Zwischenbilanz

Evonik treibt Stellenabbau voran – Gewinnprognose angehoben

Evonik-Vorstandschef Christian Kullmann

Evonik-Vorstandschef Christian Kullmann

Foto: dpa/Roland Weihrauch

Essen.   Der Essener Chemiekonzern Evonik hat seine Gewinnprognose erhöht. Zur Begründung verweist Evonik auf Kostensenkungen und den Plexiglas-Verkauf.

Der Essener Chemiekonzern Evonik treibt seinen geplanten Stellenabbau voran. Von den 1000 Stellen, die wegfallen sollen, werden nach Angaben des Unternehmens bereits mehr als die Hälfte zum Jahresende abgebaut sein. Die „deutlichen Fortschritte“ beim konzernweiten Kosteneinsparprogramm wirkten sich positiv in der Bilanz aus, teilte Evonik zur Quartalsbilanz mit.

Die Gewinnprognose für das Gesamtjahr hat der Chemiekonzern nun leicht angehoben – auch aufgrund des Verkaufs des traditionsreichen Plexiglasgeschäfts (Methacrylat). Der Umsatz sowie das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sollen im Gesamtjahr „mindestens auf dem Niveau des Vorjahres“ liegen, wie der MDax-Konzern in Essen mitteilte. Zuvor hatte Evonik noch Ergebnisse auf Höhe des Vorjahres oder leicht darunter als Ziel ausgegeben.

Konzernchef Kullmann zeigt sich zufrieden

Der Ergebnisbeitrag aus der beabsichtigten Übernahme des amerikanischen Chemiekonzerns PeroxyChem sei bei der aktuellen Gewinnprognose noch nicht berücksichtigt, erklärte das Unternehmen.

Evonik-Vorstandschef Christian Kullmann zeigte sich zufrieden. „In einem schwächelnden weltwirtschaftlichen Umfeld konnten wir unser Umsatz- und Ergebnisniveau behaupten“, sagte Kullmann. „Insgesamt ist unser Portfolio heute robuster gegenüber konjunkturellen Entwicklungen als in der Vergangenheit.“

Allerdings ging der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) von Januar bis März um drei Prozent auf 539 Millionen Euro zurück, obwohl der Umsatz um ein Prozent auf 3,29 Milliarden Euro gestiegen war. Evonik verwies zur Begründung unter anderem auf Anlaufkosten für eine neue Produktionsanlage in Singapur.

Gewinnmarge zuletzt spürbar gesunken

Auch die Gewinnmarge ging Unternehmensangaben zufolge von 17,1 Prozent auf 16,4 Prozent zurück. Das mittelfristige Ziel von Konzernchef Kullmann ist eigentlich, eine Marge zwischen 18 und 20 Prozent zu erzielen. Das bereinigte Konzernergebnis von Evonik fiel in der Quartalsbilanz um fünf Prozent auf 249 Millionen Euro.

Für den Verkauf des Methacrylat-Geschäfts kann Evonik drei Milliarden Euro verbuchen. Den Zuschlag erhielt Anfang März der Finanzinvestor Advent. Mit der Trennung von der Sparte, zu der die traditionsreiche Marke Plexiglas gehört, verlassen etwa 3900 Beschäftigte den Evonik-Konzern – mehr als jeder zehnte Mitarbeiter. Rund 36.000 Mitarbeiter – die Plexiglas-Sparte eingerechnet – gehörten zuletzt zu Evonik.

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