Essen/Dortmund. Steigende Energie- und Rohstoffpreise machen vielen Branchen zu schaffen. Müssen Kunden auch bei den Bierpreisen mit einer Steigerung rechnen?

  • Bierpreise in NRW: Auch an den Brauereien gehen die aktuell steigende Rohstoff- und Energiepreise nicht ohne Probleme vorbei.
  • Doch wie entwickelt sich der Bierpreis in NRW?
  • Müssen Verbraucher auch hier mit einer Preissteigerung rechnen?

Viele Lebensmittel steigen derzeit kräftig im Preis. So musste auch der Discounter Aldi ordentlich die Preise anziehen. Grund für diese Preiserhöhung sind die steigenden Rohstoffpreise und Energiepreise auf den Weltmärkten. Verbraucher müssen sich derzeit an vielen Orten auf steigende Preise einstellen. Doch wie entwickelt sich der Bierpreis in NRW? Müssen Verbraucher auch hier mit einer Preissteigerung rechnen?

Bierpreise in NRW: "Massive Umsatz- und Ertragsverluste"

"Neben massiven Umsatz- und Ertragsverlusten in den vergangenen zwei Corona-Jahren haben wir Energie, Logistik, Leergut sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe deutlich verteuert", sagt Uwe Helmich, Geschäftsführer der Dortmunder Brauereien der Radeberger Gruppe. Zu dieser Gruppe zählen wie Brinkhoffs, Wicküler, Kronen, Union, Hansa und Hövels.

Bierpreise in NRW: Ein Bier vom Fass. Müssen Kunden dafür bald tiefer in die Tasche greifen?
Bierpreise in NRW: Ein Bier vom Fass. Müssen Kunden dafür bald tiefer in die Tasche greifen? © Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Diese Kostensteigerung lasse sich nicht mehr über reine Effizienzsteigerungen ausgleichen, erklärt Helmich. Die Folge: Auch die Dortmunder Brauereien der Radeberger Gruppe haben sich gezwungen gesehen, "diese Kostenexplosionen mit Augenmaß zumindest teilweise auch in unseren Abgabepreisen weiterzugeben." Die genaue Höhe der Preissteigerung verrät Helmich allerdings nicht.

Bierpreise in NRW: Bergmann Brauerei breit aufgestellt

"Wir heizen mit Gas, Gerste ist knapp - wir haben eine Preissteigerung an allen Fronten", sagt Dr. Thomas Raphael, Mit-Geschäftsführer der Bergmann Brauerei. Der Vorteil der kleineren Brauerei, auch nach den zwei Corona-Jahren: "Wir sind breit aufgestellt", sagt Raphael. So verkauft die Brauerei an mehreren Stellen in Dortmund das Bier direkt an den Verbraucher.

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Der Handel allerdings benötige die Preisinformationen ein halbes Jahr vorher. "Unseren Handelspartnern haben wir eine Preiserhöhung angekündigt", erklärt Rapahel. Ob die Handelspartner diese Erhöhung auch an den Verbraucher weitergeben, sei allerdings noch unklar.

Bierpreise in NRW: Stauder zieht an

Aber: Planungen, den Preis des Biers auch in den eigenen Gastronomien anzuheben, "haben wir derzeit nicht", erklärt er.

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An der Essener Stauderbrauerei ist die Corona-Pandemie nicht spurlos vorbeigegangen. Geschlossene Gastronomien, abgesagte Veranstaltungen, dazu gestiegene Energie- und Rohstoffpreise: Im Februar erklärte die Brauerei, dass auch hier die Preise angezogen werden müssen. Das sind die Gründe, warum die Brauerei jetzt ihre Preise für das Essener Flaschen- und Fassbier erhöht hat.

Bierpreise in NRW: Preisanpassung zum 1. Februar

"Bei unseren Fassbieren hatten wir bereits eine Preisanpassung zum 1. Februar 2022 vornehmen müssen", erklärt Uwe Helmich, Geschäftsführer der Dortmunder Brauereien. "Auch bei unseren Flaschen- und Dosenbieren der Marken Brinkhoff’s, DAB, Dortmunder Kronen, Dortmunder Union, Ritter und Stifts werden wir dies zum 1. Mai 2022 tun." Vorhersagen, was der Gastronom oder ein Händler dann mit den Verbraucherpreisen mache, könne die Radeberger Gruppe aber nicht.