Weihnachten

Umweltschutz zum Fest: Lasst uns froh und öko sein...!

Möglichst öko soll er sein: Weihnachtsbäume gibt’s in heimischen Sorten von regionalen Anbietern.

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Möglichst öko soll er sein: Weihnachtsbäume gibt’s in heimischen Sorten von regionalen Anbietern. Foto: dpa

Essen.   Wie man Weihnachten ohne ein schlechtes Gewissen gegenüber der Umwelt feiern kann: ein paar gute Ideen zum Fest für eine bessere Öko-Bilanz.

Wenn Gott so etwas wie ein ökologisches Gewissen hätte, würde er vermutlich jedes Jahr zu Weihnachten skeptisch die Stirn runzeln, vor lauter Wut und Verzweiflung an seinem weißen Rauschebart herumrupfen und Dinge wie „Heiliger Bimbam!“ vor sich hin murmeln. Denn wir verraten hier nichts Neues: In Hinblick auf unsere Umwelt ist jedes Christfest voll von Sündenfällen. Und wenn Gott die Gebote der Nachhaltigkeit beherzigte, würde er die Geburtstagsfeier seines eigenen Sohnes wohl schnurstracks verbieten.

An dieser Stelle werden nun einige argwöhnen, dass hier die schönsten Tage des Jahres madig gemacht werden sollen. Doch so ist das gar nicht. Denn Weihnachten und ein gutes Gewissen gegenüber Mutter Erde, das passt sehr wohl zusammen. Wir haben uns mal die ökologischen Einflüsse des Christfests angeschaut, an denen man vielleicht doch ohne großen Aufwand etwas ändern kann.

Verkaufsstellen für ökologische Weihnachtsbäume

Es fängt an beim Weihnachtsbaum. „Plastikweihnachtsbäume haben keine gute Öko-Bilanz und landen irgendwann im Müll“, sagt Birgit Königs, Sprecherin des Nabu-NRW. „Also sollte man möglichst auf einen echten Baum setzen, denn wenn der auf dem Müll landet, ist er zumindest kompostierbar. Am besten, man nimmt einen aus heimischen, regionalen Kulturen, noch besser aus dem Öko-Anbau. Da gibt es auch eine ganze Reihe Anbieter, die mittlerweile ganz NRW bedienen.“ Die Naturschutzorganisation Robin Wood listet allein für NRW 90 Verkaufsstellen von ökologischen Weihnachtsbaumkulturen auf (www.robinwood.de/sites/default/files/oeko-weihnachtsbaeume-robin-wood.pdf). Und wer dort nicht fündig wird, dem rät Birgit Königs: „Einfach beim lokalen Bioladen nachfragen, häufig gibt es ja dann auch noch die Möglichkeit, dass Privatleute einzelne Bäume schlagen.“

Lichterketten oder Kerzen

CO2-Bilanz des Christbaums spielt: Man sollte keinen allzu weiten Weg zurücklegen. Mehr als 80 Prozent der NRW-Weihnachtsbäume stammen aus dem Sauerland. Und wer extra für einen einzigen Baum von Emmerich bis Medebach fährt, ruiniert damit den positiven Effekt.

Weiterer heikler Punkt: Lichterketten. Hier ganz klar die Empfehlung zu stromsparenden LED-Ketten. Aber: „Wenn die alte Lichterkette noch vollkommen funktionstüchtig ist, ist Wegwerfen sicherlich nicht angeraten. Dann sollte man sie ruhig weiter nutzen.“ Natürlich seien auch echte Kerzen aus Bienenwachs eine Alternative. Wer ein aufmerksames Auge darauf hat, könne sie ruhig brennen lassen.

