Verschönerungsverein will Wanderwege neu auszeichnen

Schwelm.   Im zweiten Teil der V. „Matinée am Sonntag“ im Haus Martfeld stand die Kapelle selbst im Mittelpunkt. Diese Immobile gehört dem Schwelmer Verschönerungsverein. Der letzte Woche verstorbene Martin Schwamborn war seit 1977 im Vorstand tätig.

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Im zweiten Teil der V. „Matinée am Sonntag“ im Haus Martfeld stand die Kapelle selbst im Mittelpunkt. Diese Immobile gehört dem Schwelmer Verschönerungsverein. Der letzte Woche verstorbene Martin Schwamborn war seit 1977 im Vorstand tätig.

Hochzeiten und evangelische Taufen

Der jetzige Vorsitzende Michael Lindermann, der sich selbst als „Schwelmer mit Migrationshintergrund“ bezeichnete, sprach über die Neuausrichtung und Vergangenheit des Vereins. Er würdigte die Arbeit von Martin Schwamborn, der fast täglich in der Kapelle gewesen sei. Gerne hätten sie den Vorstandswechsel gemeinsam vollzogen, aber seine fortschreitende Krankheit hätte ihnen keine Zeit mehr gelassen. Als Fachmann für Geld erläuterte er die Finanzlage des Vereins: „In den letzten sechs Jahren hat der Verein als Vermögen rund 20.000 Euro verloren. Eine Kapelle generiert kaum Einnahmen.“ Daher freue man sich, der Kapelle einer weiteren Nutzung zuführen zu können, die kostenmäßig zur Unterhaltung beitrage. Es könne nun dort kirchlich geheiratet und evangelisch getauft werden (wir berichteten).

In Zukunft sei geplant, die „Wanderwege neu auszurichten“. Lindermann selbst werde jetzt eine Ausbildung zur Auszeichnung von Wanderwegen absolvieren, um später die Wege zu beschriften. In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr werden die Rettungswege im Wald gekennzeichnet (Notrufnummer und Ziffernfolge).

Die Kuratorin Dr. Bärbel Jäger gab zur Einstimmung einen Überblick über die Geschichte und Details der Martfeld-Kapelle. Gebaut wurde dieses Kleinod von der Freifrau Friederike von Elverfeldt (geb. von Schwachenburg), die im Gruftanbau 1872 bestattet wurde. In den 40er Jahren wurde sie nach Schloß Canstein (dem Hauptsitz) überführt. Von Elverfeldt bewohnte nach 21 Ehejahren Haus Martfeld überwiegend alleine.

Gruftanbau im Jahr 1867

Sie beauftragte den in Europa berühmten Kölner Baumeister Vincenz Statz (Baubeginn 1860). Er stand im Ruf des Erneuerers mittelalterlichen Bauformen. Der Gruftanbau geschah erst später (1867) durch den Barmer Architekten Gerhard Fischer. Die Seitenwände sowie der Anbau der Kapelle bestehen aus Bruchsteinen, wohingegen die Schauseite aus Werksteinen besteht, die der Steinmetz einzeln bearbeitet habe. Neben den architektonischen Besonderheiten ist auch das Wandbild „Lots Flucht aus Sodom“ (1743) von Johann Heinrich Damelet ein Blick wert. 1998 wurde die Kapelle für umgerechnet rund eine Million Euro renoviert. Im Rahmen der neuen Nutzung zog die Fossilien-Sammlung der Familie Zimmermann in das Museum Haus Martfeld um.

Gabriele Grollmann verriet: „Wir versuchen, die Gartenanlage bei der Internationalen Gartenausstellung 2027 zu platzieren.“ Es handele sich dabei um einen der ältesten englischen Gärten in dieser Region.

Propst Norbert Dudek und Pastor Jürgen Schröder gestalteten gemeinsam die Feier mit „einem gewissen Humor“, die mit einem gemeinsamen „Halleluja“ endete. Pastor Schröder konnte bereits von zwei Trauungen, einer Taufe (für die fast das Wasser gefehlt hätte) und dem regelmäßig stattfindenden Taizé-Gebet (17. November, 19 Uhr) in der Kapelle berichten.

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