Thyssenkrupp Stahl

Thyssenkrupp investiert in Stahlwerk für bessere Autobleche

Im Warmbandwerk, hier das in Duisburg-Bruckhausen, werden die dicken Brammen erwärmt und flach gewalzt. Die Anlage in Beeckerwerth erhält nun einen neuen modernen Hubbalkenofen.

Im Warmbandwerk, hier das in Duisburg-Bruckhausen, werden die dicken Brammen erwärmt und flach gewalzt. Die Anlage in Beeckerwerth erhält nun einen neuen modernen Hubbalkenofen.

Foto: Ilja Höpping / WAZ FotoPool

Essen.  Stahlwerk in Duisburg erhält neuen Ofen, um die Qualität der Autobleche zu verbessern. Damit startet Thyssenkrupp seine zugesagten Investitionen.

Thyssenkrupp löst die erste Investitionszusage aus dem Zukunftspakt für die Stahlsparte ein: Das Warmbandwerk 2 im Duisburger Norden erhält einen neuen Hubbalkenofen, um die Qualität der Bleche vor allem für Autoindustrie zu verbessern. Der neue Ofen kostet einen „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“, teilte der Konzern mit und soll bis 2022 einsatzbereit sein. Damit mache das Unternehmen „den Weg frei für die erste Investition im Rahmen der Strategie 2030“.

Thyssenkrupps „Zukunftspakt Stahl 20-30“

Der „Zukunftspakt Stahl 20-30“ ist ein Tarifvertrag, den Thyssenkrupp Ende März mit dem Betriebsrat und der IG Metall geschlossen hat. Zu diesem Zeitpunkt hatten bereits viele Autobauer ihre Werke in Europa wegen der Corona-Pandemie stillgelegt, wie hart es die Branche treffen würde, war aber noch nicht absehbar. Während Konzernchefin Martina Merz wegen der Geschäftseinbrüche durch die Coronakrise nun „alles auf den Prüfstand“ stellt und auch für den Stahl Partner sucht, pocht die Arbeitnehmerseite auf Erfüllung des Zukunftspakts. Zumal vergangenen Freitag die 17,2 Milliarden Euro aus dem Verkauf der Aufzugssparte geflossen sind.

Die Strategie für das neue Jahrzehnt entstand aus der Ungewissheit heraus, wie es nach der 2018 geplatzten Fusion mit Tata weitergehen solle. Denn damit waren auch weitreichende Zusagen an die Stahlkocher hinfällig geworden. Der Zukunftspakt 20-30 regelt einerseits den sozialverträglichen Abbau von 3000 Arbeitsplätzen bei gleichzeitiger Jobgarantie für alle anderen bis 2026. Und er enthält Investitionszusagen von vier Milliarden Euro für die kommenden sechs Jahre, das sind 800 Millionen Euro zusätzlich. Sie gelten dem Betriebsrat als unerlässlich, um in der umkämpften Stahlbranche konkurrenzfähig zu bleiben.

Hubbalkenofen sorgt für glattere Oberfläche

Was das im Detail bedeutet, lässt sich am Hubbalkenofen gut erklären: Am Warmband werden die dicken Stahlbrammen in Öfen nochmals erhitzt, um sie flachwalzen zu können. Moderne Hubbalkenöfen sorgen dafür, dass die Stahlbänder eine möglichst glatte Oberfläche erhalten, während Stoßöfen noch kleinste Unebenheiten hinterlassen. Der Hubbalkenofen kann die 30 Tonnen schweren Brammen beim Wiedererwärmen so heben und wieder senken, dass Oberflächenverletzungen vermieden werden. Im Warmbandwerk II gibt es bisher einen Hubbalkenofen, künftig sorgen zwei für „eine nochmals verbesserte Oberflächenqualität bei Premiumblechen“, wie Thyssenkrupp verspricht.

Damit könne man seinen Vorsprung in der Fertigung von Autoblechen halten, heißt es dazu aus der Duisburger Stahl-Zentrale. „Mit der Investition kommen wir den steigenden Anforderungen unserer Kunden aus der Automobilindustrie nach immer besserer Oberflächenqualität nach“, sagt Arnd Köfler, Technologievorstand von Thyssenkrupp Steel. „Wir wollen auch bei der nächsten Generation von High-End-Stählen in diesem Bereich technologisch führend sein.“

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