Lametta - ein Fall für den Sondermüll

Wenn Kinder und Großeltern dann friedlich unterm Baum sitzen, fällt früher oder später gewiss der Satz: „Früher war mehr Lametta!“ Umweltschützer würden hinzufügen „Gott sei Dank!“ Denn oft enthielten die glitzernden Fäden umwelt- und gesundheitsschädliches Blei. Hergestellt wird das zwar heute nicht mehr, aber es gibt immer noch Haushalte, die Restbestände horten. Wer nicht darauf verzichten kann, sollte die alte Umweltlast zumindest nicht im Hausmüll entsorgen oder am nadelnden Baum hängen lassen – eigentlich ist altes Lametta ein Fall für den Sondermüll.

Apropos Müll: Tatsächlich sind Müllaufkommen und Energiekosten zum Weihnachtsfest nur scheinbar deutlich erhöht. „Die Leute glauben, dass an Weihnachten alle ihre Gans in den Ofen schieben und alle Lichter angemacht werden. Es ist auf der anderen Seite aber so, dass Industrie und Gewerbe ruhen, so dass zu Weihnachten der Stromverbrauch keinen Höhepunkt erreicht“, so Birgit Konopatzki, Pressesprecherin der Energieversorgung Oberhausen. Und Michaela Schröder, Geschäftsführerin der Gemeinschafts-Müll-Verbrennungsanlage Oberhausen bestätigt: „Wir verzeichnen im Dezember keinen Anstieg der Müllmenge.“ Das Ruhen der Bauindustrie und viele Urlaube gleichen den Hausmüll-Anstieg aus.

Vor dem Schenken: denken!

Unnötigen Verpackungsmüll produzieren wir dennoch, vor allem beim Geschenkpapier. Was gar nicht geht: Alles, was glitzert. Darin steckt oft Aluminium, manchmal Plastik. „Es gibt ökologischere Varianten, die ebenso nett aussehen“, sagt Birgit Königs, die zu recyceltem Papier rät – und Bänder und Schleifen so wählt, dass man sie beim nächsten Mal wiederverwenden kann.

Was übrigens für die eigentlichen Geschenke gilt, egal ob sie aus dem Kaufhaus oder dem Netz kommen: Denken kommt vor dem Schenken. Wer sich einen Gedanken mehr darüber macht, wie gut sein Geschenk beim Gegenüber ankommt, vermeidet eine unnötige Retour oder einen Umtausch – Vorgänge, die auf jeden Fall eine schlechte Umweltbilanz verursachen.

Möglichst keine Tiere aus dem Osten

Und dann ist da noch die Sache mit der Gans: Für viele gehört sie einfach zum Fest, da lassen sie kaum mit sich diskutieren. Aber natürlich gibt es sie auch aus ökologischer Haltung. Wer etwas ganz Einfaches für sein Gewissen tun will, sollte möglichst keine Tiere aus Polen oder Tschechien kaufen, denn dort wird noch komplett unökologisch gemästet und geschlachtet. „Das wird für die Tiere eine Qual sein, da sollte man auf die Billigangebote vom Discounter verzichten. Allerdings ist eine Gans aus ökologischer Haltung recht teuer. Da ist dann die Überlegung, ob man vielleicht kein ganzes Tier nimmt, sondern vielleicht nur ein Bruststück. Andererseits: Es gibt ja auch andere herrliche Gerichte, die vegetarisch sind und die man zu Weihnachten auch wunderbar essen kann“, so Königs. Wer ein wenig darauf achtet, kann also zu Weihnachten fast wie gewohnt, aber mit besserem Gewissen feiern.

>>>Silvester wird es schwieriger

Während man Weihnachten ökologischer gestalten kann, fällt das Silvester schon etwas schwerer. Zumindest dann, wenn man für Knaller und Feuerwerk entflammt ist. Birgit Königs vom Nabu-NRW: „Da gibt es wirklich keine ökologischen Alternativen. Damit produziert man nicht nur Unmengen von Müll, sondern auch eine extreme Feinstaubbelastung. Man sieht ja auch je nach Wetterlage zu Silvester immer, wie diesig es dann anschließend ist. Ich glaube, das Geld für Knaller wäre deutlich besser in einer Spende angelegt.“

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