Börsen-Liga

Essen verdrängt Leverkusen von Platz vier in der Börsen-Liga

Die Skyline von Essen mit Innogy-Turm und RWE-Gebäuden, hinter dem Turm steht auch noch die Evonik-Zentrale. Essen ist Sitz von sieben Konzernen aus dem Dax30 und dem MDax.

Die Skyline von Essen mit Innogy-Turm und RWE-Gebäuden, hinter dem Turm steht auch noch die Evonik-Zentrale. Essen ist Sitz von sieben Konzernen aus dem Dax30 und dem MDax.

Foto: Luftbild: Hans BlosseY

Essen.  Essen hat mit Brenntag nun sieben Dax-Konzerne im Wert von 91 Milliarden Euro. Bochum mit Vonovia auf Platz 17, Leverkusen stürzt mit Bayer ab.

Im Fußball spielt Essen in der vierten Liga, auf dem Börsenparkett ist die Stadt erstklassig und nun auf Platz vier geklettert. So weist es die jüngste Rangliste der Städte nach Börsenwert der Dax-Konzerne aus, die das Beratungsunternehmen Simon-Kucher & Partners jährlich erstellt. Demnach haben die sieben Essener Unternehmen, die in den wichtigsten deutschen Indizes Dax30, MDax und TecDax notiert sind, zusammen einen Wert von 91,7 Milliarden Euro.

Damit überholt die Ruhrgebiets-Metropole den Bayer-Sitz Leverkusen. Im Zuge der Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto samt Risiken durch dessen umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat hat sich der Wert der Bayer-Aktie seit Anfang 2018 fast halbiert. Leverkusen rutschte dadurch mit einem Börsenwert von 60,9 Milliarden Euro von Bayer und Covestro (Stand 16. Mai) auf Platz acht der Dax-Städte ab.

Auch Bochum schafft es mit Vonovia unter Top 20

Verbessert hat sich auch Bochum als Sitz des 25 Milliarden Euro schweren Wohnungsriesen Vonovia – um einen Rang auf Platz 17.

Essen, vor drei Jahren noch auf Rang 12, profitiert nach dem Eon-Umzug von Düsseldorf nach Essen 2016 vor allem vom jüngsten Zuzug des weltgrößten Chemikalienhändlers Brenntag aus Mülheim, der im MDax notiert ist. Hinzu kommen die Dax 30-Konzerne RWE und Thyssenkrupp sowie den MDax-Unternehmen Evonik, Innogy und Hochtief. Nach München (13) und Hamburg (10) hat Essen damit die meisten Börsen-Schwergewichte in der Stadt.

„Die Städte in Nordrhein-Westfalen, besonders das Ruhrgebiet, sind deutlich vom Strukturwandel geprägt. Die Neuausrichtung der alteingesessenen Unternehmen hin zu Digitalisierung, neuen Technologien und neuen Energien werden auch in den nächsten Jahren weiter für einen wirtschaftlichen Aufschwung der Region sorgen“, prophezeit Georg Tacke, Chef von Simon-Kucher & Partners. „Die zentrale Lage in Europa, die Vielzahl an qualifizierten Hochschulen und auch die zahlreichen vom Land geförderte Programme zur Digitalisierung unterstützen diese positive Entwicklung.“ Die Entwicklung in Essen nennt er „bemerkenswert“.

Köln bleibt das NRW-Sorgenkind

Ganz vorn bleibt München mit 13 Dax-Unternehmen, die zusammen knapp 300 Milliarden Euro wert sind. Es folgen die SAP-Stadt Walldorf und Bonn mit den Zentralen der Post und der Telekom.

NRW-Sorgenkind bleibt Köln. Es ist den Studienautoren zufolge sie einzige Millionenstadt Deutschlands, die es nicht unter die Top 20 der Börsenliga schafft. Auch die Bundeshauptstadt Berlin auf Rang 16 bleibt freilich alles andere als eine Wirtschaftsmetropole.

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