterschiedliche literarische Welten. Michael Barth, der Gevelsberger, sorgt seit Jahren fürs Gruseln, und Frank Bergmann, der Kölner, lässt diesmal einen Mann auf Suche nach sich selbst gehen.

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Erneut gab die an der Mittelstraße in Altenvoerde ansässige Buchhandlung Bochhammer den Autoren Michael Barth und Frank Bergmann die Möglichkeit, ihre neuesten Werke vorzustellen. Wieder waren alle Stühle von Lesehungrigen besetzt. Sie erlebten in zwei Stunden völlig unterschiedliche literarische Welten. Michael Barth, der Gevelsberger, sorgt seit Jahren fürs Gruseln, und Frank Bergmann, der Kölner, lässt diesmal einen Mann auf Suche nach sich selbst gehen.

Flapsige Hintergründe

Zunächst Michael Barth: „Henker“ heißt sein im Januar erschienenes Werk, es ist eine sehr detaillierte Beschreibung des Grauens, man kann sagen, ein Hardcore-Thriller. Ein religiöser Fanatiker richtet eine junge Frau grausam hin. Barth beschreibt viele Personen, die Meute der Journalisten vor dem Tatort, den mürrischen ermittelnden Hauptkommissar und dessen Freund, einen Schriftsteller, der eine neue Aufsehen erregende Story wittert. Die Geschichte nimmt ihren Lauf und erzeugt Spannung. Barth ist für die meisten Zuhörer ein Sympathieträger, er erläutert in seiner Lesung zwischendurch lächelnd flapsig den Aufbau seiner Geschichte – und schon ist man wieder mittendrin in einer abartigen Welt. Barth lässt sein Publikum aus den verschiedensten Perspektiven am blutigen Geschehen teilnehmen. Die Fantasie des Zuhörers (Lesers) schlägt Purzelbäume.

Frank Bergmann beschreibt hingegen in seinem Fortsetzungsroman „Freiheit und Mut“ die Geschichte eines Rechtsanwalts, dessen Leben aus den Fugen geriet. Frau weg, Beruf weg und die Kindheit war schon schwer genug, wie in dem vorausgegangen Buch „Stärke und Mut“ zu lesen war. Bergmann kann mit Sprache jonglieren, Gefühle wecken und Seelenlagen kundtun. Stark die Szenen, in der der Protagonist in der Einsamkeit Montanas (USA) mit einem Zossen und Hund namens „Dakota“ unterwegs ist. Nachts heult ein Wolf. Tags darauf findet er diesen sterbend im Gras. Er streichelt das Tier, hält dessen Kopf, fühlt sich ihm ganz nahe. Zwei einsame Wölfe unter sich. Des Autors Botschaft: Es bedarf Mut, sich selbst zu befreien. In diesem Falle aus einem Leben, das von Verzweiflung und Selbstmitleid geprägt war.

„Himmlischer“ Stellvertreter

Am Ende gab es noch eine Zugabe. Barth und Bergmann lasen gemeinsam aus dem Buch „Zum Teufel mit dem Himmel“. Der Gevelsberger beschreibt mit Humor, wie Gott aus dem Himmel kommt und den Teufel besucht. Gott braucht nämlich, weil er zur Kur muss, für einige Zeit einen Vertreter, weil er sein himmlisches Personal nicht für kompetent hält, soll es der Teufel richten. Das Chaos nimmt seinen Lauf.

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