Interview

Warum Nico Santos’ Freunde seinetwegen das Radio ausschalten

Auf der Erfolgswelle: Nico Santos.

Auf der Erfolgswelle: Nico Santos.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Essen.  Sänger Nico Santos blickt auf ein super Jahr zurück – Freunde sagen schon „Ich kann nicht mehr“, so präsent ist er. Was er für 2020 plant.

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Nominierungen für die wichtigsten deutschen Musikpreise, Topplatzierungen in den Charts und nun auch noch Erfolg als Online-Talentcoach bei „The Voice of Germany“: 2019 war für Nico Santos ein Jahr voller Höhen. Im Interview verrät der 26-Jährige, der mit bürgerlichem Namen Nico Wellenbrink heißt, warum er in jungen Jahren auf Partys zu den Coolen zählte, weshalb seine Freunde inzwischen auf langen Autofahrten schon das Radio ausdrehen und warum er nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten möchte, der in den 90er-Jahren als „Melitta-Mann“ berühmt wurde.


Blicken wir zu Beginn mal zurück: Gab es bei den vielen Erfolgen ein besonderes Highlight in 2019 für Sie?

Das war mit Abstand das krasseste Jahr bisher für mich. Mit eigener Tour, The Voice of Germany und vielem mehr. Ich glaube aber, dass der Song „Better“ mit Lena das Highlight war, weil es einfach so eine spontane Aktion war. Und der Song geht auf der Bühne unfassbar ab.

Aktuell sind Sie mit Ihrer Single „Play With Fire“ in den Radios des Landes zu hören. Inwieweit verarbeiten Sie eigene Erfahrungen in dem Stück, in dem es um toxische Beziehungen geht?
Von früheren Beziehungen wird dort etwas verarbeitet, ja. Aber nicht von der aktuellen. Es ist meistens so, dass die Arbeit im Studio wie eine Therapiestunde wirkt, man kommt quasi auf die verrücktesten Themen und macht sich über vieles Gedanken.

Auch als Songwriter gibt es immer wieder neue Kompositionen von Ihnen. Zuletzt mit dem Deutsch-Rapper Capital Bra. Wie passt dieser Stil zu Ihrer eigenen Musik?
Das ist quasi ein Seitenprojekt. Ich höre selber viel englischen Hip-Hop und seit kurzem immer mal wieder auch deutschen Hip-Hop. Ich mag es, zwischen den verschiedenen Genres zu springen und mache ein paar Melodien auf Beats. Da hatte ich dann nur Quatsch drauf getextet und es Samra (Berliner Rapper, Anmerkung d. Red.) mal geschickt. Der hat sich direkt verliebt und gefragt, ob nicht Capital Bra dazu kommen kann. Es lief alles ganz spontan und schnell ab.

Aber die eigene Zukunft ist nicht im Hip-Hop angesiedelt?
Nein. Das kann man jedoch immer mal wieder machen. Ich finde es cool, zwischen den Genres zu wechseln und eine hohe Bandbreite zu erforschen.

Werden die eigenen Rap-Künste denn dann wenigstens in der Freizeit ausgebaut?
Nein, bei „Better“ mit Lena hört es schon auf. Als ich 15 oder 16 Jahre alt war, habe ich immer diese schnellen Hip-Hop-Songs der damaligen Zeit auswendig gelernt, weil das auf den Partys sehr cool kam. Aber ansonsten bin ich da mittlerweile raus.

Bei all den Liedern als Sänger oder Songwriter: Können Sie überhaupt noch entspannt Radio hören?
Für mich ist es mega, mega schön. Früher war es mein Traum, einmal im Radio gespielt zu werden. Und inzwischen rufen mich Freunde an und sagen: „Ey Nico, ich kann nicht mehr. Ich habe dich bei einer Fünf-Stunden-Autofahrt zehnmal gehört. Ich muss wegschalten und Hörspiele an machen.“


Wo sehen Sie sich im nächsten Jahr?
Alles, wie es kommt. Es ist vieles geplant, wie etwa das neue Album, eine Tour steht an (alle Termine siehe Infobox, Anm. d. Redaktion) und auch andere Sachen, wie Songs schreiben für andere, vielleicht auch wieder Hip-Hop-Sachen (lacht). Ich denke, 2020 wird ein Power-Jahr.

Sehen Sie sich denn künftig eher als Sänger oder könnte es auch weiter Ausflüge ins Fernsehen, außerhalb von The Voice of Germany, geben? Vielleicht in den Fußstapfen des Vaters als Schauspieler in Werbespots?
Nein, nein, nein, nein! Da bin ich raus. Das will keiner sehen. Alles, was mit Musik zu tun hat, wie „Sing meinen Song“, wo ich nächstes Jahr dabei bin, kann ich mir gut vorstellen.

Termine: 15.3. Bielefeld (Lokschuppen), 18.3. Dortmund (Warsteiner Music Hall), 22.8. Mönchengladbach (Schloss Rheydt), 1.9. Bochum/Witten (Zeltfestival Ruhr). Karten gibt’s ab ca. 43 € auf www.ruhrticket.de.

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